Der Victrix Pro FS 12 Leverless Arcade Fight Stick ist ein sogenannter »All-Button-Controller«. Diese sind auch bekannt unter den Namen »Leverless« oder »Hitbox«.
Solche Controller gewinnen vor allem bei Fighting-Game-Spieler und -Spielerinnen an Beliebtheit. Durch das Ersetzen vom Arcade-Joystick mit vier Richtungstasten lassen sich präzisere Eingaben mit einer niedrigeren Wahrscheinlichkeit für Fehler machen.
Aber muss man dafür wirklich so viel Geld ausgeben? Die UVP von diesem Controller liegt bei stolzen 400 Euro! Das ist fast so viel wie eine PlayStation 5. Inzwischen ist er immerhin immer wieder für etwa 300 erhältlich, was aber immer noch nicht günstig ist. Ich habe den Victrix Pro FS 12 Leverless für euch drei Wochen lang getestet.
Transparenzhinweis: Turtle Beach hat mir den Victrix Pro FS 12 Leverless zu Testzwecken kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Verarbeitung: Hochwertiger geht kaum
Bei einem so hohen Preis hatte ich entsprechend hohe Erwartungen an die Verarbeitung von diesem Controller – und ich wurde nicht enttäuscht.
Das Gehäuse besteht aus einem einzigen Stück Aluminium, das laut Turtle Beach »Flugzeugqualität« hat. Ich kann das nicht wirklich verifizieren, aber ich kann euch sagen, dass die Verarbeitung auf einem äußerst hohen Level ist.
Das Gehäuse ist außerdem schön abgerundet, weshalb meine Handflächen angenehm auf dem Controller liegen. Die Tasten sind ebenfalls ergonomisch angeordnet.
Der einzige Nachteil beim Spielkomfort ist, dass sich das Metall im Winter recht kalt anfühlen kann. Ich habe dafür immer mit einem langarmigen Pullover gespielt.
Der Controller wiegt stolze 3,53 Kilogramm. Das ist aber auch ein Vorteil beim Spielen, da er dank seines Eigengewichts und der Schaumstoff- und Gummipolster auf der Rückseite nicht verrutscht – egal, ob ich ihn auf einen Tisch oder auf meinen Schoß lege.
Die 12 Tasten auf der Vorderseite stammen von Sanwa Denshi. Solche kommen auch in japanischen Arcade-Maschinen zum Einsatz. Sie sind für ihre Langlebigkeit und hohe Empfindlichkeit bekannt. Dadurch sind sie besonders schnell beim Auslösen.
- Die hohe Empfindlichkeit kann aber auch ein Nachteil sein, wenn ihr eure Finger gerne auf die Tasten legt. Es kann zu unbeabsichtigten Eingaben kommen.
- Sanwa Denshi-Tasten sind für ihre Lautstärke bekannt. Sie klacken sehr laut und das ist bei diesem Controller nicht anders.
- 11 Tasten haben einen Durchmesser von 24 mm. Nur die Oben-Taste ist 30 mm groß. Das ist ein bekanntes Layout für diese Art von Controller.
- Über den Aktionstasten befindet sich eine Leiste mit zusätzlichen Tasten, die nur aufleuchten, wenn der Controller eingeschaltet ist: das Touchpad und die PlayStation-Taste.
- Die Tasten-Legende ist nicht aufgedruckt, sondern eingraviert.
Design und Beleuchtung: RGB darf natürlich nicht fehlen
Der Controller ist entweder in Weiß oder Lila verfügbar. Das Aluminium fühlt sich nicht nur hochwertig an, sondern sieht auch richtig gut aus.
Betrachtet man den Victrix Pro FS 12 Leverless von der Seite, wird klar, dass der Controller länger ist als eigentlich notwendig. Das Aluminiumgehäuse ragt etwa sechs Zentimeter vom eigentlichen Gehäuse heraus, um Platz für zwei Griffe zu machen.
Die Innenseite wird durch RGB-Streifen beleuchtet, die über den Controller auch anpassbar ist. Ich finde, das sieht ziemlich gut aus, aber es ist eben nicht wirklich notwendig.
Immerhin sind die Griffe ganz praktisch – gerade für Turnierspieler und -spielerinnen, die mal von Tisch zu Tisch gehen müssen.
Konnektivität: ein kabelgebundener Spaß
Der Victrix FS 12 Pro Leverless kommt mit einem drei Meter langen USB-C-Kabel, das in die Rückseite vom Controller gesteckt wird. Allerdings ist der Controller nicht kabellos verwendbar, was ich für diesen Preis nicht nachvollziehen kann.
Klar, richtet sich dieser Controller an Fighting Game-Spieler und -Spielerinnen, die vor allem kompetitiv spielen wollen und eine kabelgebundene Verbindung sorgt für die kleinstmögliche Latenz.
Allerdings wäre ein USB-Receiver für kabelloses Spielen bei einer UVP von 400 Euro zu erwarten gewesen. Die kabellose Latenz ist heute kleiner denn je, und das wäre vor allem für Konsolenspieler und -spielerinnen praktisch.
Ich selbst spiele auch an einem Fernseher und sitze etwa 2,5 Meter vom Fernseher entfernt. Das Kabel nervt dann schon etwas.
Modularität: Einfach über die Rückseite
Um Fightsticks wie diesen gibt es eine große Modding-Community. Nicht selten tauschen Spieler die Tasten oder Joysticks gegen andere Modelle aus, die besser zu ihrem Geschmack passen.
Wenn jemand etwa die hohe Empfindlichkeit und Lautstärke der Sanwa-Tasten nicht mag, kann man stattdessen zu Modellen vom koreanischen Hersteller Crown greifen. Diese verwenden Schalter, wie man sie auch bei Gaming-Tastaturen findet.
Der Austausch der Tasten ist bei diesem Controller äußerst einfach und erfordert kein Werkzeug. Ihr könnt die Rückseite einfach aufklappen und habt sofort Zugriff auf die Tasten und Kabel.
So leicht gelingt der Tastenwechsel:
- Zieht erst die Klinkenstecker vom alten Controller ab.
- Drückt die Halteklammern vom alten Button und drückt ihn nach oben heraus.
- Installiert die neue Taste.
- Steckt die Klinkenstecker wieder an.
Weil die Klinkenstecker-Kabel bei diesem Controller alle schwarz sind, würde ich euch empfehlen, nur eine Taste nach der anderen auszutauschen, da ihr sonst am Ende nicht wisst, welches Kabel zu welcher Taste gehört.
Wie spielt es sich damit?
Bei »gewöhnlichen« Fightsticks befindet sich auf der linken Seite ein digitaler Acht-Wege-Joystick. Bei All-Button-Controller wie diesem findet ihr stattdessen vier Richtungstasten.
Der größte Vorteil ist die erhöhte Präzision bei komplexen Eingaben. Bei Fighting Games kann eine Fehleingabe schnell zu einer Niederlage führen.
Seit ich auf so einen All-Button-Controller umgestiegen bin, hat sich meine Fehlerquote drastisch verringert und ich gewinne mehr Runden. Besonders schwere Eingaben fallen mir damit sogar deutlich leichter (Beispiel: Electric Wind God Fist in Tekken 8).
Das 12-Tasten-Layout ist mir persönlich allerdings zu einschränkend. Ich habe gerne links und rechts von der Oben-Taste zusätzliche Tasten, die ich mit Zusatzfunktionen belegen kann. So kann ich in Spielen wie Tekken 8 bestimmte Aktionen schneller ausführen.
Beispiel: Um Heat, eine Game-Mechanic von Tekken 8, zu aktivieren, müssen zwei Tasten gleichzeitig gedrückt werden. Es kann sehr leicht passieren, dass man eine Taste nur wenige Frames früher betätigt als die andere. Das sorgt schon dafür, dass nicht Heat aktiviert wird, sondern ein Schlag oder ein Kick auf dem Bildschirm passiert. Eine Taste, die auf Knopfdruck Heat aktiviert, umgeht dieses Problem.
Inzwischen gibt es viele All-Button-Controller, die deswegen auf ein Layout mit 14 oder gar 16 Tasten setzen – und sie sind alle günstiger als dieser.
Der Victrix Pro FS 12 Leverless bietet euch dank höherer Präzision einen kompetitiven Vorteil – den man aber auch für weniger Geld bei günstigeren Modellen erhält und manchmal sogar noch besser.
Mehr allgemeine Informationen zu All-Button-Controllern, findet ihr in diesem Artikel:
Spezifikationen
- Tasten: Sanwa Denshi, Patentierter abnehmbarer Link 2-Joystick, ergonomisches Layout
- Gehäuse: Integriertes Schaumstoff-Schoßpolster auf der Rückseite, Aluminium in Flugzeugqualität, 6,28 Grad Handgelenksneigung, Integrierte Tragegriffe
- Offizielle Lizenz: PlayStation (kompatibel mit Playstation und PC)
- Lieferumfang: Victrix PRO FS 12 Leverless,Staubkappe für abnehmbare Welle, 3 Meter abnehmbares, geflochtenes USB-C-Kabel, Innensechskantschlüssel, Aufbewahrungstasche, Bedienungsanleitung
Preis und Verfügbarkeit
- Release: Bereits erfolgt.
- Preis: 400 Euro (UVP). Inzwischen für etwa 300 Euro erhältlich.
So habe ich getestet
Ich habe den Victrix Pro FS 12 Leverless über drei Wochen in Tekken 8 und Street Fighter 6 verwendet.
Solltet ihr euch den Victrix Pro FS 12 Leverless kaufen?
Der Victrix Pro FS 12 Leverless ist für euch, wenn ...
- ... ihr Arcade-Joysticks und D-Pads zu unpräzise für Fighting Games findet und ...
- ... ihr einen besonders hochwertigen und robusten Fightstick haben wollt, den ihr für viele Jahre verwenden wollt.
Alternativen:
Razer Kitsune: Der Kitsnue von Razer ist zwar nicht ganz so hochwertig verarbeitet wie der Victrix Pro FS 12 Leverless, aber dafür deutlich schlanker und leichter. Damit eignet er sich perfekt zum Mitnehmen.
Haute42 T16: Mein Geheimtipp für euch ist ein chinesischer Controller-Hersteller namens Haute42. Die Controller besitzen wie der Razer Kitsune eine flache Bauweise und verwenden Tastasturschalter für die Tasten. Viele Modelle, wie dieser T16, verfügen über zusätzliche Tasten, die euch einen weiteren Vorteil verschaffen.
Mehr zum Thema Controller findet ihr in unserer Controller-Kaufberatung:
Preis-Leistung: Der Victrix Pro FS 12 Leverless hat kein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man sich an der UVP von 400 Euro orientiert.
Günstige All-Button-Controller liefern euch ähnliche oder bessere Ergebnisse. Das heißt nicht, dass der Controller schlecht ist. Es ist sogar das Gegenteil der Fall.
Wenn ihr euch einen Controller für Fighting Games kaufen wollt, den ihr für viele Jahre verwenden werdet, dann lohnt es sich, initial mehr Geld in die Hand zu nehmen. Außerdem ist der Controller inzwischen immer wieder für unter 300 Euro erhältlich und damit schon eher eine Empfehlung wert.

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