Der deutsche Tech-YouTuber Roman »der8auer« Hartung warnt in einem aktuellen Video vor einer erneuten Verteuerung von PC-Hardware: Rohstoffe wie Kupfer und Zinn haben sich innerhalb weniger Monate so stark verteuert, dass Hersteller zunehmend unter Druck geraten.
Anders als bei der anhaltenden Speicherkrise ist die Ursache damit nicht im DRAM-Segment, sondern an der Basis der gesamten Fertigungskette zu finden - bei den Metallen selbst. Auslöser für das der8auer-Video war eine Bestellung von Kupferplatten für Wasserkühler bei seinem Unternehmen Thermal Grizzly, bei der sich Lieferzeiten und Preise drastisch verändert haben.
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3.000€ für eine Grafikkarte? Die Hardware-Krise ist zurück – und sie ist schlimmer!
Kupfer, Zinn und die neue Kostenwelle
Statt üblicher ein bis zwei Wochen Lieferzeit seien ihm im Herbst 2025 plötzlich mehrere Monate Wartezeit und unsichere Preise genannt worden, weil die Kupferbestände in Europa »sehr, sehr schlecht« seien.
Ein alternativer Lieferant habe zwar schneller liefern können, jedoch zunächst mit rund 40 Prozent Aufschlag – und inzwischen liegt der Preis laut der8auer sogar rund 50 Prozent über dem früheren Niveau.
Diese Angabe bezieht sich allerdings auf den USD-Preis; der Effekt wird durch den schwachen US-Dollar also weiter verstärkt. Aber auch der Euro-Blick auf die Preisentwicklung von Kupfer über die vergangenen 12 Monate lässt Böses erahnen: Rund 30 Prozent Plus sind eine ordentliche Hausnummer.
Dabei bleibt es jedoch nicht: Auch Zinn, das für Lötprozesse, Radiatoren und andere Komponenten wichtig ist, habe im selben Zeitraum nochmals stärker angezogen. Laut der8auer ist der Zinnpreis in Euro gerechnet um etwa 60 Prozent gestiegen.
- Von dieser Kostenexplosion betroffen dürften besonders große GPU-Wasserkühler sein, die in der Fertigung zwei bis drei Kilogramm Kupfer als Rohmaterial benötigen, auch wenn am Ende nur 700 bis 1.000 Gramm im fertigen Kühler landen.
- Diese Aussage stammt von Andreas Rudnicki, dem CEO des Herstellers Alphacool, der im Übrigen damit rechnet, dass gegen Ende Februar die Preise nochmal nach oben schießen werden. Rund fünf bis zehn Prozent müssen auf die hauseigenen Produkte draufgeschlagen werden.
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Die aktuelle Rohstoffproblematik dürfte indes nicht nur Kühlungen betreffen: Wie der8auer erklärt, sind Kupfer und Zinn in »praktisch jeder Art von Elektronik verbaut«. Die Preisexplosion dürfte sich ähnlich wie bei der Speicherkrise entsprechend auch auf weitere Komponenten ausbreiten.
Zwar werden sich die Umstände nicht sofort im Regalpreis bemerkbar machen – Hersteller und Händler planen immerhin weit im Voraus –, aber im Laufe des Jahres werde bei zahlreichen Unternehmen eine Veränderung stattfinden.
- Für sein eigenes Unternehmen Thermal Grizzly müsste ein GPU-Wasserkühler bei einem ursprünglichen Preis von 500 Euro etwa 550 Euro kosten, um die gestiegenen Preise abzufangen.
- Mit einer solchen Erhöhung würde sich eigenen Angaben zufolge nicht einmal die Marge pro Stück erhöhen.
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