Star Wars bleibt sich treu: Mandalorian und Grogu nutzt eine veraltete Technik, die die Ur-Filme überhaupt erst möglich gemacht hat

Phil Tippett kennen sicher die wenigsten, dabei hat er eine Filmtechnik salonfähig gemacht, die seit Jahrzehnten in Star Wars-Filmen zum Einsatz kommt – auch beim neuesten.

»Lass den Wookie gewinnen«: Das Holoschach aus dem ersten Star Wars-Film hat viele von uns seiner Zeit beeindruckt. (Bildquelle: Disney) »Lass den Wookie gewinnen«: Das Holoschach aus dem ersten Star Wars-Film hat viele von uns seiner Zeit beeindruckt. (Bildquelle: Disney)

In der heutigen Zeit fragt man sich manchmal, wie Fantasy- und Sci-Fi-Filme vor 50 Jahren überhaupt möglich waren, so ganz ohne Computer. Die Antworten darauf sind vielfältig, aber eine davon ist: Stop Motion.

Stop Motion ist eine Filmtechnik, bei der unbewegte Figuren oder Objekte Bild für Bild leicht verändert und jeweils fotografiert werden. Spielt man die vielen Einzelbilder schnell hintereinander ab, entsteht die Illusion von Bewegung, ähnlich wie bei einem Daumenkino.

Wenn ihr jetzt das Gesicht verzieht, weil das nicht nur steinzeitlich, sondern auch aufwendig klingt, habt ihr recht.

  • Extrem zeitaufwendig, da jede Bewegung einzeln fotografiert werden muss. 
  • Kleine Fehler können Aufnahmen ruinieren.
  • Benötigt viel Geduld, Planung und präzises Arbeiten.

Und trotzdem setzte Mandalorian und Grogu auf Stop Motion. Nicht nur das: An Bord war Phil Tippett, der Mann, der die Technik salonfähig machte; eine Legende der Filmeffekte-Branche! So führt starwars.com seine Erfolge innerhalb des Franchises auf:

  • In Eine neue Hoffnung hat Tippet Jabba den Hutten erfunden, auf dessen Design alle Hutten des Star Wars-Universum basieren.
  • Tippett hat das Dejarik-Schach aus Eine neue Hoffnung (zu sehen im Titelbild) nicht nur animiert, sondern miterfunden.
  • In Rückkehr der Jedi-Ritter war Tippett zuständig für sämtliche Monster im Film.
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Für Mandalorian und Grogu war Tippett erneut zuständig – und das bei einer Szene, die man spielend auch am Computer hätte animieren können.

Achtung, es folgt eine Beschreibung der Szene, die mit Stop Motion erstellt wurde. Wer keine Spoiler möchte, überspringt den nächsten Absatz.

Der Mandalorianer sucht die Huttenzwillinge in ihrer Festung auf Nar Shaada auf. Dort trifft er auf zwei gigantische Kampfdroiden, die er besiegen muss. Besagte Kampfdroiden wurden mittels Stop Motion realisiert.

Zu sehen ist das unter anderem in diesem Post auf X von Discussing Film.

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Unter dem Post freuen sich die meisten Fans: »Kein KI-Schrott, bei Star Wars ist das einfach so« lautet einer der Kommentare. Andere Kommentatoren verweisen darauf, dass die Stop-Motion-Droiden sich mit weniger Frames pro Sekunde bewegt haben.

Warum man sich bei Disney für Stop Motion entschieden hat, konnten wir leider nicht herausfinden. Müssten wir raten, dann sicher, weil die Technik von jeher zur DNS von Star Wars gehört. Auch in The Mandalorian und Skeleton Crew kam sie zum Einsatz.

Ja, die Technik ist veraltet und aufwendig, aber tot ist sie deshalb noch lange nicht.

  • Netflix hat die Serie Pokémon-Conecierge im Programm, die ebenfalls komplett mit Stop Motion entstanden ist.
  • Vor zwei Jahren erschien ein neuer Wallace & Gromit-Film, dessen Knetfiguren seit Ende der 1980er Jahre mittels Stop Motion bewegt werden (via IMDB).
  • Laika ist ein amerikanisches Filmstudio, das ausschließlich Stop-Motion-Filme produziert, etwa Corpse Bride oder Kubo – Der tapfere Samurai. Im Oktober erscheint ihr neuester Film namens Wildwoord; einen Teaser-Trailer gibt’s auf YouTube zu sehen (übrigens mit fast 89 Millionen Aufrufen!).

Wenn ihr von Phil Tippett selbst etwas sehen möchtet: Der Film Mad God war jahrzehntelang in Produktion. Einen Trailer seht ihr hier:

Video starten 1:13 Mad God: Offizieller Trailer zum Stop-Motion-Film von Phil Tibbett


Noch mehr zu Filmtechnik:


Was wir von Mandalorian und Grogu halten, lest ihr in unserer spoilerfreien Kritik.

Unterm Strich sind viele Fans sicherlich froh, dass Disney und Star Wars in dieser Hinsicht ihren Wurzeln treu bleiben. Stop Motion bleibt auch 2026 eine zwar veraltete, aber sehenswerte Technik. Man darf davon ausgehen, dass Tippetts Beitrag zum neuesten Eintrag in die Historie des Star Wars-Franchises ein Liebesbrief an handgemachte Effekte ist – und ein Zwinkern in Richtung Fans.

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