OpenAI bringt GPT-5.5: Eine »neue Intelligenzklasse« soll autonomes Arbeiten voranbringen – verlangt aber auch mehr pro Token

OpenAI hat GPT-5.5 veröffentlicht, das neben einigen Verbesserungen auch mit einer Verdoppelung der Token-Preise daherkommt.

MIT GPT-5.5 will OpenAI die autonome Aufgabenbearbeitung weiter vorantreiben. (Bildquelle: OpenAI) MIT GPT-5.5 will OpenAI die autonome Aufgabenbearbeitung weiter vorantreiben. (Bildquelle: OpenAI)

Sieben Wochen nach GPT-5.4 veröffentlicht OpenAI das nächste Modell in seinem rasant rotierenden Line-up: GPT-5.5 ist ab sofort in ChatGPT und Codex verfügbar.

Laut der zugehörigen Ankündigung wurde das Modell primär für mehrstufige, autonome Aufgabenbearbeitung trainiert – im Unterschied zu Vorgängermodellen, die auf schnelle Einzelantworten ausgerichtet waren.

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Vor allem mehrstufige Aufgaben sollen profitieren

Der zentrale Unterschied zu GPT-5.4 liegt laut der OpenAI-Ankündigung insbesondere in der Qualität der Agenten-Ausführung.

Das Modell wurde demnach primär für Aufgaben optimiert, bei denen der Projektfortschritt vom Reasoning-Prozess über langen Kontext hinweg mitsamt zeitlich aufwendigen Handeln abhängt. Deshalb spricht OpenAI auch von einer »neuen Intelligenzklasse«, die mit der neuen Version erreicht wird.

OpenAI-Präsident Greg Brockman gab in diesem Kontext gegenüber VentureBeat die Richtung vor, die mit GPT-5.5 eingeschlagen werden soll:

Es ist extrem gut im Coding. Und stark in breiteren Computeraufgaben oder wissenschaftlicher Forschung – Anwendungstypen, bei denen hohe Intelligenz der eigentliche Flaschenhals ist.

Insgesamt sieht OpenAI mit der neuen Version folgende Verbesserungen:

  • GPT-5.5 erledigt Coding-Aufgaben in Codex mit signifikant weniger Token als der Vorgänger – bei besseren Ergebnissen, wie OpenAI verspricht. Das kommt allerdings auch mit einem Haken (dazu später mehr).
  • Die in GPT-5.4 eingeführten Computer-Use-Fähigkeiten – gemeint ist das selbstständige Bedienen von Anwendungen und Interfaces – sollen etwas flüssiger vonstatten gehen.
  • OpenAI hebt zudem wissenschaftliche Forschung als besonderes Stärkefeld hervor: Das neue Modell soll in Mathematik, Physik und naturwissenschaftlichem Reasoning spürbar besser als GPT-5.4 abschneiden.
  • Trotz erhöhter Kapazität entspreche GPT-5.5 in der Per-Token-Latenz dem Vorgänger.
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Preis pro Million Tokens verdoppelt sich

Und hier wie versprochen der erwähnte Haken: Die neue Version lässt sich OpenAI ordentlich vergüten, denn der Preissprung von GPT-5.4 auf GPT-5.5 ist der stärkste in der GPT-5-Reihe bisher.

ModellInput / 1M TokenOutput / 1M Token
GPT-5.42,5 US-Dollar15 US-Dollar
GPT-5.55 US-Dollar30 US-Dollar
GPT-5.5 Pro30 US-Dollar180 US-Dollar

OpenAI argumentiert, dass GPT-5.5 in Codex für die meisten Aufgaben deutlich weniger Token als GPT-5.4 verbraucht – und sich die Kostensteigerung dadurch zumindest teilweise selbst kompensiert. Ob das in der Praxis aufgeht, werden die ersten Abrechnungen der API-Nutzer zeigen.

Für Free-Nutzer steht GPT-5.5 zum Start indes nicht zur Verfügung. Die API-Version soll »sehr bald« folgen; ein genaues Datum nannte OpenAI nicht.


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GPT-5.5 macht nicht alle Vergleiche klar

Natürlich garniert OpenAI die Vorstellung der neuen GPT-Version mit hauseigenen Benchmarks, die die Vorzüge von Version 5.5 hervorheben soll.

Allerdings: Nicht alle der Disziplinen wurden lückenlos mit den entsprechenden Vergleichswerten befüllt, sodass sich nur schwer einschätzen lässt, wie gut der Sprung auf GPT-5.5 tatsächlich ausfällt.

  • So erklärt OpenAI beispielswesie, dass GPT-5.5 um sechs Prozentpunkte im akademischen GeneBench-Test gegenüber dem Vorgänger zulegt.
  • Wie sich die neue Version in diesem Benchmark mit Claude Opus 4.7 verhält, verschweigt OpenAI aber; dieses Bild der fehlenden Vergleichswerte zieht sich durch so einige Werte durch.

Immerhin: In den vereinzelten Direktvergleichen, die man sich zugesteht, schlägt die neue GPT-Version die Claude-Konkurrenz mit knappen Vorsprüngen – etwa im GDPVal-Benchmark (84,9 vs. 80,3 Prozent).

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