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Deutsche Rollenspiel-Experten warnen vor einem großen KI-Betrug rund um Dungeons & Dragons

Tabletop-Rollenspiele geraten immer öfter ins Visier von KI-Slop und waschechten Betrügern, die das schnelle Geld wittern.

Da wirkt der Vampir Strahd im Vergleich fast wie der sympathischere Blutsauger. Da wirkt der Vampir Strahd im Vergleich fast wie der sympathischere Blutsauger.

Wer als Rollenspiel-Fan auf sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook oder Tiktok unterwegs ist, bekommt dort vermehrt Werbung für scheinbar seriöse Produkte rund um Dungeons & Dragons angepriesen. Besonders häufig sind dort Spots für D&D Date Night zu sehen, von der Webseite RPG Maps Forge.

Wer sich oberflächlich mit der Webseite beschäftigt oder ihre Ideen und Konzepte interessant findet, könnte glatt denken, dass hier tatsächlich ein kleines Unternehmen in mühseliger Handarbeit unterhaltsame Kampfkarten oder romantische DnD-Abenteuer für zwei Personen verkauft. Doch der Eindruck täuscht gewaltig.

RPG Maps Forge ist eine von mehreren aktuellen Betrugsmaschen, um Fans von Nischenprodukten mit KI-generierter Billigware über den Tisch zu ziehen. Schon im Januar wiesen Rollenspiel-Experten wie etwa der YouTube-Kanal Orkenspalter auf die Ramschware hin, geändert hat sich seither wenig:

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Darum ist D&D Date Night sein Geld nicht wert

Orkenspalter hat sich sogar die Mühe gemacht, die für D&D Date Night angebotenen Produkte in Augenschein zu nehmen, und die Experten können mir mit garantierter Sicherheit sagen, dass euch hier kein hochwertiges Produkt erwartet, das für circa 30 Euro verkauft wird.

Verkauft werden ausnahmslos PDF-Sammlungen, die ihr selber ausdrucken müsst, sofern ihr die darin enthaltenen und beworbenen Karten und Tokens auch verwenden wollt. Allerdings sind auch die Abenteuer an sich, die auf Pärchen ausgelegt sein sollen, ziemlicher Unfug. Orkenspalter bezeichnet das erzählerische Niveau auf dem Level eines maximal 9-Jährigen.

Hinzu kommen zahlreiche Formfehler, sinnlose Plotaufhänger, schlechte Übersetzung und sogar falsche Regelkenntnis von Dungeons & Dragons. Illustriert sind die Produkte scheinbar vollständig mit von KI generierter Kunst, auch die Webseite ist voll davon. Obendrein wird ein eigener zum Abenteuer passender Soundtrack beworben. In Wahrheit verlinken sie nur auf eine Spotify-Playlist mit fast 250 (!) bekannten Musikstücken aus Filmen oder Serien.

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Kein Einzelfall und mehr als nur AI-Slop

Das allein sollte für eine Warnung bereits ausreichen, da hier offensichtlich ein minderwertiges Produkt für viel zu viel Geld verkauft wird. Doch es reicht noch tiefer und es scheint sich sogar um einen regelrechten Betrugsfall zu handeln, bei dem Kunden getäuscht und Urheberrechte verletzt werden.

Der Blogger Professor Grimm hat einen tiefergehenden Blick auf RPG Maps Forge geworfen sowie auf eine ziemlich ähnliche Webseite namens RPG Tabletops. Hier wurde herausgearbeitet, wie die Webseiten ihre Kunden täuschen und ein scheinbar seriöses Produkt vorgaukeln. Dazu gehören:

  • Logos: Bei D&D Date Night wird auf den Produkten teilweise mit einer minimal abgewandelten Variante des offiziellen DnD-Logos gearbeitet. Zwar dürfen Drittanbieter mit DnD-Regeln aufgrund der offenen Lizenz durchaus selbst Geld verdienen, doch normalerweise ist hier darauf zu achten, dass sie nicht als offizielle DnD-Produkte erscheinen. Daher finden sich auf seriösen Drittanbieterprodukten keine solchen Logos.
  • Rezensionen: Glaubt man den tausenden Bewertungen auf den Webseiten, haben die Unternehmen zahlreiche zufriedene Kunden. Allein die reine Masse an Bewertungen ist hier schon enorm unglaubwürdig bei derartigen Produkten. Doch darüber hinaus gibt es noch weitere Hinweise. Die Texte wirken oft gestellt, die angehängten Fotos haben dieselbe Tischdecke oder sind alle am selben Tag entstanden. Viele Rezensionen sind nicht verifiziert und selbst die, die es sind, lassen sich laut Professor Grimm leicht fälschen. Hinzu kommen scheinbar gestellte Videorezensionen.
  • Rabatte: Die Produkte auf den Webseiten sind in der Regel durchgehend um 50 Prozent reduziert. Das sind dann immer Weihnachtsangebote oder Neujahrsangebote oder einfach wie gerade Mai-Angebote. Hier wird mit gefälschten Mondpreisen gearbeitet, die suggerieren sollen, dass sich nur jetzt gerade der Kauf wirklich lohnt und ein zeitlich begrenzter Rabatt wartet.
  • Falsche Aussagen: Beide Unternehmen scheinen die Kunden massiv mit falschen Behauptungen und gefälschten KI-Bildern glauben lassen zu wollen, dass die Produkte von klassischen, liebenswerten Nerds stammen. Doch Namen und Bilder der Gründer sind oft nicht glaubwürdig. In den sozialen Netzen behaupten die Unternehmen zudem oft, dass sämtliche Inhalte und Bilder nicht von KI generiert wurden. Beides erscheint gemessen an den Bildern und den Texten extrem unwahrscheinlich.
  • Geklaute Kunst: Obendrein konnte in mehreren Fällen festgestellt werden, dass die Webseiten Battle Maps verkaufen, die offensichtlich auf den Werken anderer Künstler basieren. So sind bei einigen Karten die Layouts nahezu identisch mit denen anderer, seit langem bekannter Künstler. Lediglich der Stil der Maps wurde komplett ausgetauscht.

Es sind sicherlich nicht die einzigen und nicht die letzten Webseiten dieser Art. Aktuell bewegt sich hier wenig und auch offizielle Stellen haben sich offenbar noch nicht eingeschaltet. Oft sind die Standorte dieser Webseiten auch in Rumänien oder Dubai.

Das macht es schwieriger, dem Ganzen einen Riegel vorzuschieben. Bleibt deshalb unbedingt wachsam und informiert euch ausführlich, wenn ihr auf einer Webseite shoppt, der ihr nicht schon lange vertraut.

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