»Es wird nie mehr wie früher«: Einer der größten PC-Hersteller der Welt spricht aus, was niemand mehr hören will

Wer auf günstige Hardware wartet, zahlt drauf: PC-Hersteller warnt vor einer jahrelangen Speicherkrise – mit drastischen Folgen bis 2029.

In den nächsten Jahren soll es keine Entlastung bei den Speicherpreisen geben. (Bild: ASRock und Corsair) In den nächsten Jahren soll es keine Entlastung bei den Speicherpreisen geben. (Bild: ASRock und Corsair)

Wer gehofft hatte, seinen Gaming-PC bald wieder zu vernünftigen Preisen aufrüsten zu können, muss jetzt ganz stark sein.

Wie das Technik-Portal ComputerBase berichtet, hat der US-Speicherriese Micron im Rahmen seiner jüngsten Quartalszahlen eine düstere Prognose für den gesamten Hardware-Markt abgegeben: Weil die explodierende Nachfrage nach Arbeitsspeicher und SSDs die Produktionskapazitäten auf Jahre hinaus belastet, soll sich die aktuelle Speicherkrise in den nächsten beiden Jahren noch weiter verschärfen.

Von der Entwicklung seien nicht mehr nur Spieler betroffen, sondern auch Millionen Smartphone-Käufer.

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Keine Entspannung in Sicht: Micron schlägt für 2027 und 2028 Alarm

Hinter den Kulissen der Tech-Branche spielt sich derzeit ein regelrechter Wettlauf um verbleibende Speichermodule, Grafikkarten und SSDs ab.

Eigenen Angaben zufolge konnte Micron zahlreiche langfristige Abschlüsse erzielen, die dem Hersteller schon heute weite Teile der künftigen Einnahmen garantieren.

Laut Micron wird das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in den Kalenderjahren 2027 und 2028 daher noch deutlich angespannter ausfallen als im ohnehin schon schwierigen Jahr 2026.

Besonders bitter: Selbst mit bereits geplanten neuen DRAM-Fertigungsanlagen sieht der Hersteller aktuell keinen Zeitpunkt, an dem Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht finden. Jede neu geschaffene Kapazität verpuffe sofort durch den weiter ausufernden Bedarf.

Weniger Speicher, höhere Preise

Für PC-Spieler und Laptop-Käufer sind die Folgen dieser Entwicklung längst im Alltag angekommen. Um die extremen Aufpreise für Arbeitsspeicher und Flash-Speicher aufzufangen, greifen viele Hersteller zu einer ungeliebten Maßnahme: Sie bringen vermehrt Geräte mit deutlich weniger RAM und kleineren SSDs auf den Markt.

Die Rechnung geht allerdings kaum auf, denn viele Käufer verweigern schlicht den Griff zum Geldbeutel. Berichten zufolge sind die weltweiten Notebook-Auslieferungen im abgelaufenen dritten Quartal stellenweise bereits um über 25 Prozent eingebrochen, so Futubull.

Auch Schwergewichte wie Lenovo und Microsoft rechnen mit einem Rückgang zwischen 15 und 20 Prozent.

Schwierige Lage bei Einsteiger-Smartphones

Noch direkter könnte die Speicherkrise den Smartphone-Markt treffen. Wo bei teuren Flaggschiff-Modellen höhere Bauteilkosten noch oft über die Marge abgefedert werden können, soll die Luft im Einsteiger-Segment dünn werden.

Wie die Marktforscher von Counterpoint Research jüngst warnten, wird der Markt für günstige Smartphones das aktuelle Preisniveau um bis zu 40 Prozent einbrechen.

Für Verbraucher bedeutet das: Wer in den kommenden Jahren ein neues Handy braucht, wird fast zwangsläufig in die teurere Mittelklasse gedrängt – ein Zustand, der laut den Analysten bis ins Jahr 2030 anhalten dürfte.

»Es wird nie mehr wie letztes Jahr«

Wer nun darauf spekuliert, den Kauf neuer Hardware einfach um ein oder zwei Jahre zu verschieben, dürfte enttäuscht werden. Vor 2029 rechnen Branchenkenner laut Computerbase mit keiner nennenswerten Entspannung.

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Stattdessen dürfte sich der Markt erst ab 2030 langsam auf ein neues Normal einpendeln – allerdings auf einem Preisniveau, das dauerhaft über dem von Anfang 2025 liegt.

Wie stark dieser historische Wendepunkt für Technik-Käufer ist, brachte Lenovo bereits auf der Fachmesse ISC 2026 mit einem nüchternen Fazit auf den Punkt: »Es wird nie mehr wie letztes Jahr.«


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