Vor rund siebeneinhalb Jahren erblickten nicht nur die RTX 2070 sowie die RTX 2080 mitsamt zugehöriger Ti-Version die Welt. Im Rahmen eines eigenen »Geforce Gaming Celebration«-Events im Vorfeld der Gamescom 2018 fiel der Startschuss zu einer Technologie, die die GPU-Landschaft nachhaltig verändern sollte.
Die Rede ist vom damals vorgestellten »Deep Learning Super Sampling«, kurz: DLSS. Inzwischen sind wir bei Version 4.5 (vorgestellt auf der CES 2026) des KI-gestützten Upscalings angekommen und ist heutzutage kaum noch wegzudenken; ganz gleich, ob man dem nun positiv oder negativ gegenübersteht. Während DLSS 4 bereits die Pfade für die RTX 50-Serie ebnete, setzt DLSS 4.5 nun verstärkt auf „Neural Rendering“, bei dem fast das gesamte Bild KI-generiert werden kann.
Dabei soll DLSS ein vergleichsweise »spontaner Einfall« von Nvidia-CEO Jensen Huang gewesen sein. Dies behauptet zumindest das Ende 2024 veröffentlichte Buch »Der Nvidia-Weg: Jensen Huang und die Erschaffung eines Tech-Giganten« des Autors Tae Kim (via PC Gamer).
- Das im vergangenen Monat erschienene Buch bezieht seine Informationen der Beschreibung zufolge aus mehr als 100 Interviews mit Huang selbst, den beiden Nvidia-Mitbegründern und zahlreichen aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern.
Demzufolge soll die erste Idee zu DLSS nur zwei Wochen vor der ersten Präsentation auf der SIGGRAPH-Messe 2018 konzipiert worden sein.
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Nvidia DLSS: In zwei Wochen von der Idee zur Präsentation
Huang habe nach etwas gesucht, das »die Zuhörer von den Socken hauen« werde. Einer der zur SIGGRAPH eingeladenen Führungskräfte habe demnach vorgeschlagen, dass für die Kantenglättung Künstliche Intelligenz (Deep Learning Anti-Aliasing) eingesetzt werden könne.
Diese Idee wurde allerdings prompt verworfen – »ein besseres Bild wird nicht viele GPUs verkaufen«, wird Huang im Buch zitiert. Allerdings soll dieser Gedankengang den Nvidia-Chef inspiriert haben: Anstelle DLAA für das Verbessern bereits gut aussehender Bilder zu nutzen, stand die Idee der Tensor-Kerne im Raum, die Karten aus dem unteren Ende des Leistungsniveaus auf ein neues Level zu hieven.
Nvidia könnte die Bildverbesserungsfunktion nutzen, um zusätzliche Pixel abzutasten und zu interpolieren, sodass eine Grafikkarte, die für das native Rendern von Grafiken in 1440p-Auflösung (Quad-HD) konzipiert ist, Bilder in der höheren 4K-Auflösung mit einer ähnlichen Bildrate erzeugen könnte. KI würde verwendet werden, um Details zu ergänzen und das Bild mit niedrigerer 1440p-Auflösung in ein Bild mit höherer 4K-Auflösung umzuwandeln.
Tae Kim im Buch »Der Nvidia-Weg«
Laut Kim wurde im Anschluss der Rendering-Experte Aaron Lefohn aus Nvidias Forschungsabteilung nach der Möglichkeit eines KI-gestützten Supersamplings gefragt.
- Lefohn habe die Möglichkeiten hierzu offengelassen und sich eine Woche später mit vielversprechenden Erstresultaten zur DLSS-Forschung gemeldet.
- »Packen Sie es auf die Folien«, soll die Antwort von Huang zur bevorstehenden Präsentation zur SIGGRAPH gelautet haben.
Laut Kim habe der Nvidia-Chef DLSS damit »quasi aus dem Nichts geschaffen«, denn nur er sei in der Lage gewesen, das tatsächliche Potenzial dieser Technologie korrekt einzuordnen.
Nun bleibt festzuhalten, dass, wie eingangs erwähnt, zahlreiche Nvidia-Mitarbeiter und -Führungskräfte sowie Huang selbst zum Buch befragt wurden. Es ist nicht auszuschließen, dass einige Passagen beschönigt dargestellt werden.
Unbestreitbar ist allerdings der Erfolg, den Nvidia seit Einführung von DLSS einheimsen konnte: In der Zwischenzeit ist das Unternehmen zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt (mit einer Marktkapitalisierung von über 4,5 Billionen US-Dollar) aufgestiegen und bewies mit dem Fokus auf Künstliche Intelligenz zumindest geschäftlich den richtigen Riecher.
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