TSMC überholt Intel - Taiwanesischer Chiphersteller trotz Klage nun mehr wert

Der Chiphersteller TSMC hat nach überraschend guten Zahlen im dritten Quartal 2019 Intel im Marktwert überholt.

von Manuel Schulz,
23.10.2019 07:23 Uhr

TSMC hat Intel im Marktwert überholt (Bildquelle: TSMC) TSMC hat Intel im Marktwert überholt (Bildquelle: TSMC)

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, kurz TSMC, konnte am vergangenen Donnerstag Intel im Bezug auf den Börsenwert überholen. Der Zuwachs im Firmenwert folgte der Bekanntgabe der Zahlen vom dritten Quartal 2019.

Die Einnahmen betrugen 9,4 Milliarden US-Dollar, was im Vergleich zum Vergangenen Jahr eine Steigerung von mehr als zehn Prozent bedeutet. Im Vergleich zum letzten Quartal liegt der Zuwachs sogar bei mehr als 21 Prozent.

Als Grund dafür sieht TSMC die hohe Nachfrage nach 7nm Chips, die nur von wenigen Firmen in ausreichender Qualität gefertigt werden können. Mit diesen Chips wurden 17 Prozent der Umsätze erzielt.

Gerichtsverfahren gegen TSMC läuft noch

Zu den Kunden von TSMC zählt auch AMD. Zu den Kunden von TSMC zählt auch AMD.

Anfang des vergangenen Monats war TSMC noch mit negativen Schlagzeilen aufgefallen: Globalfoundries warf dem taiwanesischen Hersteller vor, insgesamt 16 Patente verletzt zu haben.

Das Verfahren läuft jedoch noch und TSMC hat die Vorwürfe in einem Statement bereits zurückgewiesen. Einige sehen die Patentklage als Versuch, einen (lukrativen) Vergleich mit TSMC zu schließen und den langwierigen Gerichtsprozessen aus dem Weg zu gehen.

Globalfoundries verklagt TSMC, dazu Apple und Qualcomm in Deutschland

TSMC-Vizepräsident Wendell Huang gibt sich unabhängig davon angesichts der aktuellen Zahlen zufrieden: »Unser Geschäft im dritten Quartal profitierte vom Marktstart verschiedener Premium-Smartphones und anderer Technologie, die auf die führende 7nm-Technologie von TSMC setzt.«

Aufgrund der wachsenden Nachfrage durch Smartphone-Hersteller und Produzenten von neuer 5G-Technik hat sich die Lieferzeit jedoch verdreifacht.

TSMC erhöht geplante Investitionsausgaben

Als Reaktion auf die guten Umsätze hat das Unternehmen die Investitionspläne von zehn bis elf Milliarden Dollar um vier Milliarden aufgestockt. 1,5 Milliarden sollen in eine Aufstockung der 7nm-Produktion gesteckt werden, 2,5 Milliarden in einen Ausbau der 5nm-Produktion.

Intel hat derweil immer noch mit Problemen zu kämpfen. Der Umstieg auf eine 10nm-Technik wurde immer wieder verschoben, zuletzt gab es sogar Gerüchte, dass es gar keine Desktop-CPUs in diesem Verfahren geben werde (die Intel allerdings dementiert hat).

Intel kämpft noch immer mit der 10nm-Produktion. Intel kämpft noch immer mit der 10nm-Produktion.


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