Iranerin verhaftet wegen Tanzvideo - Protestwelle aus Tanzvideos folgt

Weil sie auf Instagram ein Tanzvideo gepostet hat, ist eine junge Iranerin vor wenigen Wochen verhaftet worden. Die Folge: eine Protestwelle aus weiteren Tanzvideos.

von Sara Petzold,
10.07.2018 15:11 Uhr

Eine Gruppe von Männern und Frauen wurde im Iran bereits 2014 wegen eines Tanzvideos auf Youtube zu je einem Dutzend Peitschenhiebe verurteilt.Eine Gruppe von Männern und Frauen wurde im Iran bereits 2014 wegen eines Tanzvideos auf Youtube zu je einem Dutzend Peitschenhiebe verurteilt.

Weil sie in ihrem Schlafzimmer tanzte und Videos davon bei Instagram hochlud, hat die Polizei die 19-jährige Iranerin Maedeh Hojabri verhaftet. Der Grund für die Inhaftierung Hojabris, die mittlerweile mehr als 600.000 Follower auf Instagram gesammelt hat: Im Iran ist das Tanzen in der Öffentlichkeit verboten, insbesondere für unverschleierte Frauen.

Einem Bericht der New York Times zufolge (via Heise) zwangen die Behörden Hojabri offenbar dazu, in der Fernsehsendung »Wrong Path« aufzutreten und ihr Verbrechen zu gestehen. In einer Aufzeichnung der Sendung gibt die Iranerin zu, dass Tanzen ein Verbrechen sei und ihre Familie nichts von ihren Videos gewusst habe. Hojabri droht möglicherweise eine Gefängnisstrafe oder eine Züchtigung mit Peitschenhieben - ähnlich wie einer Gruppe von Männern und Frauen, die 2014 den Youtube-Clip Happy We Are from Tehran veröffentlicht hatten.

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Tanzvideos als Protest

Allerdings erzielte das erzwungene Geständnis Hojabris offenbar nicht den gewünschten Effekt: Denn aus Protest gegen die ihrer Meinung nach ungerechte Verhaftung haben zahlreiche weibliche und auch männliche Iraner Videos in sozialen Netzwerken veröffentlicht, in denen sie ebenfalls tanzend zu sehen sind. Daneben übte unter anderem auch der ranghohe Kleriker Taghi Fazel Maybodi Kritik an der Verhaftung und fragte, warum man nicht stattdessen korrupte Staatsbeamte verhaftet habe.

Instagram ist derzeit die einzige Social-Media-Plattform, die im Iran noch nicht von offizieller Seite aus gesperrt wurde. Allerdings fordern iranische Hardliner seit längerem die Sperrung von Instagram, während Kamal Hadianfar, Kommandant der iranischen Nationalpolizei, bereits die strenge Überwachung des Dienstes angekündigt hat.

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