Schon heute gibt es den Großteil des YouTube-Katalogs im Codec AV1: Am 19. März 2026 war laut YouTube-Engineering-Director Des Keane bereits mehr als 90 Prozent des Katalogs (gewichtet nach Wiedergabezeit) in diesem Format abrufbar.
Der Nachfolger AV2 steht inzwischen als Spezifikation bereit. Die Alliance for Open Media (AOMedia) – der Branchenverband hinter dem Codec, zu dem unter anderem Amazon, Apple, Google, Netflix und Samsung zählen – hat nun Fortschritte bei der Einführung gemeldet. YouTube will demnach schon Anfang 2027 erste AV2-Streams anbieten.
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Rund 30 Prozent besser (auf die ein oder andere Art)
AOMedia beziffert den Effizienzgewinn von AV2 gegenüber AV1 auf etwa 30 Prozent. Bei ähnlicher Bildqualität sollen also weniger Daten anfallen. VideoLAN-Mitgründer Jean-Baptiste Kempf spricht in einem Blogpost von rund 25 Prozent oder mehr – er muss es als einer der Köpfe hinter dem legendären VLC Media Player wissen.
Ob eure YouTube-Videos davon weniger Datenvolumen fressen, hängt allerdings davon ab, wie die Plattform den Codec tatsächlich einsetzt. Auch der umgekehte Weg ist denkbar.
- Keane selbst stellt in der AOMedia-Mitteilung AV2-Streams in Aussicht, die bessere Qualität und neue Multi-Video-Funktionen bieten sollen.
- Generell können Streamingdienste den Performancegewinn entweder in kleinere Bitraten oder in ein besseres Bild bei gleicher Bitrate stecken; diese Entscheidung obliegt dahingehend den Betreibern.
Zunächst nur im Web – und ein Hardware-Mitspracherecht
Google hat die AV2-Wiedergabe in Chrome laut dem Vice President Engineering des Browsers Jim Bankoski bereits gezeigt. Neben YouTube prüfen demnach auch Netflix und Amazon Prime Video das Format. Die YouTube-Ankündigung bezieht sich allerdings vorerst nur auf das Web; zu mobilen Apps und Fernsehern nennt die Pressemitteilung keinen Termin.
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Einen Haken an der Sache gibt es dann aber doch noch: AV2 spart zwar Daten, verlangt dafür aber mehr Rechenleistung bei der Wiedergabe.
- Kempf zufolge ist die Decodierkomplexität von AV2 etwa fünfmal so hoch wie bei AV1; ohne Optimierung auf die jeweilige Prozessorarchitektur lasse sich der Codec auf heutiger Hardware kaum in Echtzeit abspielen.
- Der Software-Decoder »dav2d« des VLC Media Players steckt in diesem Kontext noch in einem frühen Stadium.
Hinzu kommt laut ComputerBase, dass aktuelle Grafikkarten keine eigene AV2-Decodierung mitbringen. Die festverdrahteten Einheiten lassen sich demnach auch nicht per Treiberupdate nachrüsten. Auf heutigen Rechnern müsste daher die CPU einspringen – das kostet Rechenleistung und bei Laptops potenzielle Akkulaufzeit.

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