3.000 Charaktere, 400 Einstellungen: In »Wildwood« findet ihr die epischste Stop-Motion-Schlacht, die je gedreht wurde

Laikas kommender Stop-Motion-Film »Wildwood« lässt sich in der finalen Schlacht nicht lumpen und führt eine gigantische Masse an Figuren ein.

Auch für Wildwood setzt Laika auf Stop-Motion – und das aufwändiger als je zuvor. (Bildquelle: Laika) Auch für Wildwood setzt Laika auf Stop-Motion – und das aufwändiger als je zuvor. (Bildquelle: Laika)

Seit »Coraline« im Jahr 2009 setzt das Studio Laika bei seinen Filmen konsequent auf Stop-Motion. Die nächste Fassung dieses Konzepts steht kurz bevor: Am 5. November 2026 läuft mit »Wildwood« der sechste Film des Hauses in den deutschen Kinos an.

Zuvor hat das Magazin Entertainment Weekly in einer exklusiven Geschichte Details zum explosiven Finale von Wildwood veröffentlicht. Die hier gezeigte Schlacht besteht aus mehr als 400 Einstellungen und zeigt rund 3.000 Figuren – für Laika ist das die größte Sequenz in der Geschichte des Studios.

Video starten 2:27 Stop-Motion statt CGI: Der neue Film Wildwood ist von Hand gemachte Fantasy für die große Kino-Leinwand

Ein Schlachtfeld, das nicht ins Gebäude passt

Um möglichst spoilerfrei zu bleiben, gibt es hier nur einen ganz groben Umriss der besagten Wildwood-Szene: Hier verbünden sich drei Fraktionen gegen eine Armee aus Kojoten, während die Gegenspielerin Alexandra ein dunkles Ritual vollenden will.

  • Die Planungsgrundlage für dieses Gefecht bildet ein klassisches Raster: Produktionsdesigner Nelson Lowry rechnete jedem der 3.000 Kämpfer einen Kreis von rund 90 Zentimetern zu und legte alle im Maßstab aus.
  • Das hügelige Gelände entstand dabei in fünf verschiedenen Teilen – zusammengesetzt hätte sie das Ganze gar nicht ins Laika-Gebäude gepasst. Ursprünglich war das Set auch nur für 100 Figuren gedacht.
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Wildwood ist Laikas erster Film mit PG-13-Einstufung in den USA – vor allem wegen des Blutvergießens in diesem Finale. Damit das Chaos lesbar bleibt, greifen die Macher Entertainment Weekly zufolge zu zwei Kniffen:

  • Lowry setzte Landmarken wie eine große Felsformation ins Feld, damit Zuschauer während rasanter Schnitte eine Orientierung haben.
  • Die Hauptfiguren seien wiederum visuell so unverkennbar gestaltet, dass sie in der Masse nicht untergehen und das menschliche Auge ihnen folgen kann, wenn wichtige Dialoge geführt werden.

Auch das gezeigte Blut ist von langer Hand geplant: Oliver Jones, der bei Laika für die Figuren und Effekte die Verantwortung übernimmt, entstanden eigene Schlamm- und Blutflecken für die Kojoten. Kostümdesignerin Deb Cook musste hierfür ganz genau bleiben:

Jeder dieser Momente, in denen Verletzungen oder Wunden entstanden sind, musste sorgfältig dokumentiert werden, damit sie genau dann zum Vorschein kommen, wenn sie zum Vorschein kommen sollen, denn sie sind allesamt wichtige Punkte der Handlung. Die Gestaltung des Blutes und die Flecken auf den Kostümen sind ausführlich dokumentiert – jeder Riss, jeder Faden.

Mit Silikon und 3D-Druck

Laikas Puppen bestehen laut einem Set-Besuch von Inverse aus Silikon; ihre Skelette und die Muskulatur stammen wiederum aus dem 3D-Drucker. Hinzu kommen für Wildwood rund 140.000 gedruckte Ersatzgesichter. Bei »Missing Link« waren es laut Entertainment Weekly noch »nur« 106.000 Stück.

  • Im Film werden übrigens auch Würfe mit brennenden Teerkesseln gezeigt, die laut einem von Laika unterstützten Werbebeitrag im Empire-Magazin fast vollständig von Hand animiert wurden.
  • Die funktionstüchtigen Trebuchets im 1:12-Maßstab habe man dafür schlicht auf dem Studioparkplatz getestet.

Stop-Motion ist immer wieder einen Blick wert: Mandalorian und Grogu nutzte ebenfalls die Technik, die die Ur-Filme überhaupt erst möglich gemacht hat.


Entsprechend werden die Köpfe hinter Wildwood gegenüber Entertainment Weekly auch nicht müde zu betonen, wie umfangreich die Arbeiten tatsächlich ausfielen. In Jones' Augen wurde in der Welt der Stop-Motion-Filme noch nie etwas Vergleichbares produziert.

Ob sich der Aufwand tatsächlich gelohnt hat, erfahren wir spätestens zum Wildwood-Kinostart in den USA: Hier läuft der Stop-Motion-Film bereits am 23. Oktober 2026 über die Leinwände.


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