Erinnert ihr euch noch an früher, als gefühlt jeder ein Nokia oder ein BlackBerry besitzen wollte?
Während das finnische Unternehmen mit seinen Geräten wie das Nokia 3310 den Massenmarkt eroberte, galt BlackBerry als Statussymbol für Geschäftsleute.
Das sollte sich jedoch dramatisch ändern. Die Ankündigung des ersten iPhones gilt heute als der Anfang vom Ende der beiden Handyriesen.
Inzwischen haben sich die beiden Marken längst vom Smartphone-Markt zurückgezogen und verdienen ihr Geld anderweitig. Aber womit?
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BlackBerry steckt im Software-Business: mit Erfolg!
1999: Der kanadische Hersteller »Research in Motion« (später als BlackBerry bekannt) bringt das BlackBerry 850 auf den Markt. Das kleine Gerät ermöglichte es, unterwegs E-Mails zu lesen und zu beantworten.
Später kombinierten die Geräte E-Mail, Messaging und Telefonie und machten BlackBerry zum Inbegriff des Business-Smartphones. Das Unternehmen war auf Erfolgskurs – bis 2007.
Zu diesem Zeitpunkt präsentierte Steve Jobs das iPhone. Ein Gerät, das alles konnte, was auch ein BlackBerry konnte.
Nur eben besser.
Ab dann begann die Abwärtspirale, die schließlich dazu führte, dass CEO John Chen 2016 aufgab. Das Unternehmen zog sich vom Handymarkt zurück. Die Lizenz- und Rechte für das ikonische Brombeerlogo gingen an TCL über, das bis 2018 gleichnamige Android-Smartphones herstellte – ebenfalls ohne Erfolg.
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BlackBerry selbst konzentrierte sich fortan auf die Entwicklung profitabler Software. Heute ist das Unternehmen mit zwei Standbeinen erfolgreich. Das eine ist »QNX«, ein Betriebssystem für Fahrzeuge, Industrieanlagen und andere sicherheitskritische Systeme.
Das andere ist »Secure Communications«. Es handelt sich um ein System für, nun ja, abgesicherte Kommunikation für Regierungen und Unternehmen.
Hinzu kommen Einnahmen aus Patentlizenzen. Die aktuellen Zahlen unterstreichen den Erfolg: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 setzte BlackBerry laut Börse Global 163,3 Millionen Dollar um und erhöhte seinen Umsatz damit um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Fast die Hälfte davon erwirtschaftet das Unternehmen durch QNX.
Nokia teilt das Schicksal
Nokia und BlackBerry haben eine ähnliche Entwicklung durchlaufen: Kaum jemand muss davon überzeugt werden, wie erfolgreich Nokia in den 2000ern war.
Bis heute gilt das Nokia 3310 als legendär. Ältere Semester erinnern sich an die ikonischen Klingeltöne und daran, wie Snake als Handspiel auf dem Schulhof und im Pausenraum gefeiert wurde.
Ähnlich wie BlackBerry fand Nokia auf den Touchscreen-Boom allerdings keine Antwort.
2014 verkaufte Nokia sein Handygeschäft schließlich an Microsoft und stellte seitdem die Produktion von Handys ein. 2016 ging die Lizenz an das ebenfalls aus Finnland stammende Unternehmen HMD Global weiter.
Schließlich stammen auch die Neuauflagen von Klassikern wie dem 3310 von HMD. Diese Geräte sind heute unter dem Begriff »Dumbphones« bekannt. Im Vergleich zu modernen Smartphones können sie nicht viel – ähnlich wie früher also.
Inzwischen setzt HMD Global auf die eigene Marke »HMD«, während die Produktion neuer Nokia-branded Smartphones Anfang 2025 praktisch eingestellt wurde.
Doch was ist aus Nokia geworden? Das Unternehmen agiert heute als Netzwerkausrüster. Es liefert Technik für Mobilfunknetze, Glasfaser und Rechenzentren und erweitert sein Angebot zunehmend im Bereich KI- und Cloud-Infrastruktur.
Und das zahlt sich aus: Im zweiten Quartal 2026 setzte Nokia rund 4,8 Milliarden Euro um. Ein stolzer Anstieg von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am stärksten wuchs das Geschäft mit KI- und Cloud-Kunden, schreibt Nokia selbst auf seiner Webseite.
Die Umsätze haben sich dabei auf 446 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Den Löwenanteil macht allerdings nach wie vor die klassische Mobilfunk-Infrastruktur für Netzbetreiber aus.
Sowohl Nokia als auch BlackBerry zeigen, wie schnell neue Technologien und Innovationen alte Geschäftsmodelle verdrängen können.
In den 2000ern galten beide als Giganten, die den Handymarkt dominierten, bis Apple sowie Hersteller wie Samsung, Google und Huawei den Markt neu aufrollten.
Beide finnischen Unternehmen haben es aber glücklicherweise geschafft, sich erfolgreich umzuposiotinieren.

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