Schaut euch mal um, wenn ihr das nächste Mal in der Bahn sitzt oder im Büro seid. Gefühlt trägt mittlerweile jeder die exakt gleiche schwarze Kachel am Handgelenk. Egal, wie individuell man sich anzieht, am Arm hängt immer der gleiche, leuchtende Mini-Computer. Mich hat das irgendwann extrem gestört. Außerdem war ich es leid, permanent von irgendwelchen Benachrichtigungen am Arm genervt zu werden. Ich wollte zurück zu einer richtigen Uhr und nach ewiger Recherche bin ich dann bei der Withings ScanWatch Nova 2 hängengeblieben. Die Franzosen bauen sogenannte Hybrid-Smartwatches, und ich kann nach monatelangem Tragen sagen, dass es genau der Kompromiss ist, von dem ich nicht wusste, dass ich ihn wollte.
Das ist meine schönste Smartwatch!Edelstahl-Gehäuse, Keramik-Lünette und echte Zeiger
Was den Tragekomfort angeht, ist der Unterschied zu meiner sonstigen Smartwatch wie Tag und Nacht. Hier habt ihr richtig Gewicht am Arm, aber ohne dass ihr einen zu dicken Oschi am Handgelenk habt. Das Gehäuse ist aus feinem Edelstahl, obendrauf sitzt eine Keramik-Lünette und das Ganze wird von Saphirglas geschützt. Ich bin seit Neustem leidenschaftlicher Padel-Spieler und ich lasse die Uhr auch beim Sport an (mehr dazu etwas weiter unten). Wie es beim Padel so ist, knallt man schon mal gerne gegen die Wand oder das Gitter. Bis jetzt hat die ScanWatch Nova keinen einzigen Kratzer und man merkt einfach immer, dass das Ding super robust ist.
Da ich ja wieder zurück zu den alten klassischen Uhren wollte, durfte eines nicht fehlen: echte, analoge Zeiger. Auf den ersten Blick, merkt man so gar nicht, dass dieses Modell eigentlich eine Smartwatch ist. Das winzige Display ist pechschwarz und fällt im Zifferblatt null auf. Erst wenn ich auf die Krone drücke oder den Arm hebe, leuchtet es kurz auf. Das ist genau das, was ich gesucht habe – eine klassische Uhr, die smarte Funktionen in sich trägt!
Das ist meine schönste Smartwatch!
Die vielleicht besten Gesundheitsfunktionen auf dem Markt
Viele meiner Freunde dachten, dass die Uhr wunderschön ist, aber die smarten Funktionen wahrscheinlich nichts können. Ich konnte sie schnell vom Gegenteil überzeugen. Das Teil sammelt Gesundheitsdaten, da schlackert man mit den Ohren.
Erst letzte Woche hat mich eine Funktion gerettet: der Temperatursensor. Die Uhr checkt jede Nacht eure Körpertemperatur. Ich wachte auf, fühlte mich eigentlich ganz normal, aber die App zeigte mir, dass meine Temperatur nachts leicht nach oben geklettert war. Ich dachte mir erst nichts dabei und zwei Tage später lag ich mit einer dicken Erkältung flach.
Dazu könnt ihr jederzeit ein echtes EKG schreiben oder euren Blutsauerstoff prüfen. Was mir bei Smartwatches noch super wichtig ist, ist die Schlafanalyse. Die Apple Watch gilt hier ja als Goldstandard, also habe ich Schlaf- und Pulswerte der ScanWartch parallel mit dem Apfel laufen lassen. Die Ergebnisse waren fast deckungsgleich und das zeigt mir, dass diese Uhr ganz oben mitspielen kann, wenn es um die Gesundheitsfunktionen geht.
Das ist meine schönste Smartwatch!
Mein Ladekabel staubt mittlerweile ein
Mein Muskelgedächtnis abends im Bett hat sich seit dem Wechsel auch geändert. Monatelang habe ich abends blind nach dem Ladekabel gefischt, weil eine normale Smartwatch so gut wie jeden Tag an die Dose muss.
Bei der Nova 2 habe ich dieses Kabel ewig nicht in der Hand gehabt. Withings verspricht 35 Tage Akkulaufzeit. Auf diese Werte kommt ihr aber nur, wenn ihr alles deaktiviert. Ich habe wirklich alles an Sensoren an (dauerhafte Pulsmessung, volles Schlaftracking, etc.) und trotzdem lade ich das Teil nur alle zwei Wochen auf. Gestern früh hatte ich 72 Prozent, heute früh waren es 70 Prozent. Zwei Prozent Akku weg in 24 Stunden, trotz Dauerüberwachung. Das ist einfach absurd gut und gibt einem so viel Seelenfrieden.
Das ist meine schönste Smartwatch!
Für wen lohnt sich die ScanWatch Nova 2?
Wenn ihr zu den Leuten gehört, die an der Supermarktkasse das Handgelenk ans Terminal halten wollen, um die Brötchen zu zahlen, oder die auf dem Weg zur Arbeit noch schnell per Spracheingabe eine WhatsApp diktieren, dann macht einen riesigen Bogen um die Nova 2. Auch wer tausend bunte Zifferblätter wechseln will oder Spotify direkt über die Uhr steuern muss, wird hier todunglücklich. Das Ding ist keine klassische Smartwatch, so wie ihr sie kennt.
Aber ganz genau das ist eben der springende Punkt für mich! Seit ich die Uhr am Arm trage, hat sich mein ganzes Nutzungsverhalten geändert. Ich greife wieder viel bewusster zum Handy, wenn ich wirklich etwas erledigen will, anstatt ständig halbherzig und abgelenkt auf dem Handgelenk herumzuwischen. Man ist bei Treffen mit Freunden, beim Essen oder einfach nur beim Netflix-Gucken viel präsenter. Diese ständige unterbewusste Erwartung, dass gleich wieder was am Arm rattert und blinkt, verschwindet komplett. Das ist für den Kopf auf Dauer echt ein absoluter Segen, glaubt mir. Und sie sieht einfach wunderschön aus!
Natürlich lassen sich die Pariser das gute Stück auch ordentlich was kosten. Aber für mich hat sich das nicht wie der Kauf von typischer „Consumer-Elektronik“ angefühlt, die in zwei Jahren wegen eines kaputten Akkus ohnehin auf dem Schrott landet. Es fühlt sich eher an wie eine Investition in eine richtige Uhr, die man auch in fünf Jahren noch gerne trägt, weil das Design absolut zeitlos ist.
Das ist meine schönste Smartwatch!
