Ich liebe Kabelmanagement: Wenn ihr euch jetzt fragt »Was ist denn mit dem los?«, dann lasst mich erklären.
Ich kann es nicht ausstehen sichtbare Kabel an meinem Arbeitsplatz, im Wohnzimmer oder sonst wo zu sehen. Leider bin ich aber doch etwas faul und lasse das ein oder andere Kabel mal so liegen, wie es am praktischsten, aber optisch nicht am besten wäre.
Ich liebe vielleicht nicht Kabelmanagement per se, aber das Ergebnis hinterher zu bestaunen, ist das, was ich daran schätze.
Und deswegen manage ich auch gerne die Kabel in meinem PC. Dabei habe ich ein paar Tipps und Tricks gelernt, die ich euch gerne weitergeben möchte.
Wählt das richtige Netzteil für euer Gehäuse aus
Bei Netzteilen gibt es drei Unterscheidungen, die für euer Kabelmanagement relevant sind:
- Modular
- Semi-Modular
- Nicht-Modular
Bei modularen Netzteilen könnt ihr selbst entscheiden, welche Kabel an das Netzteil angeschlossen werden und welche nicht. So erspart ihr euch unnötige Kabel, die das Management schwieriger machen würden.
Semi-Modulare Netzteile haben fest verbaute Kabel, aber auch Anschlüsse für optionale. In vielen Fällen lohnen sich diese Netzteile genauso sehr wie vollmodulare, da einige Kabel sowieso immer verwendet werden müssen, wie zum Beispiel der 24-Pin-Stecker für euer Mainboard.
Bei Netzteilen ohne Modularität sind alle Kabel fest verbaut. Gerade in Gehäusen mit wenig Platz sind sie unvorteilhaft, da ihr auch Kabel managen müsst, die gar nicht in Verwendung sind.
Für ordentliches Kabelmanagement solltet ihr euch also ein modulares oder semi-modulares Netzteil kaufen.
Es gibt aber auch Ausnahmen! Ich habe vor einigen Monaten einen PC in einem Fractal Design Focus 2 gebaut und in diesem ist tatsächlich ein nicht-modulares Netzteil von Vorteil. Das Case hat nämlich keine Abdeckung für das Netzteil und nur eine kleine Öffnung auf linken Seite, um die Kabel durchzuführen.
Weil die Kabel des nicht-modularen Netzteiles alle auf der linken Seite herauskommen, konnte ich es so verbauen, dass es aussieht, als hätte es gar keine Kabel.
Das richtige Gehäuse aussuchen
Wenn ihr nicht viel Zeit mit Kabelmanagement verbringen wollt, dann macht es Sinn ein Case auszusuchen, dass eine Netzteilabdeckung hat. So könnt ihr notfalls überschüssige Kabel einfach hineinstopfen und verstecken - nicht dass ich das machen würde. Ich zeige euch nur eine Lösung für faule Menschen auf, die sehr beliebt ist.
Es gibt allerdings auch Cases, bei denen Kabelmanagement eine richtige Herausforderung ist. Dazu zählen zum Beispiel Mini-Gehäuse für ITX-Mainboards.
Grundsätzlich gilt: Je kleiner ein Gehäuse ist, desto schwieriger ist das Kabelmanagement. Natürlich gibt es hierzu auch Ausnahmen.
Mein Case, das Fractal Design Torrent Compact gehört leider nicht dazu. Es ist zwar eines der besten Gehäuse für Luftkühlung, aber das schwierige Kabelmanagement ist eine bekannte Schwäche.
Beim Torrent Compact (schwarze Variante) befinden sich auf beiden Seiten Glaswände, obwohl man auf der Rückseite wirklich nur Kabel sehen würde. Dazu kommt, dass das Glas sehr nah an der Rückwand anliegt und nur wenig Platz zum Verlegen von Kabeln übrig ist.
Ich habe die Kabel zwar so verlegt, dass immerhin die Glaswand ohne sich zu biegen draufgepasst hat - ordentlich war es aber nicht wirklich.
Und nachdem wir bei FYNG-Tech über unsere Tech-Fails und über mangelhaftes Kabelmanagement geredet haben, war ich motiviert meine Versäumnisse aufzuholen.
Macht euch einen Plan bevor ihr anfangt
Die meisten PC-Gehäuse besitzen Aussparungen und Ösen, die extra für das Verlegen und Befestigen von Kabeln ausgelegt worden sind. Ich würde euch empfehlen einen groben Plan zu machen, wo ihr welche Kabel entlang verlegen wollt und wo sie befestigt werden sollen.
Das erspart euch für später jede Menge Arbeit, solltet ihr ein oder mehrere Kabel nochmal entfernen müssen, weil es unordentlich aussieht oder weil nicht genügen Platz vorhanden ist.
Vermeidet das Überkreuzen von Kabeln
Wenn es etwas gibt, dass mir beim Verlegen von Kabeln ein Dorn im Auge ist, dann sind es Überkreuzungen. Manchmal lässt sich dies nicht verhindern, aber man kann ein aufmerksames Auge darauf werfen.
Verbindet die Kabel des Netzteils mit den Komponenten eures PCs und führt sie entlang der vorher geplanten Routen, mit möglichst wenig Überkreuzungen.
Am besten fangt ihr da mit dem großen und dicken Mainboard-Kabel an. Anschließend geht ihr die Kabel der Größe nach durch und führt sie neben dem jeweils größeren entlang.
Nutzt rechte Winkel beim Verlegen
Die meisten PC-Gehäuse bieten euch Ankerpunkte für eure Kabel, um sie in geraden Linien und rechten Winkeln zu verlegen - nutzt diese, denn das sieht nicht nur deutlich ordentlicher aus, es hilft ebenso Überkreuzungen zu verhindern.
Weitere Farben zur Auswahl:
Wenn ihr Gesleevete Kabel für eure Netzteil-Kabel verwendet, solltet ihr auch unbedingt die Kabelklammern verwenden, die bei diesen beiliegen. Verwendet lieber mehr als zu wenig, um die ganzen Kabel ordentlich zusammenzuhalten.
Bündelt lange Kabel und versteckt sie hinter Komponenten
Gerade die Lüfterkabel für den CPU-Kühler zu verstecken, kann manchmal herausfordernd sein. Achtet bei der Platzierung des Lüfters darauf, wo das Kabel herauskommt und wie ihr es zum Mainboard führen wollt.
Am besten platziert ihr es so, dass ihr es anschließend hinter den Lüftern oder dem Heatsink verstecken könnt.
Bonus-Tipp: Beim AMD-Standard-Kühler könnt ihr in das Kabel eine kleine Schleife hineinmachen, um es etwas zu kürzen. Im Beispiel hier unten habe ich es noch zusätzlich hinter den Plastikrahmen des Kühlers geklemmt.
Es gilt allerdings zu beachten: Beim Verwenden von minderwertigen Komponenten, die womöglich schlecht verarbeitete Kabel verbaut haben, kann es beim Bilden von Schleifen oder bei der Platzierung in der Nähe von empfindlichen Bauteilen, wie zum Beispiel den RAM-Sticks, in seltenen Fällen zu Interferenzen kommen.
Eine ordentliche Vorderseite reicht oft aus
Wenn ihr nicht ganz so penibel wie ich seid, dann reicht es eventuell aus, dass die Vorderseite von eurem PC sauber und ordentlich aussieht.
Hier solltet ihr besonders darauf achten, dass keine Kabel quer über Komponenten verlegt werden. Euer Gehäuse sollte mehrere Öffnungen am Mainboard entlang besitzen, die euch erlauben in möglichst kurzen Wegen, die Anschlüsse auf diesem zu erreichen.
Mit etwas Vorplanung, Geschick und Geduld sollte es möglich sein, die meisten Kabel zu verstecken.
Wenn ihr eine undurchsichtige Rückseite besitzt, was ich für sehr wahrscheinlich halte, reicht es, die Kabel auf der Rückseite so zu verlegen, dass keine Knoten entstehen und man das Gehäuse ohne viel Druck noch zu bekommt.
Was sind eure Tipps?
So, das waren meine! Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr im Club »Wenn der PC zu geht, ist das Kabelmanagement erfolgreich« oder seid ihr genauso oder sogar penibler als ich?
Welche Tipps habt ihr für ordentliches Kabelmanagement, die ihr mit uns allen teilen wollt? Oder habt ihr vielleicht eine lustige Geschichte zu erzählen, die mit Kabelsalat zu tun hat?
Wir freuen uns eure Kommentare zu dem Thema!
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