Windows Defender verunsichert mit Fehlermeldung, Workaround behebt das Problem

Der Windows Defender verunsichert seit zwei Wochen manche Nutzer: Die Software meldet beim Viren- und Malwarescan teils übersprungene Dateien. Jetzt gibt es einen Workaround für das Problem.

von Sara Petzold,
24.03.2020 12:53 Uhr

Ein möglicherweise von einem Windows-Update ausgelöster Bug bereitet momentan Probleme mit dem Windows Defender, eine Lösung steht aber schon parat. Ein möglicherweise von einem Windows-Update ausgelöster Bug bereitet momentan Probleme mit dem Windows Defender, eine Lösung steht aber schon parat.

Update, 24.03.2020: Der Programmierer Günter Born hat die Ursache für den Fehler des Windows Defender gefunden, der dafür sorgt, dass die Software beim Viren- und Malware-Scan einzelne Dateien überspringt. Born schreibt in einem Blogbeitrag (via DrWindows), der Defender könne offenbar »keine Netzwerkdateien mehr scannen«.

Wer dieses Problem umgehen möchte, kann laut Born zwei Workarounds nutzen: Besitzer von Windows 10 Pro oder Enterprise können den Netzwerkscan per GPO erlauben, während Home-Nutzer den Scan per Registry-Eintrag wieder aktivieren müssen. Letzteres funktioniert im Detail folgendermaßen:

Windows 10 Home - Netzwerkscan per Registry-Eintrag reaktivieren:

  • Öffnet den Registrierungseditor als Administrator per regedit.exe.
  • Sucht den Schlüssel »HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows Defender\Scan«.
  • Jetzt legt ihr einen 32-Bit DWORD Wert namens DisableScanningNetworkFiles an und setzt dessen Wert auf 0, damit der Defender die Netzwerkscans durchführt.

Normalerweise ist ein derartiger Netzwerkscan aber nicht erforderlich und Microsoft rät davon sogar ab. Ihr könnt die Meldung des Defenders also vorerst auch einfach ignorieren.

Originalmeldung, 23.03.2020: Der Windows Defender sorgt seit dem 10. März 2020 für Verunsicherung unter Windows-Nutzern: So berichten auf reddit und im Windows-Support-Forum vermehrt User darüber, dass die Software beim Scan-Vorgang eine Fehlermeldung ausgibt.

Wie äußert sich der Fehler im Windows Defender?

Konkret handelt es sich dabei um die im folgenden Bild zu sehende Nachricht zu Dateien, die beim Scan übersprungen wurden. Sie erscheint, wenn Nutzer den Windows Defender einen Schnell-Scan durchführen lassen.

Das Problem mit den übersprungen Dateien betrifft nicht alle Scan-Arten des Windows Defenders. Das Problem mit den übersprungen Dateien betrifft nicht alle Scan-Arten des Windows Defenders.

Der Windows Defender meldet demzufolge, er habe ein Element »aufgrund von Ausschluss- oder Netzwerküberprüfungseinstellungen übersprungen«.

Welche Datei der Defender beim Scan überspringt, zeigt die Software allerdings nicht an. Ein Klick auf die Schaltfläche der obigen Meldung leitet lediglich auf die Einstellungen für ausgeschlossene Elemente weiter.

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Der Knackpunkt des Problems: Die Nutzer, bei denen der Fehler auftrat, hatten keinerlei Elemente festgelegt, die der Windows Defender bei der Überprüfung ausschließen soll.

Wir konnten den Fehler auf einem System mit Windows 10 Version 1903 (Build 18362.720) und Windows Defender Version 4.18.2003.6 reproduzieren.

Worin liegt die Ursache für den Fehler?

Die Fehlermeldung tritt offenbar unter mehreren Versionen des Windows Defenders auf, wie aus einem Blogbeitrag des Programmierers Günter Born hervorgeht. Dementsprechend liegt die Ursache für den Bug vermutlich nicht bei Windows Defender selbst.

Zwei Windows-Updates in Verdacht: Stattdessen fällt der Beginn der Berichte über die Probleme mit der Software laut Bleepingcomputer mit dem Patch-Dienstag im März 2020 zusammen, an dem Microsoft zwei kumulative Updates auslieferte, nämlich KB 4540673 und KB 4538461.

Wahrscheinlich verschuldet eines dieser Updates die Probleme mit dem Windows Defender - genau sagen lässt sich das aber aktuell nicht.

Noch keine offizielle Reaktion: Microsoft selbst hat sich zu dem Fehler auch knapp zwei Wochen nach den ersten Nutzermeldungen noch nicht geäußert. Eine Listung des Problems in den bekannten Fehlern der Updates gibt es bislang ebenfalls nicht.

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