Saugt mächtig am Internet« – Ein Nutzer wundert sich über 100 GB Daten beim Saugroboter, die Technik könnte die Erklärung liefern

Ein Reddit-Nutzer wirft einen Blick in die Router-Daten und entdeckt, dass sein Saugroboter in wenigen Wochen 107 GB verbraucht hat – daran könnte es liegen.

Der Xiaomi Robot Vacuum X20 Max hat bei einem Reddit-Nutzer über 100 GB an Traffic verursacht. (Bildquelle: GameStar Tech; Screenshot: Xiaomi) Der Xiaomi Robot Vacuum X20 Max hat bei einem Reddit-Nutzer über 100 GB an Traffic verursacht. (Bildquelle: GameStar Tech; Screenshot: Xiaomi)

Wenn wir euch sagen, dass smarte Gadgets in der Realität manchmal alles andere als smart sind, verraten wir euch vermutlich nichts Neues. Und selbst wenn dann doch alles funktioniert, gibt es einfach manchmal so Kleinigkeiten, bei denen man sich schon fragt, warum das jetzt eigentlich so ist, wie es ist.

Ein Beispiel dafür hatten wir vor Kurzem, als Jusuf euch von einer Kaffeemaschine berichtet hat, die in 10 Tagen satte 1 TB an Datenverkehr erzeugt haben soll. Als Grund dafür wird ein interessanter Fehler in der Software des Geräts vermutet.

Die Maschine steht mit dem Problem aber nicht als einziges Gadget da. Einige Tage nach der Meldung sind wir auf die Geschichte des Reddit-Nutzers Schwindlicher gestoßen, dessen Xiaomi Robot Vacuum X20 Max neben Staub auch mächtig am Internet saugt.

Hinweis: Wir haben Xiaomi bereits um eine Stellungnahme zu dem ungewöhnlich hohen Datenverkehr des Staubsaugroboters gebeten. Bislang haben wir allerdings noch keine Antwort erhalten. Sobald uns weitere Informationen von Xiaomi vorliegen, werden wir den Artikel entsprechend aktualisieren.

107 Gigabyte an Datenverkehr – wie konnte es dazu kommen?

Vor Kurzem teilte der Reddit-Nutzer ein interessantes, aber auch wenig aussagekräftiges Bild über den Datenverbrauch seines Xiaomi-Staubsaugroboters. Darauf sind rund 107 Gigabyte an Datenverkehr zu sehen, die sein Router dem Gerät zuordnet.

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Woher das Trafficaufkommen stammen könnte, ist dabei die Frage, die auch den Besitzer des Staubsaugroboters beschäftigt. Ihm zufolge soll nämlich weder ein größeres Firmwareupdate noch eine andere Aktualisierung verantwortlich sein.

Während viele Scherzantworten geteilt wurden, gab es auch ernstere Vermutungen, die von Bugs über Mapping-Probleme bis hin zu Übernahmen eines Botnetzwerkes reichen.

Eine der häufiger diskutierten Vermutungen ist dabei, dass es am Remapping des Roboters liegen könnte, also dem ständigen Erstellen oder Aktualisieren der Wohnungsumrisse beim Saugen. Beziehungsweise an einem Fehler dieser Technik.

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Manche der smarten Geräte übertragen regelmäßig ihre erfassten Karten und Sensordaten in eine Cloud, beispielsweise um diese mit der zugehörigen App zu synchronisieren. Ob und in welchem Umfang der Xiaomi Robot Vacuum X20 Max solche Daten hochlädt oder dort verarbeiten lässt, ist allerdings nicht bekannt.

Wenn man von einem Fehler in der Technik ausgeht, ist die Vermutung allerdings gar nicht so abwegig. Schließlich verspricht der Xiaomi-Roboter ein Strukturlicht, einen Randlaser, eine intelligente Teppicherkennung, einen smarten Wischarm und viele weitere Features, die dem Gerät einiges an Rechenleistung abverlangen.

Für die Kartierung nutzt das Modell allerdings hauptsächlich Lasersensoren und keine Kamera, die regelmäßig Bilder der Wohnung aufnimmt. Dass dabei also tatsächlich so große Datenmengen in die Cloud übertragen werden, ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

Könnte ein Hack hinter dem Datenverbrauch stecken?

Andere gehen auch von möglichen Sicherheitslücken aus und nennen Fälle aus der Vergangenheit, in denen smarte Saugroboter gehackt wurden.

Ein Beispiel dafür stammt aus dem Jahr 2017, als die Sicherheitsforscher Dennis Giese und Daniel Wegemer beim Chaos Communication Congress zeigten, wie sich ein Xiaomi-Staubsaugroboter hacken lässt.

Um an die Software des smarten Helfers zu kommen, haben die Forscher nach mehreren Fehlschlägen die Hardware eines älteren Xiaomi-Roboters manipuliert. Dadurch sind sie an die Firmware des Sauggeräts gelangt und konnten über eine Schwachstelle im Update-Prozess schließlich auch andere Geräte ohne technische Modifikation hacken.

Und das, obwohl Xiaomi die Software regelmäßig mit Sicherheitsupdates versorgte, Netzwerkports blockierte und eine eigene Firewall auf dem Gerät laufen ließ.

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Die damals ausgenutzte Schwachstelle hat Xiaomi schon länger behoben und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen eingeführt. Der Fall zeigt allerdings, dass auch vergleichsweise gut geschützte Geräte Sicherheitslücken aufweisen können.

Damit lässt sich zumindest nicht grundsätzlich ausschließen, dass auch der Xiaomi Robot Vacuum X20 Max Opfer eines Angriffs geworden sein könnte und beispielsweise für ein Botnetz missbraucht wird. Konkrete Hinweise darauf gibt es bislang allerdings nicht. Auch sagt der damalige Hack eines älteren Modells nichts über die Sicherheit des heutigen X20 Max aus.

Dass solche Angriffe zur Realität gehören, etwa um Teil eines Botnetzwerkes zu werden, bestätigt auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dieses warnt davor, dass Geräte, wie auch Staubsaugroboter, »per Fernsteuerung zusammengeschlossen und für weitere Cyberangriffe missbraucht« werden.

Möglicherweise liegt der Fehler auch an anderer Stelle

Natürlich lässt sich auch nicht ausschließen, dass schlicht ein Fehler in der Software für den hohen Datenverbrauch verantwortlich ist. Denkbar wäre beispielsweise ein Bug in der Firmware, durch den der Roboter immer wieder versucht, bestimmte Daten zu übertragen oder ein Update herunterzuladen.

Das Problem könnte allerdings auch gar nicht am Staubsaugroboter selbst liegen, sondern am Router, der die Datenmenge falsch erfasst. In den Kommentaren berichtet der Roboterbesitzer selbst davon, dass sein Router auch bei anderen Geräten ungewöhnliche Werte angezeigt hat. 

Ein 13 Gigabyte großes Update seiner PlayStation soll demnach nur mit 202 Megabyte in der Statistik aufgetaucht sein.

Es ist also durchaus möglich, dass die angezeigten 107 Gigabyte gar nicht dem tatsächlichen Datenverkehr entsprechen. Zudem ist unklar, wie viel davon überhaupt über das Internet übertragen wurde und welcher Anteil möglicherweise nur innerhalb des Heimnetzwerks angefallen ist.

Am Ende gibt es also nur mehrere Vermutungen, woran es liegen könnte. Eine eindeutige Erklärung gibt es ohne genauere Informationen zum tatsächlichen Netzverkehr, eine Stellungnahme von Xiaomi oder weitere Details zum Router erstmal nicht.


Kommentare(1)
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