»Ich habe angefangen, sie zu sammeln und inzwischen mehr als 650 Stück«: Ein Hobbybastler versorgt sein Haus seit 2016 mit Strom aus Laptop-Akkus [Best of GameStar]

Ein Beispiel, das eindrucksvoll zeigt, wie vermeintlicher Elektroschrott sich noch sinnvoll nutzen lässt.

Hier zeigt der Nutzer Glubux aus dem Secondlifestorage-Forum seine eindrucksvolle Sammlung von Akku-Zellen. (Bild: Glubux, secondlifestorage.com) Hier zeigt der Nutzer Glubux aus dem Secondlifestorage-Forum seine eindrucksvolle Sammlung von Akku-Zellen. (Bild: Glubux, secondlifestorage.com)

Ein einzelner Laptop-Akku versorgt ein Notebook mit Strom.

Sammelt man dagegen Hunderte davon und kombiniert sie mit Solarpanels, kann man so genug Energie für ein ganzes Haus inklusive der Waschmaschine erzeugen.

Das gibt zumindest das Community-Mitglied Glubux auf der Webseite secondlifestorage.com an. Dort im Forum zeigt er sein eindrucksvolles Projekt der Community (via Techspot).

Das Projekt im Detail:

  • Der Foren-Thread dazu wurde im November 2016 ins Leben gerufen. Aus seinem ersten Beitrag stammt auch das Zitat in der Überschrift dieses Artikels, denn damals hat Glubux angegeben, bereits über 650 Akkus gesammelt zu haben.
  • Ergänzend zum Einsatz kamen zunächst ein Solarpanel mit 1,4 Kilowatt auf dem Dach, eine alte Gabelstaplerbatterie, ein Laderegler, ein Spannungsabsenker sowie ein Wechselrichter.
  • Mittlerweile verwendet Glubux laut eigener Aussagen über 1.000 Akkus, die in einem eigens dafür gebauten Schuppen in 50 Meter Entfernung zum Haus untergebracht sind. Außerdem besitzt er inzwischen große, neue Solarpanels mit einer wesentlich höheren Gesamtkapazität:

Die 24 einzelnen Module haben jeweils eine maximale Leistung von 440 Watt. (Bild: Glubux, secondlifestorage.com) Die 24 einzelnen Module haben jeweils eine maximale Leistung von 440 Watt. (Bild: Glubux, secondlifestorage.com)

Nach acht Jahren Dauerbetrieb keine Probleme: In seinem jüngsten Beitrag sagt Glubux, dass sein System seit Jahren reibungslos läuft und er bisher keinen einzigen Akku austauschen musste.

Probleme mit Brandgefahren oder angeschwollenen Zellen hat es demnach ebenfalls noch nicht gegeben.

Über Risiken dieser Art muss man sicher aber im Klaren sein und sie minimieren, wenn man sich an so ein Projekt heranwagt.

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Da steckt viel Arbeit und Know-how drin

Um das Projekt umsetzen zu können, hat Glubux die Akkus in Zellpakete mit einer Kapazität von jeweils 100 Amperestunden sortiert. Dabei setzt er auf Kupferkabel für eine besonders effiziente Verbindung.

Laut Techspot traten zunächst Probleme wie ungleiche Entladungsraten bei Akkus mit unterschiedlicher Zellzahl auf. Doch das ließ sich durch Anpassungen wie das Hinzufügen von Zellen letztlich lösen.

Ebenfalls ein interessantes Thema aus dem Bereich der Laptop-Welt, das vielleicht nicht jeder auf dem Schirm hat: Notebook-Hersteller kleben oft RAM und SSD mit schwarzer Folie ab – doch was ist der Grund dafür?

Gehäuse vs. Inneres

Dass der Anblick der Zellen auf dem Foto zu Beginn dieses Artikels nicht an einen typischen Laptop-Akku erinnert, hängt übrigens damit zusammen, dass diese Akkus üblicherweise mehrere dieser Zellen in ein einzelnes, geschlossenes Gehäuse integrieren.

Wie die vielen weiteren Projekte dieser Art im Forum von secondlifestorage.com zeigen, ist Glubux längst nicht allein mit seiner Sammlung von Notebook-Akkus.

Eindrucksvoll ist sein Projekt in unseren Augen aber dennoch.

Lasst uns gerne in den Kommentaren wissen, ob euch schon mal ein Projekt in dieser Art begegnet ist und was ihr von dieser Form der Zweitverwertung von Notebook-Akkus haltet.

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