Windows 11: Bluescreen hat nach 36 Jahren ausgedient, was kommt danach?

Das erste Mal seit seinem Auftauchen ändert Microsoft die Farbe des berühmten Bluescreens. Was kommt nun? Und weshalb war er bisher überhaupt Blau?

von Peter Bellmann,
02.07.2021 15:38 Uhr

Spätestens seit der Enthüllung von Windows 11 ist klar, Microsoft möchte im neuen Betriebssystem viele neue optische Akzente setzen. Diesen Umstand bekommt jetzt auch ein Bildschirm zu spüren, den viele Spieler sicher sehr gut kennen: Der »Bluescreen of Death« oder auch nur »BSOD« genannt.

Er vollzieht in Windows 11 einen optischen Wandel, weg von der Windows-10-Farbe Caerulean - einer Mischung von Azure und dunklem Himmelblau - hin zu einfachem Schwarz. Weshalb Microsoft sich für diesen Schritt entschieden hat, ist unklar.

Möglicherweise möchte man ein konsistentes Benutzererlebnis schaffen, da Boot- und Shutdown-Bildschirm ebenso in Schwarz gehalten sind, vermuten die Kollegen von The Verge. Das bisherige Blau des Bluescreens wird somit in den Ruhestand verabschiedet. Aber was verursacht diese Meldung eigentlich und weshalb war sie bisher immer blau?

Bluescreens sind durch ihre Bekanntheit bereits ein Bestandteil der Pop-Kultur. Bluescreens sind durch ihre Bekanntheit bereits ein Bestandteil der Pop-Kultur.

Was verursacht einen Bluescreen?

Der Kernel, also das Herz des Betriebssystems entscheidet, wann und ob ein Bluescreen auftaucht. Einen Bluescreen kann man sich wie eine Notbremse vorstellen.

In bestimmten Situationen, etwa wenn ein Treiber auf ihm nicht zugewiesenen Speicher zugreift, wird dieser vom Kernel präventiv ausgelöst, um schwerwiegenderen Problemen wie einem Überschreiben der vom Nutzer gespeicherten Daten zuvorzukommen.

In den letzten Jahren hat Microsoft immer wieder kleinere Anpassungen vorgenommen, um uns über den Bluescreens auch hilfreiche Tipps zur Problemsuche zu geben, wie ihr in diesem Artikel lesen könnt:

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Windows von Haus aus »sehr stabil«

David Plummer, ein Microsoft-Entwickler, der auch für den Task Manager verantwortlich zeichnet, betont jedoch, dass ein Bluescreen immer nur die letzte Option für das System darstelle.

Laut Plummer sind ausgelieferte Windows-Versionen von Haus aus sehr stabil und er hätte noch nie einen Bluescreen gesehen, der von Windows selbst verursacht wurde.

Das Problem seien meist Gerätetreiber. Diese hatten bisher häufig die selben Berechtigungen wie der Kernel. Somit wurden auftauchende Fehler in diesen Treibern wie Kernel-Fehler behandelt. Glücklicherweise hat Microsoft dieses Problem aber erkannt und über die Zeit immer mehr Treiber aus der Kernel-Ebene entfernt.

Seit man Treiber von Druckern und Soundkarten vom Kernel ausgeschlossen hat, hat sich die Zahl der Bluescreens drastisch reduziert. Auf der anderen Seite hat man über die Jahre auch einigen Treiber den Zugriff zum Kernel gestattet, etwa mit Grafikkartentreibern in Verbindung stehenden Systemen, um die Performance zu verbessern.

Weshalb gerade Blau?

Link zum YouTube-Inhalt

Auch auf diese Frage liefert David Plummer eine Antwort (siehe das oben verlinkte Video). Der ursprüngliche Entwickler des Bluescreens, John Vert, arbeitete an einer MIPS RISC Box, einem sehr einfachen Computer. Hier zeigte die Firmware durchgehend weißen Text auf blauem Hintergrund.

Somit erstellte John Vert den Bluescreen mit genau diesem Schema, um ein möglichst konsistentes Nutzererlebnis zu schaffen. Sicher hätte er sich nie träumen lassen, dass sein Bluescreen diese Struktur noch für über 30 Jahre behält.

Wie steht ihr zu der farblichen Veränderungen des Bluescreens und welche Erfahrungen habt ihr damit in der Vergangenheit gemacht? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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