Nvidia bringt nach US-Exportbeschränkungen günstigeren Blackwell-KI-Chip für China auf den Markt

Nvidia muss erneut seine Hochleistungschips für den chinesischen Markt eindämmen. Im kommenden Juni soll eine weiter beschnittene Version in Produktion gehen.

Zur Vorstellung von Blackwell GB200 war Nvidia-CEO Jensen Huang sichtlich stolz. In China darf er die Hochleistungschips allerdings nicht verkaufen. Zur Vorstellung von Blackwell GB200 war Nvidia-CEO Jensen Huang sichtlich stolz. In China darf er die Hochleistungschips allerdings nicht verkaufen.

Nvidia bereitet sich darauf vor, einen neuen, deutlich günstigeren KI-Chip auf Basis der neuesten Blackwell-Architektur für den chinesischen Markt zu lancieren. Dies berichtet die Economic Times unter Berufung auf »mit der Sache vertraute Quellen«.

Damit reagiert der GPU-Hersteller auf die verschärften US-Exportbeschränkungen und versucht so, den schrumpfenden Marktanteil in China zu stabilisieren.

  • Im April 2025 verhängte die US-Regierung weitere Beschränkungen, die auch Nvidias H20-Chip betrafen, der speziell für den chinesischen Markt entwickelt worden war. Das H20-Modell war bereits eine abgespeckte Version von Nvidias Hochleistungschips, um früheren Exportbeschränkungen zu entsprechen (via Reuters).
  • Die Exportbeschränkungen haben bereits massive finanzielle Auswirkungen auf Nvidia. Das Verbot des H20-Chips zwang das Unternehmen, Lagerbestände im Wert von 5,5 Milliarden US-Dollar abzuschreiben. CEO Jensen Huang bezifferte die Gesamtverluste durch entgangene Verkäufe auf etwa 15 Milliarden US-Dollar.
  • Noch dramatischer ist der Verlust von Marktanteilen in China. Nvidias Anteil am chinesischen Markt ist von 95 Prozent vor 2022 auf aktuell nur noch 50 Prozent gefallen.

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Nach H20 folgt der nächste Einschnitt

Der neue, noch namenlose Grafikprozessor wird den Berichten zufolge voraussichtlich zwischen 6.500 und 8.000 US-Dollar kosten und damit deutlich günstiger sein als das kürzlich verbotene H20-Modell, das zu Preisen von 10.000 bis 12.000 US-Dollar verkauft wurde. Diese reduzierten Kosten spiegeln sich auch in den technischen Spezifikationen wider:

  • Der Chip basiert auf Nvidias RTX Pro 6000D, einem Server-Grafikprozessor, und verwendet Standard-GDDR7-Speicher anstelle des fortschrittlicheren High-Bandwidth-Memory (HBM).
  • Zudem wird er nicht die aufwendige Chip-on-Wafer-on-Substrate-Verpackungstechnologie (CoWoS) von TSMC nutzen, was die Produktionskosten senkt.
  • Bei der Speicherbandbreite wird der neue Chip auf etwa 1,7 bis 1,8 Terabyte pro Sekunde begrenzt sein, verglichen mit den 4 Terabyte pro Sekunde des H20-Modells. Diese Beschränkung entspricht den neuen US-Exportrichtlinien, die GPU-Speicherbandbreite als kritisches Kriterium für Exportkontrollen festgelegt haben.

Laut der Economic Times soll die Massenfertigung bereits im kommenden Juni beginnen. Gegenüber Reuters erklärte ein Nvidia-Sprecher hingegen, dass das Unternehmen »noch immer seine begrenzten Optionen prüfe«.

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