160 Euro für eine Wasserpistole? Ich habe sie ausprobiert – und war überrascht

Wasserpistolen zur geselligen Abkühlung gibt es schon für wenige Euro, es gibt aber auch teure Luxusmodelle. Es war also dringend Zeit, dass wir uns von günstig bis teuer durchprobieren.

Niemand hat jemals für einen Artikel so leiden müssen! Bei 30 Grad Außentemperatur mit kühlem Wasser bespritzt werden - schlimm, schlimm! Niemand hat jemals für einen Artikel so leiden müssen! Bei 30 Grad Außentemperatur mit kühlem Wasser bespritzt werden - schlimm, schlimm!

Dieser Sommer ist heiß und oft sehr sonnig - die perfekte Zeit, sich mit einer Wasserschlacht im Freien ein wenig abzukühlen! Vergesst die kleinen Plastik-Handwasserwaffen aus dem Trödelshop, auch bei Wasserpistolen hat die Entwicklung nicht Halt gemacht: Inzwischen haben die Dinger Pumpen, Akkus und große Wassertanks.

Ihr merkt: Es wurde Zeit, dass GameStar sich dem Thema ausführlich widmet. Also habe ich mir drei beliebte Modelle bestellt und sie ausführlich ausprobiert. Alles für die Wissenschaft! Die Preisklassen? Zwischen 12 und fast 160 Euro, wobei zum Topmodell schon eine sehr große Preislücke klafft. Der subjektive Sieger des Vergleichs hat mich allerdings sehr überrascht.

Luxus-Abkühlung: Nerd-Wasserwerfer für die Highend-Gartenschlacht

Die Kontrahenten: Nerf Super Soaker, SpyraFour und Die Namenlose

Eine Wasserpistole für fast 160 Euro? Gibt es tatsächlich, ist aber eher ein ausgewachsenes Wassergewehr: Die SpyraFour rühmt sich mit einer Entwicklung in Deutschland (wird aber in China zusammengebaut), bringt auch unbefüllt das mit Abstand höchste Gewicht auf die Waage und sieht durchaus beachtlich aus.

Mit der SpyraFour fühlt sich die Wasserschlacht etwas mehr nach Battlefield oder Call of Duty an, als mit den anderen Testgeräten. Mit der SpyraFour fühlt sich die Wasserschlacht etwas mehr nach Battlefield oder Call of Duty an, als mit den anderen Testgeräten.

Die günstige NoName-Variante der SpyraFour, ebenfalls eine elektrische Wasserpistole, dient zum Vergleich, ob der hohe Aufpreis zum Topmodell gerechtfertigt ist. Allerdings ist es schwer, eine Wasserwaffe zu finden, die preislich näher an der SpyraFour liegt. Der per Licht, Plastikumhüllung und Ton simulierte Autocannon-Fake einer Variante für 60 Euro erschien dann doch zu wenig Mehrwert zu bieten, um für diesen Vergleich in Frage zu kommen. Es geht also offenbar nur erfrischend preiswert oder überraschend teuer.

Nerf Super Soaker Power Drench XL
Nerf Super Soaker Power Drench XL
Günstig aber überraschend gut
Kein Akku, kein Motor, kein Display - kein dreistelliges Preisschild. Die Super Soaker überrascht mit einfacher Handhabung. Ernsthafte Frage: Warum mehr investieren?
  • Leicht und einfach zu handhaben
  • Sehr günstig
  • Unkomplizierter Spaß
  • Kleiner Wassertank
  • geringste Reichweite im Test
ca. 18 €ca. 12 €
Elektrische Wasserpistole NoName
Elektrische Wasserpistole NoName
Wasserpistole 2.0?
Lichteffekte, Motorunterstützung für mehr Spritzreichweite und ein recht großer Tank - klingt super! Allerdings sind die Wasserspritzer des NoName-Modells irgendwie enttäuschend schwach und die Technik fragwürdig.
  • Höhere Reichweite als die Nerf
  • Lichteffekte
  • weniger kindliches Aussehen
  • Seltsame USB-Steckverbindung
  • Wassertankabdeckung nicht komplett abgedichtet
ca. 37 €ca. 31 €
SpyraFour
SpyraFour
Der Premium-Wasserblaster
Verschiedene Spritzmodi, ein integriertes Display und sogar Spielvorlagen sowie automatisches Nachpumpen von Wasser: Die SpyraFour protzt mit Ausstattung.
  • Einfache Befüllung per Motor
  • Integrierte Spiele
  • Viele Spritz-Modi
  • Hohes Gewicht
  • Auf Dauer nur wenig Mehrwert
ca. 157 €

Dritter im Bunde ist ein Klassiker: Die Nerf Super Soaker Power Drench XL ist klar als Plastikspielzeug zu erkennen und verzichtet auch auf Akku und Pumpe - hier gilt Handarbeit. Größter Pluspunkt auf den ersten Blick ist der niedrige Preis von unter 20 Euro. Aktuell im Angebot ist die Nerf-Wassergun sogar noch deutlich günstiger.

Ist das der beste Wasserblaster für die hochsommerliche Abkühlung?

Ist die SpyraFour ihren Preis wert?

Zuerst der Elefant im Raum: Die SpyraFour ist die teuerste Wasserpistole, die mir bisher untergekommen ist, und irgendwie ist der Begriff Wasserpistole unpassend. Es ist ein ausgewachsenes Gewehr. Tatsächlich ist schon das Leergewicht beachtlich. Auch wenn der integrierte Akku erstaunlich lange durchhält, der Energiespender kann nicht alleine dafür verantwortlich sein.

Erwachsenen-Wasserwumme: Die SpyraFour fühlt sich hochwertig an, für Kinder ist sie aber schon aufgrund des Gewichtes kaum geeignet. Erwachsenen-Wasserwumme: Die SpyraFour fühlt sich hochwertig an, für Kinder ist sie aber schon aufgrund des Gewichtes kaum geeignet.

Allerdings ist ja auch noch ein Motor verbaut, der das Wasser in verschiedenen, per Display einstellbaren, Modi auf die Kontrahenten befördert. Der Trigger lässt sich auch in die andere Richtung drücken, dann saugt die SpyraFour motorisiert Wasser an. Der Füllstand ist auf dem Display ablesbar.

Oder auch nicht: Ausgerechnet Sonne bereitet dem leuchtschwachen Bildschirm Probleme, ohne schützend darüber gehaltene Hand ist er nur schwer ablesbar. Schade, denn dort lassen sich auch Modi für Duelle und andere Spielarten einstellen, für die ihr aber zwei der Blaster benötigt.

Hier werden die Modi für Schuss und Spiel eingestellt, die Einstellungen werden auf dem Display angezeigt. Hier werden die Modi für Schuss und Spiel eingestellt, die Einstellungen werden auf dem Display angezeigt.

Mit gut 12 Metern bietet die SpyraFour im Power-Preset die höchste Reichweite der ausprobierten Wasserwaffen, andere Modi sind etwas schwächer. Das Display zeigt den Füllstand in Prozent an, ein kräftiger Puls im Powermodus lässt den Füllstand um gut 20% fallen. Immerhin ist dank Pumpensupport schnell nachgeladen - einen Eimer Wasser solltet ihr aber schon neben euch stehen haben, um nicht mitten im Kampf ohne flüssige Munition zu stehen.

Angesichts des hohen Preises von fast 160 Euro fällt mein Urteil aber kritischer aus, als es angesichts der Möglichkeiten der SpyraFour zu erwarten gewesen wäre, Natürlich bringen die ganzen Features Spaß, der Blaster fühlt sich hochwertig an und die SpyraFour ist eindeutig das, was ich als Wasserpistole 2.0 bezeichnen würde.

Die SpyraFour gibt es in unterschiedlichen Farben und sogar im etwas günstigeren Bundle, bestehend aus zwei Nerd-Wasserwerfern. Die SpyraFour gibt es in unterschiedlichen Farben und sogar im etwas günstigeren Bundle, bestehend aus zwei Nerd-Wasserwerfern.

Aber privat und ohne einen Artikel dazu zu schreiben, würde ich mir die SpyraFour für den aufgerufenen Preis nicht kaufen - mit deutlich günstigeren Geräten hatte ich nämlich erstaunlicherweise fast genauso viel Spaß. Wenn euch die gebotenen Features den Aufpreis wert sind, bekommt ihr eine gut verarbeitete und sehr robuste Waffe, mit der ihr auf jeden Fall das Highlight der Wasserschlacht seid.

Highend-Wasserschlachten mit der SpyraFour

Der direkte Kontrahent: Elektrisches NoName Wassergewehr

Nachdem SpyraFour massiv mit technischen Features auftrumpfen konnte: Wie schlägt sich die NoName-Variante? Das hier gezeigte Modell liegt in der Preisklasse 30-40 Euro, ihr könnt also eine ganze Familie zum Preis einer SpyraFour ausstatten. Dafür gibt es allerdings kein robustes Monster wie die Spyra, sondern eher das, was aus dem Spielzeugladen bekannt ist. Es geht noch weiter: Das Ding hat nicht einmal einen Namen...

Pump-Action und Trigger: Die NoName-Wasserpistole bietet zwei Schussmodi, einen großen Tank und ein paar Lichteffekte, sonst aber kaum Mehrwert gegenüber der Super Soaker. Pump-Action und Trigger: Die NoName-Wasserpistole bietet zwei Schussmodi, einen großen Tank und ein paar Lichteffekte, sonst aber kaum Mehrwert gegenüber der Super Soaker.

Bei der Montage des separat beiliegenden Akkus in Form einer Schulterstütze fällt der Preispunkt noch stärker auf: Der USB-Anschluss zum Laden ist auf einer Seite zwar der bekannte USB-A-Port, zum Gerät hin wird daraus aber ein Anschluss, wie er sonst eher an LED-Streifen zur Stromversorgung anzufinden ist. Normgerecht ist das eher nicht und auch der Rest vom Kabel wirkt wenig vertrauenserweckend.

Nicht ganz dicht: Hier läuft ärgerlicherweise immer ein wenig Wasser aus, wenn die gefüllte Flüssigkeitswaffe liegend gelagert wird. Nicht ganz dicht: Hier läuft ärgerlicherweise immer ein wenig Wasser aus, wenn die gefüllte Flüssigkeitswaffe liegend gelagert wird.

Geladen wird der Blaster entweder über eine mit etwas undichter Klappe abgedeckte Öffnung an der Oberseite oder motorisiert, indem die Mündung ins Wasser gehalten wird. Hinlegen solltet ihr die gefüllte H2O-Waffe aber nicht: Es fließt immer ein kleines bisschen Flüssigkeit heraus.

Die beiden Spritzmodi sind nett als Auswahl, es gibt einen kontinuierlichen Wasserstrahl und einen Blastmodus. Die Reichweite beträgt dabei maximal 10 Meter, wie ich selbst gemessen habe. Allerdings ist die verspritzte Wassermenge pro Schuss recht gering, so richtig klatschnass eskaliert die Wasserschlacht damit nicht.

Rechts das normgerechte USB-Kabel der SpyraFour, links der seltsame Pfostenstecker mit Flachbandkabel der NoName-Variante. Rechts das normgerechte USB-Kabel der SpyraFour, links der seltsame Pfostenstecker mit Flachbandkabel der NoName-Variante.

Angesichts des niedrigen Preises finde ich das NoName-Angebot trotz der Nachteile interessant, nervig ist aber der auslaufende Wassertank und das Ignorieren jeglicher USB-Normen.

Elektrisch aber bezahlbar: Full Auto Electric Water Gun

Kinderspielzeug? Nerf Super Soaker ist mein Überraschungstipp

Ich gestehe: Zu Anfang habe ich von der Nerf Super Soaker nicht viel gehalten. Das günstigste Blastermodell aus dem Test sieht sehr nach Kinderspielzeug aus, ist knallbunt gefärbt und hat keinerlei Nerd-Technik an Bord. Dafür aber erstaunlich robuste Materialien und die im harten Gartenkampf sehr praktische Nachlademöglichkeit per Gardena-Steckanschluss für eine Ladebasis.

Auch hingelegt bleibt das Wasser dabei im Tank und landet nicht auf dem Tisch - vorbildlich!

Der Nerf Super Soaker fehlt der Flair erwachsener wirkender Wasserpistolen - wenn ihr darauf verzichten könnt, wäre sie aber trotzdem mein Tipp. Der Nerf Super Soaker fehlt der Flair erwachsener wirkender Wasserpistolen - wenn ihr darauf verzichten könnt, wäre sie aber trotzdem mein Tipp.

Auf diese wird das Wassergewehr einfach aufgesteckt, ein kurzer Druck lädt dann sichtbar einen Wasserbeutel mit Flüssigkeit voll. Da die Super Soaker recht großzügig beim Wasserstrahl ist, muss die Waffe aber auch recht oft nachgeladen werden.

Trotzdem fällt die Reichweite mit maximal acht Metern am geringsten im Umfeld aus. Die Super Soaker verspritzt auch auf dem Weg zum Ziel recht viel Wasser, was die Effektivität senkt. Auch hier gibt es zwei Spritzmodi: Ein Wasserstrahl oder Impulsschuss.

Wasser nachladen einfach gemacht: Per Gardena-Stecksystem wird die Ladebasis flott mit dem Gartenschlauch verbunden und die Nerf effektiv geladen. Wasser nachladen einfach gemacht: Per Gardena-Stecksystem wird die Ladebasis flott mit dem Gartenschlauch verbunden und die Nerf effektiv geladen.

Auch wenn Kraft und Reichweite mangels Motorsupport geringer ausfallen, als bei den beiden Kontrahenten, gefällt mir persönlich die Nerf Super Soaker am besten im Vergleich. Warum ausgerechnet? Weil sie unkompliziert zu nutzen ist, dabei auch dank des geringen Gewichtes gut tragbar bleibt und trotzdem nicht weniger Spaß bereitet, als die beiden teureren Modelle.

Und auch, wenn sie im Eifer des Gefechtes vielleicht schneller kaputt geht, als die robuste und schwere SpyraFour: Angesichts des niedrigen Preises ist ein wenig Schwund hier viel leichter zu verschmerzen. Zum Preis einer Spyra könnt ihr auch gleich die ganze Nachbarschaft mit Super Soakern ausstatten.

Unglaublich günstig und trotzdem Testsieger: Nerf Super Soaker

Fazit: Es muss nicht immer Highend sein

Mein Fazit kommt vor allem für mich selbst überraschend: Von der SpyraFour habe ich viel mehr erwartet, als sie leistet. Das günstige NoName-Modell hingegen ist irgendwie ok aber fragwürdig verarbeitet. Und ausgerechnet der Nerf-Schnäppchenblaster hat am Ende die meisten Sympathiepunkte ernten können.

Nerf Super Soaker Power Drench XL
Nerf Super Soaker Power Drench XL
Günstig aber überraschend gut
Kein Akku, kein Motor, kein Display - kein dreistelliges Preisschild. Die Super Soaker überrascht mit einfacher Handhabung. Ernsthafte Frage: Warum mehr investieren?
  • Leicht und einfach zu handhaben
  • Sehr günstig
  • Unkomplizierter Spaß
  • Kleiner Wassertank
  • geringste Reichweite im Test
ca. 18 €ca. 12 €
Elektrische Wasserpistole NoName
Elektrische Wasserpistole NoName
Wasserpistole 2.0?
Lichteffekte, Motorunterstützung für mehr Spritzreichweite und ein recht großer Tank - klingt super! Allerdings sind die Wasserspritzer des NoName-Modells irgendwie enttäuschend schwach und die Technik fragwürdig.
  • Höhere Reichweite als die Nerf
  • Lichteffekte
  • weniger kindliches Aussehen
  • Seltsame USB-Steckverbindung
  • Wassertankabdeckung nicht komplett abgedichtet
ca. 37 €ca. 31 €
SpyraFour
SpyraFour
Der Premium-Wasserblaster
Verschiedene Spritzmodi, ein integriertes Display und sogar Spielvorlagen sowie automatisches Nachpumpen von Wasser: Die SpyraFour protzt mit Ausstattung.
  • Einfache Befüllung per Motor
  • Integrierte Spiele
  • Viele Spritz-Modi
  • Hohes Gewicht
  • Auf Dauer nur wenig Mehrwert
ca. 157 €

So gespannt ich auf Display, Schussmodi und Motorpower bei der SpyraFour war, so egal waren diese Extras während einer realen Wasserschlacht. Dafür war der Tank zu schnell leer und die Arme aufgrund des Gewichtes schwer. Aufgrund weniger Wassermenge beim Schießen hielt der Tank des NoName-Modells sogar länger durch und viel weniger Spaß hat das H2O-Geballere damit auch nicht gebracht.

Da schaut er blöd, der doofe Ork. Aber tatsächlich würde ich eher mit der Nerf-Gun nach Mordor ziehen um Orks zu bewässern, als mit den beiden anderen Wasserblastern. Da schaut er blöd, der doofe Ork. Aber tatsächlich würde ich eher mit der Nerf-Gun nach Mordor ziehen um Orks zu bewässern, als mit den beiden anderen Wasserblastern.

Trotzdem landet NoName auf meinem persönlichen letzten Platz - der Tank läuft aus, wenn sie liegend gelagert wird, die USB-Verbindung ist fragwürdig und die generelle Verarbeitung wenig vertrauenserweckend. SpyraFour darf sich allerdings nicht über die Siegerposition freuen, da steht bei mir tatsächlich die Nerf Super Soaker.

Eine sehr angenehme Beobachtung im Vergleich: Keiner der Blaster hat einen gefährlich hohen Wasserdruck aufgebaut. Bei der kräftigen SpyraFour ist es zwar schon etwas unangenehm, aus direkter Nähe getroffen zu werden, Verletzungen treten dabei aber keine auf.

Meine Empfehlung aus dem Vergleich: Nerf Super Soaker Power Drench XL
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