Nvidia bereitet sich darauf vor, einen neuen, deutlich günstigeren KI-Chip auf Basis der neuesten Blackwell-Architektur für den chinesischen Markt zu lancieren. Dies berichtet die Economic Times unter Berufung auf »mit der Sache vertraute Quellen«.
Damit reagiert der GPU-Hersteller auf die verschärften US-Exportbeschränkungen und versucht so, den schrumpfenden Marktanteil in China zu stabilisieren.
- Im April 2025 verhängte die US-Regierung weitere Beschränkungen, die auch Nvidias H20-Chip betrafen, der speziell für den chinesischen Markt entwickelt worden war. Das H20-Modell war bereits eine abgespeckte Version von Nvidias Hochleistungschips, um früheren Exportbeschränkungen zu entsprechen (via Reuters).
- Die Exportbeschränkungen haben bereits massive finanzielle Auswirkungen auf Nvidia. Das Verbot des H20-Chips zwang das Unternehmen, Lagerbestände im Wert von 5,5 Milliarden US-Dollar abzuschreiben. CEO Jensen Huang bezifferte die Gesamtverluste durch entgangene Verkäufe auf etwa 15 Milliarden US-Dollar.
- Noch dramatischer ist der Verlust von Marktanteilen in China. Nvidias Anteil am chinesischen Markt ist von 95 Prozent vor 2022 auf aktuell nur noch 50 Prozent gefallen.
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Nach H20 folgt der nächste Einschnitt
Der neue, noch namenlose Grafikprozessor wird den Berichten zufolge voraussichtlich zwischen 6.500 und 8.000 US-Dollar kosten und damit deutlich günstiger sein als das kürzlich verbotene H20-Modell, das zu Preisen von 10.000 bis 12.000 US-Dollar verkauft wurde. Diese reduzierten Kosten spiegeln sich auch in den technischen Spezifikationen wider:
- Der Chip basiert auf Nvidias RTX Pro 6000D, einem Server-Grafikprozessor, und verwendet Standard-GDDR7-Speicher anstelle des fortschrittlicheren High-Bandwidth-Memory (HBM).
- Zudem wird er nicht die aufwendige Chip-on-Wafer-on-Substrate-Verpackungstechnologie (CoWoS) von TSMC nutzen, was die Produktionskosten senkt.
- Bei der Speicherbandbreite wird der neue Chip auf etwa 1,7 bis 1,8 Terabyte pro Sekunde begrenzt sein, verglichen mit den 4 Terabyte pro Sekunde des H20-Modells. Diese Beschränkung entspricht den neuen US-Exportrichtlinien, die GPU-Speicherbandbreite als kritisches Kriterium für Exportkontrollen festgelegt haben.
Laut der Economic Times soll die Massenfertigung bereits im kommenden Juni beginnen. Gegenüber Reuters erklärte ein Nvidia-Sprecher hingegen, dass das Unternehmen »noch immer seine begrenzten Optionen prüfe«.
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