Großer RAM-Hersteller äußert sich zur Speicherkrise und es klingt so, als ob sie zum Normalzustand wird

SK-Hynix-Chef Kwak Noh-Jung verschiebt die erwartete Entspannung am Speichermarkt erneut nach hinten – und erklärt, warum RAM-Preise auch nach 2030 kaum spürbar fallen dürften.

SK Hynix erwartet die RAM-Knappheit bis Ende 2030 - und schließt starke Preisrückgänge auch danach aus. SK Hynix erwartet die RAM-Knappheit bis Ende 2030 - und schließt starke Preisrückgänge auch danach aus.

Vier Milliarden US-Dollar für eine nigelnagelneue Fabrik sind schon eine Ansage. Die wirklich wichtige Aussage von SK Hynix-Chef Kwak Noh-Jung folgte aber nach dem Spatenstich.

Das Ende der Speicherkrise soll demnach erst im Jahr 2030 in Sicht sein – und selbst danach werde die Post-RAMpokalypse-Zeit anders als frühere Marktzyklen aussehen.

Video starten 1:04:55 Gemeinsam durch die Hardware Krise: Warum die RAM-Knappheit uns ALLE angeht

Einfach noch keine Signale für Besserung

Einen konkreten Auslöser für die verschlimmerte Prognose benennt Kwak innerhalb dieser Aussagen laut Reuters nicht; stattdessen gebe es schlicht keine Marktsignale, die auf eine Trendwende hindeuten würde.

Der Grund hierfür liege darin, dass KI-Speicher sich vom standardisierten Massenprodukt hin zu kundenspezifischer Bestelleware entwickle: Kapazität wie die erwähnte Fabrik im US-Bundesstaat Indiana wird nur noch gegen feste Abnahmezusagen aufgebaut.

  • Die genannten vier Milliarden US-Dollar sind übrigens nicht die Wafer-Fertigung, sondern reines Packaging-Geld. In Südkorea produzierte Chips werden dort also zu HBM-Modulen gestapelt.
  • Der Start ist für das zweite Halbjahr 2028 angesetzt, die Serienfertigung von HBM4e soll im dritten Quartal 2029 erfolgen.

Es geht ernüchternd weiter: Preise für Grafikkarten sollen erneut steigen, diesmal trifft es drei besonders beliebte Modelle


Warum Kwak einen neuen Normalzustand sieht

Ein klassischer Marktzyklus endet für gewöhnlich mit einem Einbruch, wenn Kapazität auf schwächelnde Nachfrage trifft und Preise kollabieren – genau das schließt Kwak für die Zeit nach 2030 aber aus.

  • Stattdessen werden sich Speicherpreise dem Hynix-Chef zufolge auf hohem Niveau einpendeln. Auf große Einbrüche sei generell nicht zu hoffen, weil die KI-Nachfrage nicht plötzlich webgrechen werde.
  • Für den klassischen PC-Bau würde das bedeuten, dass die horrenden Preise nicht einfach nur ein Ausschlag nach oben, sondern die neue Baseline darstellen.

Hinzu kommt aber auch: Rund 58 Prozent der weltweiten HBM-Umsätze im ersten Quartal 2026 entfallen auf SK Hynix, Samsung und Micron vollenden das Treppchen mit jeweils 21 Prozent. Rein von wirtschaftlichen Aspekten ausgehend dürfte Kwak also auch nur bedingtes Interesse an echter Marktentspannung haben, die die Kassen seines Unternehmens in ungeheurem Ausmaß füllt.


Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.