Sleep Number - Bettenfirma wollte beim Schlafen mitlauschen

Ein Unternehmen, das Betten und Luxusmatratzen herstellt, hat einige seiner Kunden durch einen Absatz im Kleingedruckten aufgeschreckt, der das Sammeln von Audiodaten erlauben sollte.

von Georg Wieselsberger,
06.12.2018 07:33 Uhr

Eine Katze braucht keine Matratze. (Bildquelle: pxhere/Public Domain)Eine Katze braucht keine Matratze. (Bildquelle: pxhere/Public Domain)

Schon Sprachassistenten wie Alexa von Amazon, Google Home oder der Homepod von Apple sorgen bei manchen Menschen für viel Misstrauen, auch wenn bei diesen Geräten längst klar ist, dass sie nur auf ihr Aktivierungswort lauschen und ansonsten keine Daten an das jeweilige Unternehmen übertragen. (Ausnahmen bei missverstandenen Befehlen bestätigen allerdings die Regel).

Doch ein ganz anderes Kaliber wäre es, wenn das eigene Luxusbett damit anfangen würde, per Mikrofon zu lauschen und die Daten dann an den Hersteller des Bettes zu übertragen. Genau diesen Eindruck hatten laut DigitalTrends die Kunden von Sleep Number, die hochwertige Matratzen herstellen, die einige Tausend US-Dollar kosten können. In den Datenschutzbestimmungen zum Nutzerprofil der Kunden war zu lesen, dass sich der Hersteller das Recht einräumt, persönliche Informationen zu sammeln, zu denen unter anderem auch Audiodaten des Schlafzimmers gehören.

Laut dem Text sollte das dazu dienen, Schnarchen und ähnliche Schlafbedingungen zu erkennen. Kunden, die die Bestimmungen tatsächlich gelesen hatten, kamen auf den Verdacht, dass Sleep Number in die Matratzen Mikrofone eingebaut hätte, die sie beim Schlafen ständig belauschen. Doch anscheinend handelt es sich dabei nur um ein großes Versehen. Laut Sleep Number nimmt keines der Produkte des Unternehmens Audio auf. Inzwischen wurde der entsprechende Text aus den Bestimmungen entfernt und auch eine Erklärung dafür geliefert.

Ein Produkt mit der Bezeichnung X12 konnte tatsächlich mit Sprachkommandos gesteuert werden, um damit das Bett den eigenen Wünschen anzupassen. Selbst dabei seien aber keine Daten aufgenommen oder gespeichert worden. Doch X12 wird nicht mehr verkauft und kein anderes Produkt des Unternehmens besitze Mikrofone. Allerdings hatte Sleep Number tatsächlich mit einem Bett experimentiert, dass sich automatisch anpassen sollte, wenn ein Schlafender schnarcht. Wie der umstrittene Text in die Datenschutzbestimmungen kam, bleibt aber trotz des Dementis etwas unklar.

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