Am 20. November 2025 feiert Microsoft Windows seinen 40. Geburtstag. Passend zum Jubiläum fand die alljährliche »Ignite«-Entwicklerkonferenz statt, in der das Redmonder Unternehmen einen Ausblick auf die kommenden Änderungen zur Schau stellte.
Natürlich ist Künstliche Intelligenz an dieser Stelle das große Thema. Immerhin ist Microsoft schon seit Jahren darauf erpicht, KI-Tools in das Betriebssystem einzubauen – Kritik hin oder her. Auch auf der Ignite 2025 ging es um solche Integrationen, die künftig einen Schritt weitergehen sollen: Windows soll zur »Leinwand für KI« werden.
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KI fair und transparent? Experten erklären, wo es hakt und was sich ändern muss
KI-Agenten kommen in grundlegende Arbeitsabläufe
Wie Microsoft gegenüber The Verge erklärt, werden künftig KI-Agenten wie der hauseigene Copilot direkt und fest im Betriebssystem verankert. Hierzu zählt die Integration in die Taskleiste, die sich beispielhaft mittels »Frag Copilot« direkt in den Arbeitsablauf einnisten.
Diese Integration geht nicht nur um das Hinzufügen von Agenten, sondern darum, sie zur eigentlichen Betriebssystem-Erfahrung zu machen.
Windows-Chef Pavan Davuluri via The Verge
Der Kern des neuen Ansatzes liegt in der »Agent Workspace«, einer separaten, Unternehmensangaben zufolge kontrollierten Umgebung für die KI-Agenten. Diese Arbeitsumgebung funktioniert im Grunde genommen wie eine eigene Windows-Sitzung mit eigenem Desktop, eigenem Benutzerkonto und unabhängigen Systemressourcen – nur eben automatisiert.
Dadurch bleibt die Durchführung der gewählten Aufgaben parallel zu den Anwendungen des Benutzers, der die Kontrolle behalten soll: Alle Aktionen der Agenten sind transparent einsehbar, Berechtigungen können fein gesteuert werden und jede Interaktion wird nachvollziehbar protokolliert, wie Microsoft verspricht.
Im Gegensatz zu vollständigen virtuellen Maschinen optimiert Microsoft zudem die »Agent Workspace« auf CPU- und RAM-Effizienz und skaliert die Auslastung je nach Anforderung hoch.
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Die erste konkrete Implementierung trägt den Namen »Copilot Actions« und wird bereits zu Windows-Insidern ausgerollt. Mit dieser Funktion können Agenten Zugang zu häufig genutzten Ordnern (Desktop, Bilder, Videos, Musik) erhalten und dort lokale Dateien bearbeiten.
Microsofts Beispiele im zugehörigen Blogeintrag machen auf alltägliche Arbeitsschritte aufmerksam: Fotoalben sortieren, Downloads-Ordner organisieren, Dateien konvertieren oder Informationen aus PDFs extrahieren – alles vom KI-System übernommen, während der Nutzer andere Aufgaben verrichtet.
- Bei Microsoft-eigenen KI-Agenten muss es indes nicht bleiben. Mittels der nativen Unterstützung des »Model Context Protocol« (MCP) von Anthropic können Drittanbieter ihre Programme als »Agent Connectors« registrieren.
- Damit entstehen etwa für den Datei-Explorer oder die Windows-Einstellungen standardisierte Schnittstellen, die KI-Agenten laut Microsoft eine sichere, begrenzte Interaktion mit dem Betriebssystem gestatten.
Wie üblich läuft Microsofts Fahrplan zur Verteilung der neuen Features gestaffelt ab. Für den Agent Workspace ist demnächst eine eingeschränkte Entwicklervorschau geplant, während die Copliot Actions schon jetzt als Insider-App-Update zur Verfügung stehen – außer im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).
In der EWR (und damit auch in Deutschland) gibt es noch keinen Veröffentlichungszeitraum für die Copilot Actions, was mutmaßlich mit den strengeren KI- und Datenschutz-Regulierungen innerhalb der EU zusammenhängen dürfte. Microsoft selbst schweigt sich zu den Gründen wie gehabt aus.
Grundsätzlich sollen aber alle Neuerungen auch bei der Ankunft hierzulande ohnehin Opt-in sein – ihr müsst die KI-Agenten also explizit freischalten, um darauf zugreifen zu können.
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