OLED, Mini-LED, Micro-LED und Co.: Was taugt wofür? Vor- und Nachteile im Überblick

Habt ihr euch schon einmal gefragt, worin sich OLED-Displays von Mini-, Micro- und QLED-Bildschirmen unterscheiden? Wir haben die Antwort für euch.

von Sara Petzold,
08.09.2021 11:27 Uhr

TV-Geräte und Gaming-Monitore nutzen unterschiedliche Display-Technologien. Wir erklären ihre Vor- und Nachteile. TV-Geräte und Gaming-Monitore nutzen unterschiedliche Display-Technologien. Wir erklären ihre Vor- und Nachteile.

OLED, Mini-LED, Micro-LED und QLED sind die neuen Schlachtrufe bei TV-Geräten und auch bei Gaming-Monitoren halten die Techniken immer mehr Einzug.

Doch was verbirgt sich hinter den Begriffen und was sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Display-Varianten? In diesem Guide liefern wir die Antworten auf diese Fragen. Wenn ihr außerdem wissen möchtet, ob sich der Kauf eines Curved-Displays für euch lohnt, hilft euch folgender Artikel weiter:

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OLED-Displays: Organisch und selbstleuchtend

Wie funktioniert ein OLED-Display? Die Abkürzung OLED steht für Organic Light Emitting Diode (dt.: organische lichtemittierende Diode). Ein Display mit OLED-Technologie besteht aus einer dünnen Schicht organischer Halbleiter, die sich zu Millionen selbstleuchtender Pixeln zusammensetzen und Bilddarstellung übernehmen.

Die neue Nintendo Switch Pro setzt auf ein OLED-Display. Die neue Nintendo Switch Pro setzt auf ein OLED-Display.

OLED-Displays benötigen im Gegensatz zu LCD- und LED-Displays keine Hintergrundbeleuchtung. Deshalb kann das Display einzelne Pixel unabhängig voneinander beleuchten oder ausschalten. Teile des Bildschirms, die schwarz sein sollen, erscheinen dann auch wirklich schwarz, was im Vergleich zu anderen Displaytechnologien wie LCD und LED für besonders gute Kontraste sorgt.

LCD vs. LED

Heutzutage sind quasi alle LCD- gleichzeitig auch LED-Bildschirme. LCD steht für »liquid crystal display«, zu deutsch: Flüssigkristallanzeige. Da die Flüssigkristalle nicht selbst leuchten, müssen sie von hinten beleuchtet werden. Das geschieht über LEDs (»light-emitting diodes«, Leuchtdioden). Daher wird auch von LCD-LED-Geräten gesprochen.

Was sind die Vor- und Nachteile eines OLED-Displays? Die Vor- und Nachteile von OLED-Displays sehen folgendermaßen aus:

Pro
  • Schwarz ist wirklich schwarz = hohe Kontraste und herausragende Farben
  • OLED-Panel geben im Vergleich zu LCD-Displays nur die Hälfte an blauem Licht ab und sind deshalb augenschonender
  • sehr niedrige Reaktionszeiten von bis zu 0,001ms möglich
  • nehmen wegen des Verzichts auf eine gesonderte Hintergrundbeleuchtung weniger Platz ein als andere Displays
Contra
  • teuer
  • Burn-In-Gefahr höher als bei anderen Technologien
  • Lebensdauer unter Umständen geringer als bei LCD-LED

Wie es sich mit einem 4K-TV mit OLED und 120 Hertz spielt, erfahrt ihr im folgenden GameStar-Test:

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Mini-LED-Displays: Günstige Alternative zu OLED

Was ist Mini-LED? Mini-LED-Displays sind im Kern LCD-Displays und arbeiten mit einer Hintergrundbeleuchtung für die bildgebenden Pixel. Der Unterschied zu herkömmlichen LCD-LED-Panels besteht darin, dass die LEDs, die das Display beleuchten, deutlich kleiner sind als herkömmliche Leuchtdioden.

Weil Hersteller auf diese Weise eine größere Zahl an diesen Dioden verbauen können, können die Displays einzelne Bildbereiche besser ansteuern und dadurch höhere Kontraste und deutlichere Farben darstellen. Mini-LEDs verringern deshalb auch eines der Hauptprobleme von LCD-Displays: Richtig sattes Schwarz kann nicht dargestellt werden und erscheint eher grau.

Mini-LEDs liefern gegenüber herkömmlichen LCD-LED-Displays deutlich bessere Schwarzwerte und reichen dadurch näher an die Qualität von OLED-Geräten heran.

Welche Vor- und Nachteile hat die Mini-LED-Technologie? Mini-LED-Displays kommen mit folgenden Vor- und Nachteilen daher:

Pro
  • günstiger als OLED-Displays
  • bessere Helligkeit und Kontraste als normale LED-Displays
  • keine Burn-In-Gefahr
  • kein Verlust an Bildqualität mit zunehmender Nutzungsdauer
Contra
  • benötigt wegen der Hintergrundbeleuchtung mehr Platz für das Gehäuse als OLED-Displays
  • kann nicht ganz mit den Kontrast- und Farbwerten von OLED-Displays mithalten
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Micro-LED-Displays: Ein Nischenprodukt mit Zukunftspotenzial

Was hat es mit der Micro-LED-Technologie auf sich? Micro-LED-Displays bestehen wie OLEDs aus einer großen Menge selbstleuchtender Elemente, mit einem wichtigen Unterschied: Micro-LEDs bestehen aus normalen LEDs, sind also anorganisch. Sie sind werden allerdings mikroskopisch klein hergestellt.

Der Verzicht auf organischen Halbleiter hat einen handfesten Nutzen: Die Helligkeit und die Farben des Displays bleiben erhalten und verringern sich nicht mit zunehmendem Gebrauch des Bildschirms. Allerdings ist die Herstellung von Micro-LED-Displays sehr aufwändig, weil die einzelnen Elemente exakt platziert werden müssen, damit es nicht zu Unschärfen und ungenauer Farbdarstellung kommt.

Welche Vor- und Nachteile bringt Micro-LED mit sich? Wie OLED- und Mini-LED-Displays besitzen auch Micro-LED-Bildschirme eine Reihe an Vor- und Nachteilen:

Pro
  • Burn-In ist praktisch ausgeschlossen
  • sehr hohe Helligkeit und Kontrast, der es mit OLED-Displays aufnehmen kann
  • viel längere Lebensdauer als OLED
Contra
  • noch teurer als OLED
  • wegen der schwierigen Produktionsbedingungen noch ein Nischenprodukt und bislang nicht für Displays unter 77 Zoll verfügbar

QLED-Displays: Samsungs Sonderweg

Wie funktionieren QLED-Displays? Bei den sogenannten QLED-Displays handelt es sich um eine vom koreanischen Hersteller Samsung entwickelte LED-Technologie, bei der herkömmliche LCD-Panels zum Einsatz kommen. QLED setzt also anders als OLED und Micro-LED auf die bewährte Hintergrundbeleuchtung.

Der Unterschied zu anderen LED-Displays besteht hier aber darin, dass QLED-Displays einen zusätzlichen Quantum-Dot-Filter besitzen. Dabei handelt es sich um eine Schicht aus kleinen Halbleiter-Kristallpartikeln, die das eigentlich LED-Licht absorbiert und in die Grundfarben Rot, Grün und Blau in die Flüssigkristallschicht abstrahlt. Das sorgt dafür, dass QLED-Displays ein besonders breites Farbspektrum darstellen können und mit bis zu 4.000 Nits auch noch ziemlich hell sind.

Welche Vor- und Nachteile bringt QLED mit sich? QLED-Displays haben folgende Vor- und Nachteile:

Pro
  • bessere Kontraste und Helligkeit als normale LCD-LED-Displays
  • günstiger als OLED-Displays
  • keine Burn-In-Gefahr
  • zusätzlicher Ambient-Modus sorgt für Anpassung der Beleuchtung an die Umgebung des Displays
Contra
  • Lebensdauer bei preisgünstigeren Modellen noch nicht eindeutig zu beurteilen
  • insgesamt bei Kontrast und Bildschärfe der OLED-Technologie unterlegen

QLED mit Mini-LED

QLED lässt sich auch mit Beleuchtungstechniken wie Mini-LED kombinieren. So gibt es etwa Geräte des Herstellers TCL, die über eine Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung samt Quantum-Dots verfügen.

Ihr seht also: Es hat einen Grund, dass sich die Display-Hersteller bislang noch nicht auf eine ganz bestimmte Technologie eingeschossen haben. Jede Variante erfüllt unterschiedliche Anforderungen. Ihr solltet bei der Wahl eures künftigen Fernsehgerätes oder Displays also genau überlegen, welche Variante sich gemessen an ihren Vor- und Nachteilen am besten für eure Konfiguration eignet.

Im Gaming-Bereich spielen vor allem die unterschiedlichen LCD-Techniken eine Rolle. Was die Stärken und Schwächen der einzelnen Paneltypen sind, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

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Was meint ihr? Ist Micro-LED die Zukunft? Und welche TV-Geräte und PC-Bildschirme nutzt ihr? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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