AR-Brillen wie die Meta Ray-Ban sind im vergangenen Jahr deutlich populärer geworden. Gerade seit dem Beginn der Badesaison werden aber auch die Diskussionen rund um solche Smart Glasses lauter.
Immer wieder kommt es dazu, dass Menschen, vornehmlich Frauen, ohne es zu wissen oder zu wollen, von Fremden gefilmt werden. Auch über Verbote wurde schon gesprochen. Ein Kollektiv aus Verbänden und Hochschulen möchte die Debatte jetzt offener gestalten.
Verbände plädieren für verantwortungsvollen Umgang
Mit AR-Brillen ist es deutlich einfacher, andere Menschen heimlich zu filmen, als etwa mit dem Smartphone. Die Kameraleuchte kann überklebt oder softwareseitig ausgeschaltet werden. Zudem lassen sich viele Modelle kaum von »normalen« Brillen unterscheiden.
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Meta Ray-Ban Display: So sehen die neuen Smart-Glasses aus
Für die Bundesnetzagentur besteht bisher allerdings noch kein Anlass, ein Pauschalverbot auszusprechen. Dennoch ist die Debatte wichtig. Das findet auch ein Kollektiv aus XR-Verbänden und Hochschulen wie nextReality.Hamburg, dem XR Hub Nürnberg oder der Universität Hamburg.
Gemeinsam haben die jetzt nämlich »Leitlinien für einen souveränen Umgang« mit Smart Glasses im Alltag veröffentlicht. Den Autoren ist dabei wichtig, zu betonen, dass dieser erste Entwurf nur ein Vorschlag sein soll, auf dessen Grundlage dann weiter diskutiert werden kann. Sie schreiben dabei:
»Wir halten die Technologie für nützlich und die Sorgen für berechtigt. Beides gleichzeitig.«
In der Folge wird erklärt, was Smart Glasses eigentlich sind und wofür man sie nutzen kann. Also positive Nutzen werden etwa Echtzeitübersetzungen, Navigation und die Barrierefreiheit angeführt. Zudem gibt es eben die angesprochenen Leitlinien, sowohl für Menschen, die so eine Brille tragen, als auch für die, die Smart Glasses begegnen.
Grundsätzlich sollten Smart Glasses demnach wie Smartphones genutzt und gesehen werden. Die Rechte der anderen müssen respektiert werden. Auf der anderen Seite sollte nicht das Gerät, sondern die gesamte Situation bewertet werden.
Bevor man sich über das Tragen einer solchen Brille aufregt, sollte man laut den Autoren abklären, wofür diese genutzt wird und ob sie etwa Menschen dabei hilft, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
AR-Brillen sind gekommen, um zu scheitern – und das sage ich als langjähriger Fan
Es muss natürlich erwähnt werden, dass die Autoren dieser Leitlinien selbst an einer Förderung der Technologie interessiert sind und ihr entsprechend aufgeschlossen gegenüberstehen. Die Vorschläge sind insgesamt dennoch sehr vernünftig. Am Ende werden sich viele Nutzer aber sowieso schon daran halten. Das Problem sind eher die, die bewusst Grenzen übertreten. Ob bei denen ein solches Paper wirkt, ist eine ganz andere Frage.

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