Nach der Hitze: Das solltet ihr jetzt sofort für euren Rasen tun, damit er sich erholen kann!

Dürre. Hitzestress. Verbrannter Rasen. Auch meine Wiese schaut nach den vergangenen Wochen schlimm aus. Diese drei Dinge solltet ihr jetzt sofort tun, damit sich euer Rasen erholen kann.

Auch mein Rasen ist nach der Hitzewelle verbrannt: Drei Dinge solltet ihr jetzt sofort tun! Auch mein Rasen ist nach der Hitzewelle verbrannt: Drei Dinge solltet ihr jetzt sofort tun!

Nach der krassen Rekord-Hitzewelle der vergangenen Wochen sieht auch mein Rasen eher nach afrikanischer Steppe denn nach gesunder Wiese aus. Ist der Rasen deswegen verloren? Noch lange nicht! Wenn ihr jetzt drei Dinge tut, am besten noch diese Woche, wird er schon bald wieder saftig grün sein.

Hier möchte ich euch in drei Schritten erklären, wie ihr euren Rasen wieder auf Vordermann bringt. Und außerdem möchte ich euch vor den gröbsten Fehlern warnen, die man dabei leicht begehen kann.

Das sollte jetzt jeder für seinen Rasen daheim haben!
Frederic Hamann
Frederic Hamann

Frederic ist einer unserer alten Hasen im Team - das spiegelt sich auch an seinen Hobbys wieder: Kochen, Roboter und Garten. Er kümmert sich zumeist liebevoll um seine kleine grüne Oase, die in den letzten Wochen sehr unter der Hitze gelitten hat. Zum Glück kennt er sich gut mit allen Themen rund um's Grün aus, weswegen er weiß, was jetzt zu tun ist.

Rasen verbrannt - das erste, was ihr jetzt tun solltet, ist: Hand anlegen!

Knochentrocken, bockhart und sandfarben: Das beschreibt aktuell meine Wiese ums Haus herum. Wie ihr unten auf dem Bild seht, hat mein Garten momentan eher was von Steppe als von Wiese. Aber ist er deswegen verloren? Keineswegs! Gräser sind erstaunlich widerstandsfähig und können, selbst wenn sie komplett verdorrt aussehen, regenerieren.

Gerade Mitte August beginnt ein ziemlich gutes Zeitfenster, um den Rasen gezielt aufzuarbeiten, erst recht nach den letzten Wochen.

Bevor der Rasen wieder wachsen kann, müsst ihr erstmal ausmisten

Hier seht ihr meine ehemalige Wiese. Wo noch vor einigen Wochen Grün vorherrschend war, ist jetzt alles vertrocknet. Hier seht ihr meine ehemalige Wiese. Wo noch vor einigen Wochen Grün vorherrschend war, ist jetzt alles vertrocknet.

Einen Vorteil hat die Trockenheit: Man sieht das Unkraut jetzt perfekt, denn oftmals ist das jetzt noch grün, wo der ganze Rasen außen rum verbrannt ist. Das könnt ihr jetzt besser entfernen denn je, da ihr genau wisst, wo ihr ansetzen müsst.

Der zweite Punkt hier betrifft euren Rasen selbst: Durch den Trockenstress liegt nun viel totes Material auf der Wiese. Das kann neuen Rasen daran hindern, zu wachsen. Daher solltet ihr nun als nächstes versuchen, das tote Material abzutragen, am besten mit einem eher weichen Rechen. Ganz wichtig dabei: Reißt nicht alles dörre Gras aus, sondern nur den dichten Rasenfilz.

Rasenfilz besteht aus alten Halmen, Wurzeln und organischem Material, das sich direkt über dem Boden sammelt. Eine dünne Schicht davon ist völlig normal. Wird sie aber zu dick, gelangen Wasser, Luft und später auch Rasensamen schlechter an den Boden. Am besten nehmt ihr dazu einen Vertikutierrechen.

Mit diesem Rechen entfernt ihr den Rasenfilz - gerade im Sale bei Amazon

Schritt 2: Nutzt den kommenden Regen und öffnet den Boden

Dieser Punkt wird gerne mal ein wenig unterschätzt, aber er ist elementar, wenn ihr wollt, dass der Rasen nicht nur einigermaßen wieder wächst, sondern richtig schön wird. Nach der wochenlangen Hitze und der Trockenheit ist der Boden nämlich stark verdichtet und fest. Unkraut kommt damit besser klar als Rasen, denn dessen Wurzeln brauchen neben Nährstoffen und Wasser auch eine gewisse Menge Sauerstsoff. Außerdem muss der Boden etwas locker sein, damit Regenwasser eindringt und sich keine Seen bilden.

Mit diesen Mitteln bringt ihr den Boden wieder auf Vordermann:

Mit Spikes an den Schuhen könnt ihr einfach den Boden lüften - und macht direkt noch was für den Körper! Mit Spikes an den Schuhen könnt ihr einfach den Boden lüften - und macht direkt noch was für den Körper!

Ich empfehle euch, mindestens eines davon anzuwenden - wer vorbildlich arbeiten will, dreht dabei gleich mehrere Runden:

Den ganzen Vorgang nennt man Aerifizieren. Das Belüften des Bodens ist, das kann man nicht oft genug betonen, wirklich wichtig für einen gesunden Rasen. Wer nur eine eher kleine Wiese hat, dem reichen die Spike-Schuhe. Bei größeren Flächen empfehle ich einen Akku-Vertikutierer, da ihr sonst wirklich absurd viel Aufwand habt.

Warum das ausgerechnet jetzt so wichtig ist

Wenn in den kommenden Tagen ohnehin Regen erwartet wird, könnt ihr den Boden vorher öffnen. Das Wasser versickert anschließend leichter dort, wo ihr es haben wollt. Bei sehr sandigem und ohnehin lockerem Boden müsst ihr dagegen nicht zwangsläufig die komplette Fläche bearbeiten. Es geht vor allem um die Stellen, bei denen ihr merkt, dass der Boden hart ist.

So einen Vertikutierer sollte jeder Gartenbesitzer haben!

Schritt 3: Nachsäen und den richtigen Dünger verwenden - aber Vorsicht!

Wenn ihr Schritt 1 und 2 erledigt habt, dann sieht euer Rasen vermutlich erstmal schlimm aus. Und tatsächlich ist er von all den Strapazen und dem Wetter angegriffen. Gleichzeitig ist das jetzt aber auch die Grundlage, um nach dem Entfernen des toten Materials nun dafür zu sorgen, dass gesunder Rasen nachwächst. Und dafür brauchen wir zwei Dinge: Aussaat und Dünger. Aber auch da gibt's einige wichtige Dinge zu beachten!

Rasen im Herbst aussäen: Wichtig, aber bitte richtig!

Ein Tag Arbeit kann dafür sorgen, dass es bei euch auch so aussieht wie auf dem Bild. Ein Tag Arbeit kann dafür sorgen, dass es bei euch auch so aussieht wie auf dem Bild.

Spätsommer und früher Herbst gehören zu den besten Phasen für eine Rasennachsaat. Der Boden besitzt noch reichlich Wärme aus dem Sommer, während die Lufttemperaturen langsam sinken. Gleichzeitig gibt es normalerweise wieder häufiger Niederschläge und die brauchen wir unbedingt. Wartet also ein wenig ab, bis die Wasserstände sich erholt haben, mehr Regen vorhergesagt ist oder eure Zisterne wieder aufgefüllt ist.

Ein ganz banaler, aber entscheidender Tipp: Kauft nicht die billigsten Samen. Denn Spreu und Weizen trennen sich hier massiv. Diese Rasensaaten würde ich euch empfehlen:

Für beschädigte Bestandsflächen eignet sich insbesondere eine RSM-3.2-Nachsaat. RSM bedeutet Regel-Saatgut-Mischung. Dabei handelt es sich um definierte Saatgutmischungen für bestimmte Einsatzbereiche. RSM 3.2 ist speziell auf die Regeneration bestehender Rasenflächen ausgelegt und enthält unter anderem schnell keimende Gräser.

Hier findet ihr wirklich gute RSM mit Keimbeschleuniger für perfekten Rasen

Meine Frau und ich haben Hunde und zwei Kinder - daher wird unser Rasen auch ganz ohne Dürreperiode strapaziert. Ich setze daher beim Nachsäen vor allem auf Sport- und Spielrasen, der nicht nur widerstandsfähig ist, sondern auch relativ gut erträgt, wenn unsere Vierbeiner mal auf das Gras urinieren. Denn ja, Hundeurin ist da sehr schädlich.

Diese Mischung empfehle ich Hundebesitzern

Achtung: Nicht sofort Dünger auf den Rasen geben!

Egal, wie schlimm Rasen aussieht: Mit ein wenig Arbeit wird daraus eine saftig grüne Wiese. Egal, wie schlimm Rasen aussieht: Mit ein wenig Arbeit wird daraus eine saftig grüne Wiese.

Bevor ihr jetzt anfangt wild Dünger auf euren Rasen zu schmeißen: Haltet ein! Auf den ersten Blick mag das Sinn ergeben, schließlich tun Nährstoffe ja gut, oder nicht? Tatsächlich ist es aber gar nicht so einfach. Besonders, wenn ihr viel nachsäen musstet, müsst ihr aufpassen. Gewöhnlicher, oft stark stickstoffhaltiger Dünger kann den jungen Saaten schaden.

Dafür gibt es sogenannten Starterdünger. Der wiederum enthält deutlich mehr Phosphor, der für die so wichtige Wurzelentwicklung benötigt wird:

Hier findet ihr guten Starterrasen für das Nachsäen

Herbstdünger ausbringen: Viel Kalium, aber gebt ihm Zeit

Lasst nun einige Wochen ins Land ziehen und sorgt dafür, dass der Rasen nicht wieder austrocknet. Sollte es nochmal so eine lange Dürreperiode ohne reichliche Niederschlag geben, bewässert unbedingt nach. Sind nun schließlich einige Wochen ins Land gezogen und ist der neue Rasen schon angewachsen, erst dann solltet ihr den Herbstdünger ausbringen.

Tut ihr das zu früh, könntet ihr sogar das Rasenwachstum behindern. Lasst es dafür ruhig mal Oktober werden. Mit diesem Dünger seid ihr da richtig beraten:

Hier geht's zum perfekten Herbstdünger!

Jetzt wisst ihr alles, um euren Rasen wieder zu reparieren

Ich war in den vergangenen Woche schon ein wenig geknickt, wenn ich meinen wüstenhaften Garten angeschaut habe. Glücklicherweise gibt's mittlerweile genug Wissen und Mittel, um selbst nach so einem Extremwetter wie in den vergangenen Wochen, Abhilfe zu schaffen.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie schnell und wie sehr sich Rasen regenerieren kann, selbst, wenn er augenscheinlich komplett verbrannt ist.

Der in meinen Augen wichtigste Schritt ist das Lüften des Bodens mit anschließendem Nachsäen. Das größte Fehlerpotenzial wiederum versteckt sich beim Dünger. Mit dem richtigen davon, könnt ihr allerdings sehr viel gewinnen.

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