SpaceX bricht mit jahrzehntelangem NASA-Aberglauben und startet eine bemannte Mission mit der Unglückszahl 13

Nach Crew-12 folgte Crew-13: SpaceX und die NASA verzichten auf Aberglauben und benennen die Mission schlicht nach der logischen Reihenfolge.

Seit dem Unglück der Apollo-Mission, wird die Unglückszahl 13 eigentlich vermeidet. (Bildquelle: NASA Wikimedia Commons) Seit dem Unglück der Apollo-Mission, wird die Unglückszahl 13 eigentlich vermeidet. (Bildquelle: NASA / Wikimedia Commons)

Aberglaube kann sich über Jahrzehnte hinweg tief festsetzen. Etwa im Fall des Todes von Molière nach einem Theaterauftritt in gelber Kleidung im Jahr 1673, der dazu führte, dass diese Farbe auf der Bühne bis heute gemieden wird.

Ähnlich sieht es in der Raumfahrt mit der Zahl 13 aus, welche seit der Explosion eines Sauerstofftanks an Bord von Apollo 13 gemieden wird. Zumindest bis jetzt: Die Mission Crew-13 von SpaceX hat sich der Unglückszahl furchtlos gestellt und ihr Ziel erfolgreich erreicht.

Disclaimer:
Elon Musk gilt als einer der reichsten Menschen der Welt aber auch einer der kontroversesten. Es gab unter anderem transphobe Äußerungen, Vorwürfe von Antisemitismus, weil er durch seine Aussage, der jüdische Investor George Soros hasse die Menschheit, die um Soros kursierende Verschwörungstheorie weiter anheizte und Diskussionen um seine Einstellung zu Free Speech.

Seit der Übernahme von Twitter (jetzt X) durch Musk gibt es vermehrt Beschwerden über den Umgang mit Hate Speech, Fake News und politischer Einflussnahme auf der Plattform. Zuletzt griff Musk auch persönlich auf X diverse europäische Staatsoberhäupter an und mischt sich aktiv in den deutschen Bundestagswahlkampf ein. In der amerikanischen Politik gilt er als Trump-Berater und soll unter dem neuen Präsidenten das neu geschaffene Amt für Prozessoptimierung besetzen. Nach Trumps Vereidigung im Januar 2025 zeigte Musk auf einer öffentlichen Veranstaltung eine Geste, die vielfach als Hitlergruß interpretiert wurde.

Auch in die deutsche Politik mischte er sich zuletzt immer wieder ein. Etwa durch einen stark kritisierten Gastbeitrag in der Zeitung Welt zu Gunsten der AfD oder indem er der AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel über X eine Plattform für ihren Livestream bot und dabei mehrfach Falschaussagen tätigte.

Schnell unterwegs und ohne Berührungsängste

Seit den dramatischen Ereignissen um Apollo 13 war die US-Raumfahrt von einer spürbaren Furcht vor der Zahl 13 geprägt – in Fachkreisen als Triskaidekaphobie bekannt.

Zwar gab es Missionen anderer Raumfahrtnationen, die diese Nummerierung beibehielten, in den USA wurde sie jedoch konsequent vermieden. SpaceX und die NASA haben nun mit dieser Tradition gebrochen: Sie folgten schlicht der logischen Reihenfolge und schickten Crew-13 zur Internationalen Raumstation – direkt im Anschluss an Crew-12.

Video starten 2:03 Damit in Aphelion der »neueste« Planet unseres Sonnensystems möglichst realistisch wirkt, mischt die Europäische Raumfahrtbehörde mit

Die Mission stach zudem durch weitere Besonderheiten hervor: Sie war der erste von drei Raketenstarts, die das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk innerhalb von nur 13 Stunden absolvierte – eine bemerkenswerte Zahlenspielerei.

Obendrein stellte die Crew einen neuen US-Rekord auf: In weniger als 8 Stunden erreichte sie die ISS so schnell wie keine amerikanische Besatzung zuvor.

Die Explosion auf Apollo 13

Der Ursprung des Aberglaubens reicht ins Jahr 1970 zurück, zwei Tage nach dem Start von Apollo 13. Das Raumschiff befand sich auf dem Flug zum Mond, als Sauerstofftank Nummer 2 explodierte und dabei auch Tank Nummer 1 lahmlegte.

Die Astronauten beobachteten eine Gaswolke, die ins All entwich, woraufhin das Kommandomodul den Strom verlor. Die Besatzung musste in die Mondlandefähre ausweichen, die eigentlich erst für das Aufsetzen auf der Mondoberfläche gedacht war.

An eine Landung war unter diesen Umständen natürlich nicht mehr zu denken: Das Raumschiff umrundete den Mond und trat direkt den Rückweg an. Glücklicherweise kehrte das Team wohlbehalten zur Erde zurück.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum YouTube-Inhalt

Der Beginn der Triskaidekaphobie

14 Jahre später, 1984, stand erneut der Wechsel von der 12 zur 13 an. Nach dem Shuttle-Flug STS-12 wäre STS-13 der logische nächste Schritt gewesen. Wie überliefert wird, konnte der damalige NASA-Administrator Jim Beggs die Bilder von Apollo 13 jedoch nicht vergessen und stellte die Zählweise kurzerhand um.

Beggs zog diesen Schlussstrich sogar schon nach STS-9, ohne überhaupt auf Flug 12 zu warten. Die Mission, die eigentlich STS-13 geheißen hätte, startete so unter dem etwas sperrigen Namen STS-41C. Die 4 stand dabei für das US-Haushaltsjahr (1984), die 1 für den Startplatz (Kennedy Space Center) und das C für die Startreihenfolge (der dritte geplante Flug in diesem Fiskaljahr).

Ein tragisches Detail am Rande: Beggs verließ seinen Posten nach einer weiteren schweren Katastrophe – dem Challenger-Unglück.

LEGO Star Wars 75192 Millennium Falke
LEGO Star Wars 75192 Millennium Falke
7541 Teile
Großes Modell des legendären Schiffs von Han Solo aus der Ultimate Collector Series. Mit insgesamt acht Minifiguren aus der klassischen und der Sequel-Trilogie.
849,99 €

Die Hommage von Crew-13 an Apollo 13

Die Crewmitglieder von Crew-13 – Jessica Watkins, Luke Delaney, Joshua Kutryk und Sergei Teteryatnikov – zeigten zu keinem Zeitpunkt Bedenken wegen der Startnummer 13.

Das galt auch für Watkins und Delaney, die beiden NASA-Astronauten im Team. Stattdessen entschied sich die Crew ganz bewusst für eine Hommage an Apollo 13 auf ihrem Missionsabzeichen: Dort prangt eine römische XIII in Gold neben einem nach oben blickenden Drachen.

Die Ankunft an der Internationalen Raumstation verlief ohne Zwischenfälle. Für die vier steht nun ein Aufenthalt von fünfeinhalb Monaten im Orbit an, bis die nächste Wachablösung eintrifft.

Bislang läuft alles nach Plan. Wenn die Mission weiterhin reibungslos verläuft, dürfte die NASA ihre Scheu vor der Unglückszahl 13 hoffentlich endgültig ablegen.


Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.