Der weltgrößte Halbleiter-Auftragsfertiger TSMC hat ein Luxusproblem: Das taiwanische Unternehmen hat fast schon zu viele Aufträge. Wie die Korea Herald unter Berufung auf Branchenquellen berichtet, ist TSMCs hochmoderner 2-nm-Prozess bis 2028 vollständig ausgebucht.
Nvidia, AMD, Qualcomm und Apple haben demnach auf Jahre hinaus Kapazitäten reserviert, um ihre neuesten KI-Chips produzieren zu lassen – und der Markt verlangt noch mehr.
Die Konsequenz: Wer KI-Chips auf dem allerneuesten Stand der Lithografie fertigen lassen möchte und bei TSMC keinen Slot bekommt, hat weltweit genau eine Alternative. Angesichts der vergangenen Jahre wirkt die überraschend: Samsung könnte der große Profiteur werden.
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Weltneuheit: Samsung stellt neuen Prozessor mit besonderem Verfahren für das Galaxy S26 vor
Vom Sorgenkind zum potenziellen Gewinner
Denn noch vor einem Jahr war Samsungs Foundry-Geschäft vor allem für eines bekannt, nämlich Verluste und enttäuschende Ausbeuten bei seinem 3-nm-Prozess.
Dieses Bild verändert sich gerade, denn wie etwa die Korea Economic Daily berichtet, hat Samsung seine Fertigungsausbeute auf dem 2-nm-Prozess auf über 60 Prozent angehoben.
- Zum Vergleich: TSMC wird auf seinem 2-nm-Prozess auf eine Ausbeute von 60 bis 70 Prozent geschätzt.
- Samsung hat in diesem Kontext also zumindest zu seinem einzigen direkten Konkurrenten aufgeholt, nachdem man im zweiten Halbjahr 2025 nur 20 Prozent vorzuweisen hatte.
Die Ausbeute bestimmt, wie viele fehlerfreie Chips ein Wafer in Prozent liefert und ist damit ein maßgeblicher Faktor für die Produktionskosten sowie die Lieferverlässlichkeit eines Prozessknotens.
Herausforderungen bleiben: Ausbeute ist nicht alles
Trotz der positiven Entwicklung muss Samsung in einem anderen Punkt noch Vertrauen aufbauen, das TSMC sich über Jahre erarbeitet hatte.
- Stimmen aus der Industrie verweisen darauf, dass die verbesserten Ausbeuten bislang vor allem bei sehr spezifischen und vergleichsweise kurzfristigen Aufträgen (genannt werden Bitcoin-Mining-Chips) erzielt wurden.
- Beim Exynos 2600 – Samsungs hauseigenem Mobil-Prozessor als erster 2-nm-Chip des Unternehmens –, liegt die Ausbeute laut der Korea Economic Daily indes noch unter 50 Prozent.
Nvidia, Apple und Co. dürften also die Entwicklung noch etwas genauer beobachten, ehe eine Verschiebung der Machtverhältnisse im Halbleiterbereich eintrifft.
Schließlich sind die auf möglichst fehlerfreie Ausbeuten über längere Produktionszeiträume angewiesen, und TSMC hat nun mal mit einem Marktanteil von über 70 Prozent ein faktisches Quasi-Monopol.
Immerhin: Samsung sicherte sich bereits einen Nvidia-Großauftrag zum Grok-3-Sprachprozessor, der allerdings auf dem 4-nm-Knoten basiert; Apple und AMD befinden sich indes angeblich in erweiterten Gesprächen über zukünftige Kooperationen.
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