Meine Erfahrungen mit dem Tesla Model 3 im Alltag
Nach mehr als zwei Jahren und 30.000 gefahrenen Kilometern kann ich sagen, dass der Kauf meines Tesla Model 3 eine der besten Entscheidungen war, die ich je getroffen habe.
Eines der ersten Dinge, die mich am Tesla Model 3 begeistert haben, ist die beeindruckende Leistung und Reichweite. Mit seinem leistungsstarken Elektromotor beschleunigt das Model 3 nahezu mühelos und bietet ein aufregendes Fahrerlebnis, das bereits einige Mitfahrer zum Schreien gebracht hat.
Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,3 Sekunden wundert dies kaum. Anders als andere Elektrofahrzeuge ist mein Tesla Model 3 nicht bei 170, 180 oder 200 km/h abgeriegelt, sondern kann auch gerne Verbrenner bis exakt 261 km/h ärgern.
Die Reichweite ist hingegen ein leidiges Thema, das Fahrer von E-Autos immer zu hören bekommen. Man muss keine Reichweite von 600 oder mehr Kilometern haben, da die wenigsten Menschen eine solche Strecke am Stück fahren werden, ohne dass sie etwas Essen oder eine Toilettenpause benötigen.
Ich fahre mittlerweile viel bewusster und plane meine Langstreckenfahrten so, dass ich ungefähr zu einer Mahlzeit an einer Ladestation anhalte. Auch wenn ich den Tesla auf unter 15 Prozent gefahren habe, dauert das Essen länger als das Laden am Supercharger.
Zumindest, wenn ich nicht weiter als 90 Prozent lade. Einmal erhielt ich noch in der Essensschlange eines vielbesuchten Fast-Food-Restaurants die Mitteilung, dass mein Fahrzeug den gewünschten Ladestand erreicht hat.
An dieser Stelle muss ich aber auch sagen, dass ich in der glücklichen Lage bin, mein E-Fahrzeug zu Hause zu laden und nur auf Langstrecken auf öffentliche Ladegeräte angewiesen bin. Doch auch im Urlaub kann man Glück haben und eventuell im Parkhaus oder am Ferienhaus sein Auto laden, ohne sich auf die Suche machen zu müssen.
In der Regel benötigt man dafür nicht viel: Eine normale Steckdose reicht bereits aus. Alternativ kann man auch an einer Kraftsteckdose laden. Tesla liefert hier schon ein kleines Ladepaket mit austauschbaren Steckern mit. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist allerdings auf 11 kWh begrenzt, sodass man hier bei geringem Ladestand schon mehrere Stunden auflädt. Erfahrungsgemäß reicht das Laden über Nacht aus.
Neben Leistung und Reichweite zählt auch die Optik. Das bisherige Model 3 erinnerte stark an einen Porsche – jedenfalls von außen. Der Innenraum des Tesla Model 3 ist hingegen schlicht, aber modern, geräumig und elegant gestaltet. Das minimalistische Design schafft ein aufgeräumtes und ansprechendes Ambiente.
Besonders beeindruckt hat mich das große zentrale Touchscreen-Display, das einfach zu bedienen ist und eine Vielzahl von Funktionen bietet. Allerdings brauchte es auch etwas Gewöhnung, da es auch die aktuelle Geschwindigkeit anzeigt und man immer leicht nach rechts schauen muss.
Auch die Verwendung der meisten Funktionen wie etwa der Einstellung der Temperatur oder des Scheibenwischers erfolgt über das Display. Selbst das Handschuhfach wird via Touchdisplay bedient. Dadurch ergibt sich ein großer Vorteil: Ich kann es einfach mittels Pincode sperren.
Neben der üblichen Navigation, der Kameraansicht und den Einstellungen findet ihr auch interessante Funktionen, um euch die Zeit während des Ladens oder während der Fahrt zu vertreiben.
Neben dem Feature „Abgasskandal“, das ein Furzkissen auf einem beliebigen Platz simuliert, habt ihr während deiner Ladepausen die Möglichkeit, YouTube, Netflix oder Disney+ zu schauen. Übrigens ist auch Spotify integriert. Für mich als Apple-Nutzer war jedoch die Integration von Apple Music ein großer Schritt nach vorne, den Tesla leider erst Ende 2022 ging. Auf CarPlay werde ich wohl vergebens warten müssen.
Für Wartezeiten aller Art sind auch Spiele verfügbar, dazu gehören etwa Klassiker wie Solitär oder auch neuere Titel wie Cuphead. Für Letzteres könnt ihr sogar einen Controller per Bluetooth koppeln.
Als besonderes Extra verfügt der Tesla über verschiedene Modi. Der Camping-Modus soll dir ein angenehmes Schlafklima ermöglichen, während der Hunde-Modus die Klimaanlage bei warmen Wetter aktiviert, wenn du deinen Hund einmal kurzzeitig zurücklassen musst.
Dazu wird auf dem großen Display angezeigt, dass das Fahrzeug klimatisiert ist und der Hundehalter gleich zurück ist, sodass sich Passanten keine Sorgen um das Tier machen müssen.
Genutzt habe ich die Klima-Features bislang allerdings nicht, da ich weder gerne im Auto schlafe noch den Hund im Auto lassen.
Noch kurz etwas zum Innenraum. Dieser ist mit hochwertigen, veganen Materialien ausgestattet und die bequemen Sitze tragen zum allgemeinen Komfort bei und machen jede Fahrt angenehm. Immerhin verfügt der Tesla standardmäßig über eine Sitzheizung auf allen fünf Plätzen, die sich beim kleinsten Modell gegen einen geringen Aufpreis aktivieren lassen, während sie beim Long Range- und Performance-Modell serienmäßig freigeschaltet sind.
Allerdings möchte ich auch auf einige Probleme hinweisen. Mein Tesla stammt aus den USA und ist in der Verarbeitung nicht perfekt. Dies ist weniger an den Spaltmaßen festzumachen. Vielmehr lässt sich dies am Lack erkennen. Dort sind einige Verdickungen (Nasen) zu finden und besonders haltbar ist er auch nicht, sodass er am Schweller schon abgeblättert ist, was Tesla jedoch anstandslos ausbessert.
Von einem mir bekannten Lackierer wird der Lack als sehr weich und damit anfällig für Steinschläge bezeichnet. Ich konnte mich bei den Teslas von einigen Freunden und Bekannten davon überzeugen, dass sich dies in den beiden Jahren und vor allem mit den in Deutschland und China produzierten Einheiten deutlich verbessert hat.
Zwar ist der Autopilot noch nicht vollständig autonom, aber er bietet dennoch ein großes Maß an Unterstützung bei der Fahrt. Es mag zwar wie eine Spielerrei klingen, aber ich habe besonders das „Herbeirufen“ ins Herz geschlossen. Ich habe schon mehrfach meinen Tesla in oder aus engen Parklücken manövrieren können und konnte damit schon mehrfach großen Pfützen auf Parkplätzen ein Schnippchen schlagen können.
Allerdings bieten die Sensoren auch zahlreiche Funktionen um Unfälle zu vermeiden. So kann der Tesla etwa ausweichen oder fährt bei Auffahrunfällen ein Stück vor, um den Aufprall zu dämpfen. Eine große Stärke des Tesla Model 3 sind die Autopilot-Funktionen. Mit den fortschrittlichen Fahrassistenzsystemen wie dem Spurhalteassistenten und dem adaptiven Tempomat wird das Fahren sicherer und entspannter.
Entlang aller Autobahnen findest du in 50 km Abständen Teslas Supercharger, während ansonsten auch Ladestationen anderer Anbieter angefahren werden können. Allerdings wird dort eine Ladekarte notwendig. Bei Tesla erkennt das Ladegerät hingegen dein Fahrzeug und kann über dein Tesla-Konto direkt abrechnen.
Beim Laden am Supercharger kann ich euch eine Empfehlung geben: Stellt euren Tesla nicht neben einem anderen Fahrzeug ab, wenn genug Plätze frei sind. Es empfiehlt sich stets eine Lücke zu lassen, da sich meist zwei Säulen die maximale Leistung teilen und du damit die Ladeleistung unnötig einschränkst.
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