Die Türkei zieht die Schlinge um Steam radikal zu – und bei Social Media wirds sogar noch krasser

Ein neues Gesetz in der Türkei erhöht die Anforderungen an Steam und Co. deutlich.

Das neue Gesetz in der Türkei verschärft den Jugendschutz. (Bild: Hüseyin Sevgi auf Pixabay) Das neue Gesetz in der Türkei verschärft den Jugendschutz. (Bild: Hüseyin Sevgi auf Pixabay)

In der Türkei wurde ein neues Gesetz verabschiedet, das zukünftig deutlich höhere Ansprüche an Spieleplattformen wie Steam und Co. stellt. Noch härter trifft es allerdings Social-Media-Unternehmen.

Die Türkei präzisiert den Jugendschutz

Über das neue Gesetz hatte unter anderem GamesBeat mit Verweis auf eine offizielle Regierungsmeldung berichtet. Sobald das Gesetz in Kraft tritt, haben die Unternehmen sechs Monate Zeit, um die nötigen Anpassungen vorzunehmen.

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Das ändert sich: Die für Steam und Co. wohl wichtigste Neuerung ist, dass Spieleplattformen keine Spiele mehr anbieten dürfen, die nicht ordnungsgemäß eingestuft wurden. Spiele ohne Alterskennzeichnung werden automatisch auf »ab 18« festgelegt.

Zudem müssen die Plattformen klare, verständliche und benutzerfreundliche Jugendschutzfunktionen anbieten. Dazu gehört etwa die Kontrolle über Kontoneinstellungen durch die Eltern.

Weitere Änderungen sehen wie folgt aus:

  • Jede Spieleplattform mit mindestens 100.000 türkischen Nutzern ist zudem dazu verpflichtet, einen juristischen Vertreter in der Türkei zu benennen. Dieser muss auf der Webseite klar benannt werden und auf Regierungsanfragen innerhalb einer strikten Zeitangabe reagieren.
  • Für Verstöße gegen die neuen Auflagen drohen hohe Geldstrafen bis hin zu Limitierungen des Zugriffs. Laut einer türkischen Gaming-Association waren die ursprünglichen Pläne noch deutlich strikter, so sollten ungekennzeichnete Spiele etwa komplett entfernt werden müssen.

Social Media trifft es noch härter: Im Vergleich zu den neuen Social-Media-Regelungen kommen Steam und Co. aber noch vergleichsweise glimpflich davon. Social Media ist in der Türkei nach dem neuen Gesetz nämlich grundsätzlich erst ab 16 Jahren erlaubt.

Die Plattformbetreiber müssen schnell auf Entfernungsanfragen der Regierung reagieren und sicherstellen, dass das gelöschte Material nicht erneut hochgeladen werden kann. Auch die Daten müssen weitergegeben werden.

Sollten die neuen Regelungen nicht eingehalten werden, kann die Bandbreite für diese Unternehmen reduziert werden. Auch Werbemöglichkeiten können so eingeschränkt werden. Werbung ist bei den meisten Plattformen die wichtigste Einnahmequelle.

Die neuen Auflagen für Steam erinnern durchaus auch an Änderungen in Deutschland, in deren Folge Ende 2024 zahlreiche Steam-Spiele gesperrt wurden.

Weder die großen Spieleplattformen noch die Betreiber der wichtigsten Social-Media-Dienste haben bisher auf die Ankündigung reagiert. Das Gesetz wurde offiziell beschlossen, ist aber noch nicht in Kraft getreten. Wann das passiert, ist noch unklar.

Was haltet ihr von diesen Änderungen? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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