Absurde Studie - Kinder sollen durch Cheats zu Cyber-Kriminellen werden

Eine Studie der britischen National Crime Agency sieht eine Verbindung zwischen der Nutzung von Cheats im Kindesalter und einem späteren Abrutschen in die Cyber-Kriminalität. Eine Lösung hat die Behörde auch gleich parat.

von Tobias Ritter,
25.04.2017 13:43 Uhr

Hacker in Ausbildung: Nutzen Kinder und Jugendliche Cheat-Codes, ist der Weg zum Cyberkriminellen nicht mehr weit. (Foto: Raido Kaldma, Quelle: https://flic.kr/p/kdYULF)Hacker in Ausbildung: Nutzen Kinder und Jugendliche Cheat-Codes, ist der Weg zum Cyberkriminellen nicht mehr weit. (Foto: Raido Kaldma, Quelle: https://flic.kr/p/kdYULF)

Haben Sie bereits Kinder? Und nutzen diese Kinder vielleicht hin und wieder Cheat-Codes oder Modifikationen, um in Spielen besser voranzukommen oder schwierige Spielabschhnitte zu überwinden?

Dann sollten Sie sich vielleicht schon einmal mit dem Gedanken anfreunden, potenzielle Cyberkriminelle in die Welt gesetzt zu haben. Einer neuen Studie zufolge sind derartige Cheats nämlich quasi die Einstiegsdroge in die Welt der Internet-Kriminalität.

Vom Cheater zum Hacker?

Wie die National Crime Agency (NCA) im Zuge einer Studie herausgefunden haben will, fördert der heutzutage allzu einfache Zugang zu Webseiten und Chaträumen mit reichhaltigem Cheat-Angebot nämlich die Entwicklung krimineller Fähigkeiten.

Die Studie sieht eine fließende Grenze zwischen Modding-Websites, Cheat-Anbietern und ernsthaften Cyber-Kriminellen - und kommt damit zu dem doch gewagten, dass Trickserei oder gar nur Modding in Spielen leicht zu einer Verbrecherlaufbahn führen könne.

Cyberverbrechen einfacher denn je

Weniger kontrovers dürften andere Befunde der Studie sein: Durch simple Anleitungen für Remote-Access-Trojaner und einfach zu handhabende DDoS-Programme sei die Einstiegshürde zur Cyber-Kriminalität außerdem niedriger denn je.

Die Folge: Immer mehr Kinder und Jugendliche würden auf die schiefe Bahn gelangen, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Vielen Betroffenen fehle einfach die Einsicht, dass das eigene Handeln in diesem Bereich kriminell sei, so die NCA. Finanzielle Vorteile seien nur selten gegeben, weshalb auch Jugendliche zu Cyberkrininellen würden, die nur sehr unwahrscheinlich traditionelle Straftaten wie Diebstahl begehen würden. Ihr Antrieb: Herausforderungen meistern und Anerkennung von Gleichaltrigen erhalten.

Plan gegen den Hacker-Nachwuchs

Allerdings hat die NCA auch schon einen Plan, wie sich die heranwachsende Horde an Cyberkriminellen noch in richtige Bahnen lenken lässt: Man müsse die jungen Leute lediglich rechtzeitig erreichen und davon überzeugen, ihre Fähigkeiten richtig einzusetzen. Die Behörde denkt dabei an das Aufzeigen von Karrieremöglichkeiten im Bereich Coding und Programmieren.

Insbesondere Jobs in der Gaming- und Digital-Industrie sollen als Lockangeboten herhalten. So könne man dem Nachwuchs auf legalem Wege das bieten, was er suche: Respekt und Anerkennung für ihre Fähigkeiten in der digitalen Welt.

Hacking bei Jugendlichen akzeptiert

Für ihre Studie hat die NCA übrigens im Digitalbereich straffällig gewordene Jugendliche befragt. Wachsende Cyber-Kriminalität unter Minderjährigen und Teenagern ist in Großbritannien seit Jahren ein Problem: Zehn Prozent der zwischen 16- und 19-Jähigen hatten bereits Kontakt zu jemandem, der in Cyber-Kriminalität verwickelt war.

35 Prozent der britischen Jugendlichen wären zudem beeindruckt, würde ein Freund von ihnen eine Banken-Webseite hacken. Das hat eine Untersuchung der Internet-Security-Firma Kaspersky Lab ergeben.

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