Zugegeben, meine RX 9070 XT stand trotz bester Voraussetzungen vor einer schwierigen Ausgangslage. Zusammen mit einer High-End-CPU und jeder Menge anderer Hardware musste sie sich in ein echt winziges Gehäuse zwängen, und seitdem verlange ich ihr wirklich alles ab.
Hohe Temperaturen und Lüfter auf Anschlag haben mich jetzt auf eine durchgeknallte Idee gebracht – etwas, das ich noch nie vorher probiert hatte! Und ich habe es nicht bereut.
Mit dieser RX 9070 XT habe ich ein krasses Experiment gewagtEin seltenes Gehäuse und eine RX 9070 XT auf Hochtouren
Wie ihr vielleicht schon auf dem Bild oben und spätestens auf dem nächsten Bild erkennt, steckt meine RX 9070 XT in einem PC-Gehäuse im Mini-ITX-Format. Mit dem ziemlich seltenen NCASE M2 habe ich mir nach langer Wartezeit einen Traum verwirklicht.
Zusammen mit dem AMD Ryzen 9 9900X3D, einer brandneuen und extrem schnellen SSD und weiterer Oberklasse-Hardware steckt also echt viel Leistung in diesem kleinen Gehäuse. Viel Leistung, die natürlich auch eine Menge Abwärme erzeugt. Besonders meiner RX 9070 XT erging es dadurch nicht besonders prächtig, obwohl der Kühler der ASUS TUF Gaming in meinen Augen zu den besten am Markt gehört.
Diese Grafikkarte empfehle ich 2025 mit voller ÜberzeugungIn meinem ersten Artikel dazu lest ihr übrigens, wie es mir beim Bau dieses kleinen Kraftpakets erging. Auch nach vielen Dutzend Gaming-PCs in meinem Leben war das alles andere als ein Zuckerschlecken:
GPU Deshrouding-Mod: Ich habe meiner Grafikkarte die Lüfter abgeschraubt
Eine Idee trieb in mir ihr Unwesen, seit ich das erste Mal ein ähnliches Projekt auf YouTube gesehen hatte: ein Deshrouding-Mod. Damit wird ein Vorhaben beschrieben, bei dem man die vormontierten Lüfter und die Verkleidung einer Grafikkarte demontiert, um die Grafikkarte passiv zu kühlen oder – wie in meinem Fall – mit eigenen Lüftern nachzuhelfen.
Da meine RX 9070 XT anscheinend kaum Luft bekam und unter Volllast an den 90°C kratzte, war die perfekte Gelegenheit gekommen. So habe ich mich ans Werk gemacht und meine Grafikkarte buchstäblich bis auf die Unterwäsche ausgezogen. Ein paar Schräubchen später hielt sich die Verkleidung nur noch mit zwei Steckern an der Grafikkarte fest. Letztlich war meine RX 9070 XT satte 15mm schlanker als zuvor – wertvoller Platz in einem PC-Case, in dem jeder Millimeter zählt!
Den gewonnenen Platz habe ich mit Ach und Krach mit den meiner Meinung nach besten Lüftern am Markt aufgefüllt. So wie auch im restlichen Gehäuse konnte ich hier zwei be quiet! Silent Wings Pro 4 in der 140mm-Variante unterbringen. Auch andere scheinen von den Lüftern der deutschen Marke angetan zu sein, denn sie sind gerade wiedermal ausverkauft.
Zwischen die Lüfter und den Kühlkörper meiner Grafikkarte passt kein Blatt Papier, aber haben die neuen Lüfter jetzt die erhoffte Verbesserung gebracht? Nicht ganz. Die Temperaturen waren mit um die 85 Grad weiterhin viel zu hoch, aber die Lautstärke spielte bereits jetzt in einer ganz anderen Liga. Mit circa 40 dB im Stresstest kann ich mehr als leben!
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Das Problem lag natürlich an den kleinen Gummi-Füßchen unter dem PC-Case. Mit weniger als einem Zentimeter Abstand zur Tischplatte sieht das NCASE M2 zwar unglaublich schick aus, aber damit mangelt es einfach an der Frischluftzufuhr. Perfekt ist meine Lösung dafür noch nicht, aber mit einem simplen Sockel-Prototypen habe ich jetzt sowohl die Lautstärke als auch die Temperaturen im Griff!
Die GPU pendelt sich nach 30 Minuten im Stresstest auf rund 70°C ein und das bei einem wirklich angenehmen Lüftergeräusch und einer Lautstärke etwas unter 40 dB. Ich bin rundum zufrieden mit meinem kleinen Modding-Projekt und auch mit meiner Wahl der Grafikkarte. Hätte ich morgen nochmal die Wahl, würde ich jetzt erst recht zur ASUS TUF Gaming RX 9070 XT greifen.
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