Seit knapp zwei Wochen nutze ich die beiden neuen Galaxy-Tablets abwechselnd. Über drei wesentliche Merkmale der Tablets, die mir besonders gut gefallen, habe ich bereits berichtet: DeX, Benutzer-Accounts und ihr Zubehör.
Eine Woche später hat sich meine Meinung gefestigt: Das sind astreine Android-Tablets, die nur ein Problem haben: ihr sehr hoher Preis.
Lieferumfang
Dass es 2026 mal etwas Spannendes zum Thema »Lieferumfang« zu berichten gibt, hätte ich kaum für möglich gehalten.
Bei beiden Tablets gibt es den S Pen von Samsung nämlich gratis dazu. Das klingt nach wenig, bedeutet aber, dass ihr direkt loslegen und Notizen anfertigen sowie PDFs bearbeiten könnt.
Bei manchen anderen Konkurrenten kostet der Stift zusätzlich über 100 Euro. Im Karton findet ihr außerdem ein USB-C-auf-USB-C-Datenkabel sowie ein Werkzeug für den SIM- und microSD-Kartenslot.
Ein Netzteil ist leider nicht enthalten. Die Geräte unterstützen bis zu 45 Watt, das passende Netzteil muss also gegebenenfalls zusätzlich erworben werden.
Inhaltsverzeichnis
Spezifikationen
| Spezifikation | Galaxy Tab S12 Ultra | Galaxy Tab S12+ |
|---|---|---|
| Preis | 1.540 Euro | ab 1.300 Euro |
| Display | 14,6" Dynamic AMOLED 2X, 2.960 × 1.848 px, bis 120 Hz | 12,6" Dynamic AMOLED 2X, 2.800 × 1.752 px, bis 120 Hz |
| Helligkeit | Bis 1.600 Nits Spitze / 1.000 Nits HBM | Bis 1.600 Nits Spitze / 1.000 Nits HBM |
| Prozessor | MediaTek Dimensity 9500 | MediaTek Dimensity 9500 |
| RAM / Speicher | 12 GB/256 GB, 12 GB/512 GB, 16 GB/1 TB | 12 GB/256 GB oder 12 GB/512 GB |
| Speichererweiterung | microSD bis 2 TB | microSD bis 2 TB |
| Akku | 11.600 mAh, bis 45 W Laden | 10.600 mAh, bis 45 W Laden |
| Akkulaufzeit | Bis 23 Stunden | Bis 21 Stunden |
| Abmessungen | 326,3 × 208,5 × 5,1 mm | 289,5 × 187,8 × 5,3 mm |
| Gewicht | 692 g (Wi-Fi) / 695 g (5G) | 553 g (Wi-Fi) / 555 g (5G) |
| Konnektivität | Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, optionales 5G | Wi-Fi 6E, Bluetooth 6.0, optionales 5G |
| Rückkamera | 13 MP + 8 MP Ultraweitwinkel | 13 MP |
| Frontkamera | 12 MP Ultraweitwinkel | 12 MP Ultraweitwinkel |
| Audio | Vier Lautsprecher, 4-Kanal-Spatial Audio | Vier Lautsprecher, 4-Kanal-Spatial Audio |
| Software | Android 17, One UI 9 | Android 17, One UI 9 |
| Schutzart | IP68 | IP68 |
| S Pen | Im Lieferumfang | Im Lieferumfang |
So habe ich getestet
Ich habe die Tablets über einen Zeitraum von zwei Wochen im Alltag genutzt und dabei versucht, das Gerät so vielseitig wie möglich einzusetzen. Fünf Tage lang haben sie mich außerdem im Arbeitsalltag begleitet und mein MacBook ersetzt.
Design und Verarbeitung
Beide Tablets sind erstklassig verarbeitet und nur 5,1 beziehungsweise 5,3 Millimeter dick. Während das Galaxy Tab S12+ mit 12,6 Zoll noch gut in den Händen liegt, macht das 14,6 Zoll große Ultra-Modell seinem Namen alle Ehre.#
Es ist nicht für die Handbedienung ausgelegt. Dafür eignet es sich aber sehr gut zum Zeichnen und Arbeiten. Wer viel Platz braucht, findet ihn hier.
Das Tab S12+ liegt jedoch deutlich besser in den Händen. Mit 553 Gramm ist die kleinere Version rund 140 Gramm leichter.
Das Galaxy Tab S12 Ultra liegt deutlich schlechter in der Hand. Meine Wahl würde aufgrund der Größe auf das Plus-Modell fallen. (Bildquelle: Patrick / GameStar Tech)
An den verbauten AMOLED-Displays gibt es nichts auszusetzen. Die Farben sind knackig, die Auflösung scharf und die Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz ist auf der Höhe der Zeit.
Die vom Hersteller angegebenen 1.600 Nits werden als Spitzenhelligkeit auf kleinen Flächen erreicht. Das sorgt besonders bei HDR-Inhalten für ordentlich Strahlkraft.
Kurzum: Die Tablets machen Spaß – egal, ob man damit arbeitet oder sich die Zeit vertreibt.
Leistung zum Arbeiten (und Spielen)
Samsung hat sich bei seinen Tablets für die folgenden Spezifikationen entschieden:
- Prozessor: Mediatek Dimensity 9500
- 12 GB + 256 GB (Basisausstattung)
Die 16 GB Arbeitsspeicher sind nur beim Tab S12 Ultra verfügbar, und zwar nur bei der teuren 1-TB-Version. Ihr könnt den Speicher aber via microSD-Karte um 2 TB aufstocken.
In den Benchmarks unterliegt der MediaTek-Dimensity-Chip den neuesten Qualcomm-Handy-Prozessoren und auch Apples M-Chip in den iPads.
Geekbench CPU Single Core
Galaxy-Tab-S12-Serie
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- 2340
- 3120
- 3900
Meiner Erfahrung nach hat das für die Praxis zumindest keine nennenswerte Relevanz.
Eine Woche lang habe ich auf den Tablets gearbeitet. Per Thunderbolt-3-Kabel an den UWQHD-Monitor und mittels DeX ist das kein Problem. Gleiches gilt für das »Anklemmen« und Konfigurieren meiner Peripheriegeräte.
- Ohne Drittanbieter-Apps kann ich den Maustasten eigene Aktionen zuweisen und die Empfindlichkeit des Scrollrads sowie die Zeigergeschwindigkeit einstellen.
- DeX bietet mir für die physische Tastatur Optionen, um die Belegung zumindest geringfügig an meine Arbeitsweise anzupassen.
Für meine Arbeit als Redakteur bedeutet das: Schreiben, PDFs bearbeiten, Meetings und einfache Bildbearbeitung – all das schaffen die Tablets ohne Mühe. Selbst bei grafikintensiveren Aufgaben wie der Bildbearbeitung wird die Rückseite nicht unangenehm warm, geschweige denn heiß.
Ein Bein wurde mir lediglich von Photoshop selbst gestellt, das eine stark abgespeckte Version für die Geräte bereithält. Das mag an der limitierten Leistung liegen.
Immerhin gibt es inzwischen derartige Profi-Apps überhaupt für Android, während die iPads seit Jahren zunehmend mit ihnen versorgt werden.
Als Vorteil gegenüber iPads sehe ich die optionalen Benutzeraccounts für einen Haushalt. Jeder Account hat seinen eigenen Speicherplatz, auf dem Apps, der Bildschirmhintergrund und vieles mehr gespeichert werden können.
Zum Spielen eine Empfehlung
Die Tablets haben genügend Leistung, um in der Pause eine Runde zu spielen. Persönlich bleiben Kartenspiele wie Hearthstone auf diesen Geräten mein Favorit. Das läuft butterweich mit 60 fps.
Aber auch grafikintensivere Spiele wie »Where Winds Meet« sind möglich, wenn auch nicht durchgängig mit hohen FPS-Zahlen bei maximaler Grafikeinstellung.
Das Display punktet beim Spielen. Die Farben knallen und profitieren von der hohen Helligkeit des Displays. Dadurch wirken Spiele keineswegs blass, sondern gesättigt und dennoch ausgewogen.
One UI 9 als Betriebssystem
Als Betriebssystem kommt One UI 9 auf Basis von Android 17 zum Einsatz. Wer in den letzten Jahren ein aktuelles Samsung-Smartphone genutzt hat, wird sich sofort zurechtfinden. Gleichzeitig ist es herrlich unaufgeregt.
Neben den Benutzerprofilen bieten die Tablets ähnliche Multitasking-Funktionen wie die Foldables. Ihr könnt damit mehrere Apps nebeneinander auf dem Bildschirm platzieren. Alternativ öffnen sich Apps wahlweise in der DeX-Ansicht als schwebende Fenster – ganz ohne externen Monitor.
Das ist ziemlich praktisch, wenn ihr unterwegs arbeiten wollt. Die virtuellen Desktops stehen nämlich auch hier zur Verfügung.
Die Apps in der Taskleiste unten lassen sich beliebig entfernen und hinzufügen. Rechts daneben seht ihr minimierte oder zuletzt verwendete Programme.
Abgesehen von den Produktivitätsfunktionen stehen euch natürlich eine Reihe weiterer Features zur Verfügung. Die große KI-Suite ist nämlich auch auf den Tablets verfügbar.
Mit von der Partie sind Werkzeuge wie Circle to Search, mit dem sich Motive auf dem Bildschirm einkreisen und dazu im Internet suchen lassen, sowie Bildbearbeitungstools in der Galerie-App. Schreibt ihr mit dem S-Pen lange Notizen in der App, lassen sich diese zudem wahlweise formatieren und zusammenfassen.
Auf alle Funktionen von Galaxy AI einzugehen, würde den Rahmen jedoch deutlich sprengen. Wenn ihr mehr wissen wollt, findet ihr in den Einstellungen unter »Galaxy AI« alle relevanten Funktionen sowie deren potenziellen Nutzen.
Was ihr dagegen unbedingt wissen solltet, ist die Update-Garantie. Für seine Tablets verspricht Samsung nämlich sieben Jahre Systemupdates.
Die Lautsprecher sorgen für schönen Klang
Videos auf dem Tablet zu schauen, ist ähnlich reizvoll wie produktiv zu sein und zu spielen. Dafür sorgen insbesondere die vier Lautsprecher (zwei an jeder Seite).
Der Klang ist kraftvoll und sehr ausgeglichen. Selbst auf der Couch habe ich nie das Bedürfnis, die Lautstärke ordentlich hochzudrehen. Aber selbst wenn: Stimmen bleiben klar erhalten und auch die Mitten werden von den Lautsprechern gut wiedergegeben. Nur die Tiefen werden deutlich präsenter.
Einen Kopfhöreranschluss gibt es an den Geräten nicht. Ihr müsst also auf Bluetooth-Kopfhörer setzen oder euch mit einem Dongle behelfen.
Funktionale Kameras
Die Kameras der Samsung-Tablets sind eine praktische Ergänzung für Meetings oder andere Videoanrufe. Selbst dafür sind sie nur zweckmäßig. Die Frontkamera zeichnet die Haut je nach Lichtbedingungen stark weich.
Bei der Rückkamera gibt es ähnlich wenig Aufregendes zu berichten. Die Ultra-Version bringt neben der 12-Megapixel-Hauptkamera noch eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera aufs Parkett. Diese hätte es in meinen Augen absolut nicht gebraucht.
Die Fotoqualität ist für ein Tablet absolut ausreichend. Für das Meeting morgens um 9 Uhr reicht es. (Bildquelle: Patrick / GameStar Tech)
Die Aufnahmen der Kameras sind solide und Samsung-typisch eher kräftig. Punkt.
Ich sehe die Kamera hier als Hilfsmittel, um Dokumente einzuscannen oder mal eben schnell etwas abzufotografieren. Für alles andere machen selbst ältere Smartphones deutlich bessere Aufnahmen.
Die Akkulaufzeit
Unser bewährtes Akku-Benchmark-Tool »PCMark« funktionierte bei den beiden Galaxy-Tablets nicht ordnungsgemäß. Nach wenigen Stunden ist das Programm schlicht eingefroren und hat seinen Dienst quittiert.
Nach vier Versuchen musste ich schließlich aufgeben. Aufgrund der begrenzten Leihdauer kann ich euch nur meine (und andere) Praxiserfahrungen schildern.
Mit beiden Tablets bin ich problemlos durch einen achtstündigen Arbeitstag gekommen, meist mit 20 bis 30 Prozent Restkapazität. Andere Testerinnen und Tester berichten von einer Bildschirmzeit zwischen 10 und 12 Stunden.
Samsung selbst gibt eine Bildschirmzeit von 23 Stunden an, was allerdings nur für die reine Videowiedergabe gilt.
Unter der Haube spendiert Samsung dem Tab S12 Ultra einen 11.600-mAh-Akku. Das kleinere Modell bringt euch mit 10.600 mAh durch den Tag.
Also: Ihr müsst die Tablets schon ordentlich ausreizen, damit den Arbeitstieren innerhalb eines Tages der Saft ausgeht.
Solltet ihr die Galaxy-Tablets kaufen?
Das Galaxy Tab S12 Ultra lohnt sich für euch, wenn ihr …
- … das Tablet in puncto Arbeit voll ausreizen wollt.
- … auf die 16 GB RAM spekuliert.
- … möglichst viel Fläche zum Zeichnen braucht.
- … nicht bereit seid, technische Abstriche zu machen (Wi-Fi 7, zwei Kameras).
Das Galaxy Tab S12+ lohnt sich für euch, wenn ihr …
- … ein kompaktes Gehäuse bevorzugt.
- … das Tablet primär auch als solches benutzen möchtet.
- … mit 12 + 256 GB auskommt.
- … den Aufpreis zum Ultra lieber in ein Tastatur-Case investieren wollt.
Mögliche Alternativen
- iPad Pro: Es ist nur logisch, die Apple-Tablets als Alternative zu nennen. Leistungstechnisch sind sie mit den M-Chips auf dem Papier deutlich besser. Wenn neben Bildbearbeitung auch Videoschnitt für euch interessant ist, könnten die iPads die bessere Wahl sein. Zumindest, wenn ihr flexibel mit dem Ökosystem seid.
- Tab-S11-Serie: Technisch unterscheiden sich die neuen Tablets nur geringfügig von der Tab-Serie aus dem Jahr 2025. Wer Geld sparen möchte und keine topaktuellen Geräte benötigt, sollte sie sich genauer anschauen.
15:01
iPad (Pro) oder MacBook? Diese Unterschiede müsst ihr 2026 kennen
Mein Fazit
An den Tablets gibt es wirklich wenig auszusetzen. Samsung liefert mit seiner Tab-S-Reihe Jahr für Jahr absolut solide Geräte. Sie überzeugen nicht nur bei Alltagsaufgaben, sondern auch bei der Arbeit – ganz egal, ob mit oder ohne Monitor.
Auf dem Papier ist der Dimensity-Prozessor nicht der leistungsfähigste auf dem Markt, was im Alltag allerdings kaum auffällt. Einzig der Preis ab 1.300 Euro ist ein Kritikpunkt.
Für diesen Preis ist schließlich auch ein vollwertiger, gut ausgestatteter Laptop erhältlich. Wer trotz des Preises mit dem Kauf liebäugelt, sollte Rabatte im Auge behalten oder noch etwas Geduld haben. In der Regel bieten Samsung und andere Händler die Geräte zu einem günstigeren Preis an.
Dann werdet ihr mit den Android-Tablets sicherlich zufrieden sein.

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