YouTube - Video mit weißem Rauschen erhält Copyright-Beschwerden

Ein YouTuber hat ein Video erstellt, das 10 Stunden lang nur weißes Rauschen erhält – und »Rechteinhaber« haben Copyright-Beschwerden eingereicht.

von Georg Wieselsberger,
08.01.2018 09:09 Uhr

YouTube: Copyright-Beschwerden wegen weißem Rauschen.YouTube: Copyright-Beschwerden wegen weißem Rauschen.

Sebastian Tomczak ist ein Musik-Techniker an einer australischen Universität, hat einen Professoren-Titel und interessiert sich laut eigener Aussage sehr für Bereiche, bei denen sich Technik und Sound überschneiden, darunter auch die Synthese von Geräuschen, Sound-Design für Spiele und mehr.

Seit rund einem Jahrzehnt schreibt er auch ein Blog und hat in diesem Zusammenhang ein Video bei YouTube veröffentlicht, das nicht mehr enthält als 10 Stunden weißes Rauschen. Weißes Rauschen ist nichts anderes als ein spezielles Geräusch mit einem konstanten Leistungsdichtespektrum und kann beispielsweise manchen Menschen beim Einschlafen oder gegen Tinnitus helfen.

Geräusch mit Audacity erstellt

Tomczak hatte sein weißes Rauschen laut Torrentfreak mit dem kostenlosen Sound-Editor Audacity und dem dort eingebauten Geräusch-Generator erstellt, das dann in sein Video eingebaut und das Werk bei YouTube hochgeladen.

Nun hat er wegen dieses Videos schon fünf Copyright-Beschwerden bei YouTube erhalten, bei denen insgesamt vier verschiedene »Rechtinhaber« auf vermeintlich eigene Werke verweisen und so Rechte an dem Video von Tomczak geltend machen wollen. Ein Unternehmen behauptet beispielsweise, das Video würde gegen die »White Noise Sleep Therapy« eines Kunden verstoßen und das gleich bei zwei verschiedenen Produkten.

Beschwerdeführer wollen Werbeeinnahmen

Interessanterweise wollen die Beschwerdeführer aber nicht, dass das Video gesperrt wird, sondern die damit erzielten Werbeeinnahmen. Tomczak will nun gegen diese Beschwerden vorgehen. Immerhin habe er Beweise, dass er das Video erstellt habe und auch die Quellenmaterialien dafür, um »Originalität« zu beweisen.

Tomczak hat schon Erfahrung mit dem recht undurchsichtigen Content-ID-System von YouTube. Als er einem Team erlaubt hatte, seine Musik für ein Video zu verwenden, wollte YouTube nach dessen Veröffentlichung ebenfalls gegen Tomczak vorgehen - wegen eines Copyright-Verstoßes von ihm gegen seine eigene Musik.


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