Vom Texte Schreiben zum Gedankenlesen - Wissenschaftler schaffen Durchbruch mit KI

Ihr denkt es, sie schreibt es. Wissenschaftler erschaffen KI, die Gedanken lesen kann. Wie ausgereift ist die Technologie?

Wer träumt nicht davon, Gedanken lesen zu können? Für uns Menschen liegt dieser Traum in großer Ferne, wenn die Technologie es uns überhaupt je erlauben wird.

Künstliche Intelligenzen hingegen stehen auf einem anderen Blatt. Wissenschaftler haben am Montag eine Studie auf Nature.com veröffentlicht, die von einem Durchbruch im Bereich des Gedankenlesens spricht. 

Es gelang angeblich das erste Mal, kontinuierliche Sprache nicht-invasiv aus menschlichen Hirnaktivitäten zu rekonstruieren.

Das heißt: Ein Mensch denkt Worte und die KI schreibt sie nieder.

KI liest Geschichten aus unseren Köpfen

Der KI-Decoder soll in der Lage sein, anhand der Muster eines funktionellen Magnetresonanztomografen (fMRT) das Wesentliche von Geschichten zu interpretieren, die ein Mensch sieht, hört oder denkt.

Die Wissenschaftler hoffen, bald Patienten mit neurologischen Erkrankungen dabei helfen zu können, klar mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren.

Der Forschungsleiter Jerry Tang, Doktorand der Informatik an der University of Texas, erklärt, dass drei menschliche Teilnehmer jeweils 16 Stunden in einem fMRT lagen und sich Geschichten auf Reddit anhören mussten.

Das KI-Modell, das sie trainierten, war angeblich GPT-1. Dabei handelt es sich um die erste Version des bekannten Large Language Models GPT, auf dem auch Bing (GPT-4) und ChatGPT (GPT-3.5 / GPT-4) basieren.

Diese Grafik vergleicht die vorgegebenen Sätze, mit denen, die der Decoder interpretiert hat. Diese Grafik vergleicht die vorgegebenen Sätze, mit denen, die der Decoder interpretiert hat.

Gedankenlesen ist einfacher als gedacht

Nachdem diese Phase des Experiments abgeschlossen war, wurden die Gehirne der Teilnehmer in einem fMRT gescannt, während sie neue Geschichten hörten. Diesmal waren sie nicht Teil des Trainingsdatensatzes.

Der Decoder war dennoch in der Lage, die Audioerzählungen in Text zu übersetzen, obwohl die Interpretationen oft andere semantische Konstruktionen verwendet haben als die Originalaufnahmen.

So wurde zum Beispiel die Aufnahme eines Sprechers, der den Satz "Ich habe noch keinen Führerschein" sagte, von den Gedanken des Zuhörers über die fMRT-Lesegeräte in "Sie hat noch nicht einmal angefangen, das Autofahren zu lernen" dekodiert.

»Anstatt auf der niedrigen motorischen Ebene zu arbeiten, arbeitet unser System auf der Ebene der Ideen, der Semantik und der Bedeutung. Das ist es, worauf es hinausläuft.«

Der neuartige Ansatz ermöglichte es dem Team, die Grenzen der Gedankenlese-Technologien zu erweitern. Etwa indem es untersuchte, ob der Decoder die Gedanken der Teilnehmer übersetzen konnte, während sie sich Stummfilme ansahen, oder diese sich einfach nur Geschichten in ihrem Kopf ausdachten. 

In beiden Fällen war der Decoder in der Lage zu entschlüsseln, was die Teilnehmer im Falle der Filme sahen und was die Probanden dachten, als sie kurze Geschichten in ihrer Fantasie durchspielten.

Licht und Dunkel

Neue, spannende Technologien werden ja schon immer für weniger schöne Zwecke missbraucht. Darüber sind sich die Wissenschaftler im Klaren.

Deswegen warnen sie direkt vor ihrer eigenen Technologie und behaupten, dass das Auslesen von Gehirnen ruchlose Anwendung finden könnte, beispielsweise als Mittel der Überwachung durch Regierungen oder Arbeitgeber.

Findet ihr das ähnlich spannend und aufregend wie wir? Was würdet ihr mit so einer Technologie anstellen, die Gedanken wirklich (oder zumindest sinngemäß) lesen kann? Wie groß ist euer Gruselfaktor, wenn ihr an den Missbrauch der Technologie denkt? Schreibt uns eure Meinungen und Gedanken, wie immer gerne in die Kommentare!

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