Der Opa von Windows 11 ist trotz seines hohen Alters nicht völlig chancenlos: Benchmark-Duell mit Windows 7

Tom's Hardware lässt Windows 7 gegen Windows 11 in zehn Spielen antreten – und stellt bei CPU-limitierten Spielen einen Vorteil für das alte OS fest.

Windows 7 und Windows 11 im Gaming-Vergleich: In einem Test des alten Betriebssystems mit zehn Spielen liegt das ältere OS unter Umständen sogar vorn. Windows 7 und Windows 11 im Gaming-Vergleich: In einem Test des alten Betriebssystems mit zehn Spielen liegt das ältere OS unter Umständen sogar vorn.

Windows 11 hat auch rund fünf Jahre nach seinem Release einen schweren Stand in der PC-Community. Erst in diesem Jahr schaffte es das Betriebssystem, sich im Hinblick auf die Nutzerzahlen von seinem Vorgänger abzusetzen; auch PC-Spieler bleiben lieber beim »alten« Windows 10, solange die Performance noch tut.

Doch wie sieht diese aus, wenn es noch eine Generation weiter zurückgeht? Dieser Frage hat sich Tom's Hardware angenommen und das 17 Jahre alte Windows 7 in zehn Spielen und drei Auflösungen getestet. Zudem ließen sie das System gegen Windows 11 antreten.

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Ein Kopf-an-Kopf-Rennen in DirectX 11

Beide Systeme liefen auf einem Ryzen 7 9800X3D mit einer Radeon RX 6950 XT sowie (aktuell sündhaft teuren) 64 GByte DDR5-6000 auf einem Asus ROG Strix B850-F Gaming WiFi.

  • Beide Systeme nutzten als Radeon-Treiber die Adrenalin-Edition 22.6.1 von 2022. Die Pakete enthalten laut Tom's Hardware aber unterschiedliche interne Treiberversionen – die Windows-11-Fassung beruht auf einer weiterentwickelten Codebasis.
  • Windows 11 trat indes zweimal an, jeweils ohne und mit aktuellen Chipsatztreibern samt Resizable BAR. Bei Windows 7 war letztgenannte Funktion nicht möglich, was sowohl am fehlenden offiziellen Support als auch am Wegfall des Secure-Boot-Features liegt.

Den größten Vorsprung hat Windows 7 dem Test zufolge in Metro 2033 Redux bei den 1-Prozent-Werten: In WQHD erreicht es 126 statt 90 Fps; in Full HD 193 statt 154. Die höheren Durchschnittswerte hält Windows 11 dennoch ein (230 zu 255 Fps in Full HD, 140 zu 154 in WQHD).

  • Ähnlich sieht die Lage in Batman: Arkham Origins aus. Hier kann Windows 7 auch grundsätzlich trumpfen: In Full HD landet das ältere Betriebssystem bei 742 Fps gegenüber den »aktuellen« 699 Fps.
  • In Batman: Arkham City, Control, Hitman: Absolution und Hitman 2 gewinnt Windows 11 indes in allen Auflösungen – dort limitiert die Grafikkarte, und der neuere Treiber dürfte sich laut Tom's Hardware entsprechend auszahlen.
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In DirectX-9-Spielen ist Windows 7 mit einer Ausnahme vorn

Deutlicher fällt das Bild bei den zwei DirectX-9-Titeln aus. Windows 11 muss sie über die Übersetzungsschicht D3D9On12 laufen lassen, während Windows 7 DirectX 9 nativ beherrscht. Besonders groß ist der Abstand bei den 1-Prozent-Werten, wie die Messungen in Full HD und WQHD zeigen:

  • Batman: Arkham Asylum kommt unter Windows 7 in Full-HD auf 885 Fps im Schnitt sowie 356 bei den 1-Prozent-Werten – unter Windows 11 jedoch »nur« auf 747 respektive 264 Fps.
  • Ein ähnliches Bild liefert Borderlands 2, das in Windows 7 und FHD-Auflösung bei 605 Fps landet; Windows 11 schafft mit 490 Fps gut zwanzig Prozent weniger.
  • In 4K-Auflösung schrumpft der Abstand zwischen den beiden Systemen allerdings wieder in den Bereich der Messfehler.

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Das Ergebnis fällt also ziemlich gemischt aus. Entscheidend ist demnach, was im jeweiligen Spiel zuerst an seine Grenze kommt: Hängt die Bildrate am Prozessor, liegt Windows 7 häufig vorn, bei ausgelasteter Grafikkarte kehrt sich das hingegen um.

  • Tom's Hardware erklärt diese Vorteile mit einem schlankeren System: Windows 7 kommt mit weniger Hintergrundprozessen aus und belastet die CPU entsprechend weniger.
  • VBS (virtualisierungsbasierte Sicherheit) und HVCI (Hypervisor-geschützte Codeintegrität) scheiden hierfür der Analyse zufolge als Ursache aus, und auch Chipsatztreiber samt Resizable BAR ändern an den Werten nur wenig.

Als mögliche Bremsen nennt der Bericht stattdessen die in Windows 11 so verbreitete Telemetrie sowie weitere Hintergrunddienste – einen Messbeleg dafür liefert der Test allerdings nicht.


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