OpenAIs erster hauseigener KI-Chip soll es in einer Disziplin nicht nur mit Nvidia aufnehmen – sondern sogar übertrumpfen

OpenAIs Jalapeño-Chip lässt in ersten Benchmarks die Inferenz-Muskeln spielen: Gegenüber Nvidias (noch) aktuellem GB300-Chip will man klare Vorteile bieten.

Vor fast genau zwei Monaten präsentierte OpenAI in Kooperation mit Broadcom seinen ersten eigenen KI-Prozessor. Der Jalapeño genannte Inferenz-Chip soll dabei insbesondere auf die Anforderungen großer Sprachmodelle zugeschnitten sein.

Konkrete Benchmarks reichte OpenAI nun zur Hot-Chips-Konferenz nach: Jalapeño soll dabei Nvidia mehr als nur die Stirn bieten – wobei solche Aussagen von Herstellern natürlich immer mit etwas Argwohn betrachtet gehören.

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Drei Modelle, drei Siege ...

Den nackten Zahlen des offiziellen OpenAI-Eintrags sowie der zugehörigen SemiAnalysis-Analyse nach zu urteilen, sollte sich aber Nvidia tatsächlich in Acht nehmen.

Der auf KI-Inferenz ausgelegte Chip schlägt sich im Vergleich zum (noch) aktuellen Blackwell GB300 von Nvidia nämlich mehr als nur passabel: Mit seiner TDP von 700 Watt erzielte demnach eine 1,5- bis 1,9-fache höhere Durchsatzleistung pro Kilowatt – gegenüber den mit 1.200 bzw. 1.400 Watt bestückten GB200 und GB300.

  • Auch bei der End-to-End-Latenz kann OpenAI Geschwindigkeitsvorteile mit einem Faktor von 1,7 bis 3,6 vorweisen; in Tests mit extrem niedrigen Latenzen soll der Effizienzfaktor auf bis zu 100-fache ansteigen.
  • OpenAI weist zudem daraufhin, dass die dauerhafte gemessene Leistungsaufnahme bei 550 Watt lag, währnd sämtliche Vergleichs-GPUs auf Basis der offiziellen TDP-Werte normiert wurden.

Dabei gab es zumindest keine offensichtliche Bevorzugung hauseigener Modelle: Getestet wurden sowohl GPT-OSS 120B, DeepSeek R1 670B als auch Kimi K2.5 – und in allen Metriken soll Jalapeño vorne liegen.

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... mit zwei Einschränkungen

Allerdings sind diese Ergebnisse aus zweierlei Gründen – selbst von komplettem Wahrheitsgehalt ausgehend – kein Weltuntergang für Nvidia, AMD oder Google. Jalapeño versteht sich zunächst als reiner Inferenz-Chip; gemeint ist also die Phase, in der ein bereits fertig trainiertes Modell auf Nutzeranfragen antwortet.

  • Genau dieses Training ist jedoch deutlich rechenintensiver (und für manche wichtiger in der Gegenüberstellung von Chips), sodass etwa Nvidias GB300-Chip in diesem Kontext weiter der Krösus bleibt.
  • Zudem steht der GB300 selbst kurz davor, aus dem eigenen Haus abgelöst zu werden: GB400 alias Vera Rubin soll zum Jahresende in den Startlöchern stehen, wird in den OpenAI-Benchmarks aber mit keinem Wort erwähnt.

An der Entwicklung des KI-Chips Jalapeño war – wie soll es anders sein – zumindest teilweise auch eine KI beteiligt.


Das macht den Vergleich allein dadurch schon etwas unfair, dass Nvidia GB300 nur auf das langsamere HBM3e setzt; Jalapeño und das kommende Vera Rubin indes auf HBM4. Entsprechend ist abzuwarten, wie weit die OpenAI sich tatsächlich gegen die Nvidia-Flaggschiffe durchsetzen kann – ein vielversprechender Start für OpenAI dürfte so aber allemal in Aussicht stehen.


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