Wer in den letzten Wochen nicht unter einem Stein gelebt hat und sich auch nur ein kleines bisschen mit Gaming-Hardware beschäftigt, der weiß, was der Hintergrund dieses Artikels ist.
Die Speicherkrise. Ausgelöst wurde sie durch den hohen RAM-Bedarf von großen KI-Rechenzentren.
Eine schlechte Nachricht folgt auf die andere. Und ihr Inhalt lässt mich befürchten, dass uns die größte Hardware-Krise bevorsteht, die es je gegeben hat.
Update, 14.01.2026: Auch im Rahmen unserer Show Find Your Next Tech zur CES 2026 haben wir über die aktuelle Hardware-Krise gesprochen. Das passende Talk-Video folgt auf dem Fuße.
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3.000€ für eine Grafikkarte? Die Hardware-Krise ist zurück – und sie ist schlimmer!
Von schlechter Verfügbarkeit und extrem hohen Preisen können zwar vor allem PC-Spieler längst ein Liedchen singen (dazu gleich mehr). Bislang waren davon aber primär Grafikkarten betroffen.
Aktuell sieht das anders aus, wodurch das mögliche Ausmaß der Krise erst deutlich wird.
Zwei Blicke zurück
Beginnen wir mit einem etwas weiteren Blick in die Vergangenheit.
Stark steigende Preise und schlechte Verfügbarkeiten haben wir im Bereich des PC-Gamings bislang vor allem zu den folgenden beiden Zeitpunkten erlebt:
- 2017 bis 2018: Erster Mining-Boom (primär Mittelklasse-Grafikkarten betroffen)
- 2020 bis 2022: Zweiter Mining-Boom und Corona-Pandemie (die meisten Grafikkarten betroffen, aber auch Computer-Chips im Allgemeinen inklusive Hardware wie Konsolen)
Auch danach kam es in gewissen Zeiten noch zu Lieferproblemen und hohen Kosten, etwa jeweils zum Release der ersten Modelle aus Nvidias GPU-Generationen RTX 4000 und RTX 5000.
Tendenziell hat sich die Lage aber wieder etwas beruhigt, wenn man das aus verschiedenen Gründen deutlich gestiegene Preisniveau für GPUs mal hinnimmt – zumindest bis vor Kurzem.
Es folgt ein jüngerer Blick auf aktuelle Nachrichten im Kontext der Speicherkrise.
Sie wurden im Zeitraum vom 21. Oktober bis 13. Januar 2026 auf GameStar.de veröffentlicht. Je höher die Meldung in der folgenden Tabelle steht, desto jünger ist sie.
Bemerkenswert ist nicht allein die schiere Menge an Nachrichten zu diesem Thema innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums, sondern auch die verschiedenen Produkte, die darin auftauchen. Von Grafikkarten über Laptops und SSDs bis hin zu Smartphones ist alles Mögliche dabei.
Überraschend kommt das nicht:
- Einerseits, weil viel Hardware RAM benötigt, um zu funktionieren.
- Andererseits, weil diese Hardware wiederum mit weiteren Produkten zusammenhängt, die nicht oder nur in geringen Mengen auf Speicher angewiesen sind (etwa Mainboards mit PCI-Express-Slot für GPUs).
Doch das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht.
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Nvidia ACE in The Oversight Bureau: Demo auf der IFA 2025
Neue schlechte Nachrichten für Spieler
Zuletzt hatte vor allem Nvidia mit negativen RAM-Schlagzeilen zu kämpfen. Die Verschiebung der neuen Super-Modelle der RTX-5000-Reihe zeichnet sich dabei schon länger ab, jüngsten Gerüchten zufolge trifft es nun aber auch die aktuellen GPUs:
- Ein deutscher Händler soll davon berichten, aktuell keine RTX 5070 Ti, RTX 5080 und RTX 5090 verkaufen zu können und die RTX 5070 nur noch in begrenzter Menge.
- Die RTX 5090 ist in den vergangenen Wochen bereits deutlich im Preis gestiegen. Während sie Mitte 2025 für etwa 2.300 Euro zu haben war, ist sie aktuell bei der 3.000-Euro-Marke angekommen.
- Die Speicherkrise könnte außerdem für ein erneutes Comeback der RTX 3060 aus dem Jahr 2021 sorgen. Ursprüngliche Pläne, ihre Produktion endgültig einzustellen, sind laut einem aktuellen Gerücht wieder vom Tisch.
Was ist mit Radeon-GPUs? Von AMD war 2026 zwar ohnehin nicht mit viel frischem GPU-Futter zu rechnen. Preiserhöhungen und Knappheit werden aller Voraussicht nach aber auch die RX-9000-Karten betreffen.
Wir müssen uns also auf eine schlechtere Verfügbarkeit und steigende Kosten bei allen aktuellen Grafikkarten einstellen.
Damit verbunden ist die Rückkehr von älteren Komponenten zu höheren Preisen als bisher, die nicht auf die neuesten RAM-Generationen setzen (DDR5/GDDR7). Das gilt nicht nur für GPUs wie die RTX 3060 (nutzt GDDR6), sondern auch für ältere CPU-Plattformen wie AM4 (nutzt DDR4).
Ein düsterer Hardware-Ausblick
Die Zukunft für Gaming-Hardware und andere Komponenten für Endkunden, die eine gewisse Menge an Speicher benötigen, sieht alles andere als rosig aus.
Valve kann einem fast schon leidtun, mit dem Release der neuen Steam Machine zehn Jahre nach dem ersten Anlauf ausgerechnet diesen denkbar ungünstigen Zeitpunkt zu erwischen.
Schnell lösen lässt sich das Problem nicht, mal ganz unabhängig davon, wie früh man es hätte kommen sehen können (oder sollen):
- Neue Fabriken für die Produktion von mehr RAM können die drei großen Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron nicht mal eben aus dem Boden stampfen.
- Gleichzeitig schwebt für sie über allem die Sorge über das Platzen der KI-Blase: Was, wenn man in eine Zukunft mit riesigem RAM-Bedarf investiert, die es dann doch nicht in der erwarteten Form gibt (oder die in sich zusammenbricht)?
So oder so bin ich mir sicher, dass die schlechten Speicher-Nachrichten im Jahr 2026 nicht so schnell abreisen werden, ganz im Gegenteil. Es ist eher davon auszugehen, dass sie uns über dieses Jahr hinaus begleiten.
Welche Auswirkungen das auf die verschiedenen Teile der Branche und auf uns als Endkunden im Detail haben wird, ist schwer abzusehen. Gleiches gilt für die Frage, wie hoch und langanhaltend die Nachfrage durch KI-Rechenzentren bleibt.
Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, euch neue Hardware zu kaufen, solltet ihr es aber lieber jetzt noch tun als länger damit zu warten.

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