Nvidia Gameworks - Software-Bibliotheken könnten als Bremse für AMD-Grafikkarten dienen

Nvidia unterstützt Spiele-Entwickler mit seinem Gameworks-Programm, zu dem auch Software-Bibliotheken gehörten, die die Arbeit. erleichtern. Doch da selbst die Entwickler nicht wissen, was darin steht, könnte dies zum Nachteil für AMD genutzt werden.

von Georg Wieselsberger,
30.12.2013 08:41 Uhr

Nvidia Gameworks ist für Spiele-Entwickler eigentlich eine tolle Unterstützung, nimmt aber laut Extremetech auch die Möglichkeit zur Optimierung.Nvidia Gameworks ist für Spiele-Entwickler eigentlich eine tolle Unterstützung, nimmt aber laut Extremetech auch die Möglichkeit zur Optimierung.

Technik-Fans erinnern sich vielleicht daran, dass vor einiger Zeit von Intel vertriebene Compiler für Software-Entwickler AMD-Prozessoren benachteiligten, da nur bei Intel-CPUs alle vorhandenen Features wie SSE verwendet wurden. Derart erstellte Programme liefen auf AMD-CPUs unnötig langsam. Der Compiler suchte nicht nach vorhandenen Funktionen, sondern danach, ob es sich um eine Intel- oder AMD-CPU handelte.

Nun hat Extremetech den Verdacht, dass sich Nvidia mit seinem Gameworks-Programm für Entwickler einen ebensolchen unfairen Vorteil schaffen könnte. Gameworks bietet den Spiele-Entwicklern Bibliotheken an, die beispielsweise Funktionen für die Shader-Berechnung enthalten. Doch was genau diese Bibliotheken dem Grafikchip übermitteln, können selbst die Entwickler nicht sehen und daher auch nicht beurteilen, ob es vielleicht noch einen besseren Weg gäbe. Doch das Problem betrifft damit nicht nur die Entwickler, sondern auch den Konkurrenten AMD.

Ohne Einblick in den verwendeten Code ist es schwer, die Treiber für ein Spiel zu optimieren – und gleichzeitig könnte Nvidia AMD-Grafikkarten theoretsisch an einigen Stellen minimal ausbremsen. Insgesamt könnte so ein merkbarer Vorteil entstehen. Natürlich handelt es sich dabei um eine Spekulation. Doch Extremetech weißt darauf hin, dass Nvidia schon bei manchen Spielen und Benchmarks für Tessellations-Einstellungen gesorgt hatte, die zwar optisch keinerlei Sinn machten, aber durch die stärkeren Tessellationseinheiten der Geforce-Grafikkarten für entsprechende Leistungsvorsprünge gesorgt hatten.

Das neue Batman: Arkham Origins sei so ein Spiel, bei dem im Gegensatz zu den anderen Arkham-Spielen die Radeon R9 290X nur knapp die Geforce GTX 770 schlagen könne, während sie bei Batman: Arkham Asylum 24 Prozent schneller sei. Auch hier würde die Tessellation über das sinnvolle Maß hinaus eingesetzt. Dazu komme, dass Warner Bros. Montreal von AMD angebotenen Code zur Optimierung der Tessellation in Arkham Origins abgelehnt habe. Doch selbst wenn Nvidia die theoretische Möglichkeit zur Benachteiligung von AMD nie ausnutzen sollte, sei es schon grundsätzlich ein Nachteil, wenn Entwickler nicht mehr selbst in der Lage sind, Funktionen für ihre Spiele zu optimieren, so der Artikel.


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