Battlefield 1 - Netcode wird wieder stark verbessert, Update schon auf Testservern

DICE arbeitet weiter an einer Verbesserung des Netcodes von Battlefield 1. Das neuste Update erhöht nicht einfach nur Werte wie die Tickrate, sondern sorgt auf subtilere Art für ein angenehmeres Erlebnis.

von Stefan Köhler,
22.03.2017 17:23 Uhr

Spieler mit hohen Pings sind nicht nur in Battlefield 1 frustrierende Gegner. Jetzt arbeitet DICE endlich an einer Lösung, die Spieler mit einer guten Verbindung nicht benachteiligen soll.Spieler mit hohen Pings sind nicht nur in Battlefield 1 frustrierende Gegner. Jetzt arbeitet DICE endlich an einer Lösung, die Spieler mit einer guten Verbindung nicht benachteiligen soll.

Unermüdlich verbessert DICE die Technik und Balance von Battlefield 1. Neben neuen Features wie den vier neuen Waffenvarianten für Hellriegel, Martini-Henry und Co. kann im Rahmen des Community Test Environment derzeit auch ein Netcode-Update getestet werden. Das erklärt der Software-Ingenieur Julian Manolov von DICE LA via Twitter.

Nachteil für Spieler mit hoher Latenz

Die Netcode-Verbesserungen des Testservers reduzieren den Vorteil, den Spieler mit einer langsamen Verbindung und einem hohen Ping zum Server haben. Denn wenn in Multiplayer-Shootern ein Spieler mit einer langsamen Verbindung auf Gegner schießt, erhalten diese erst verzögert und oft zu spät ein Trefferfeedback. Das führt zu Frust und unfairen Situationen für Spieler mit einer guten Internetverbindung.

Auch bei der Bewegung gibt es einen Vorteil für Spieler mit einem hohen Ping: Läuft der Spieler mit der langsamen Verbindung um eine Ecke auf einen stehenden Verteidiger zu, kann der angreifende Spieler sofort den Verteidiger sehen und schießen. Auf dem Bildschirm des Angreifers feuert er bereits aus allen Rohren, der Verteidiger wartet noch einen Herzschlag länger auf die Informationen vom Server und hat den Schützen unter Umständen noch gar nicht gesehen.

Dieser so genannte »Peekers Advantage« sorgt dafür, dass aus der Sicht des Verteidigers der Gegner blitzschnell und mit unmenschlicher Reaktionsgeschwindigkeit das Feuer eröffnet. Je höher der Ping des Angreifers, desto größer ist sein Vorteil. Kaum ein Shooter bestraft Spieler mit (für andere Spieler) unangenehm hoher Latenz, beispielsweise durch ein schlichtes Ignorieren von Treffern bei einem Ping von über 150 Millisekunden.

Und: Diese Vorteil-Nachteil-Situation funktioniert nicht nur im Angriff. Shooter-Fans kennen ebenfalls den Fall, dass sie um die Ecke in Deckung laufen und Momente danach trotzdem noch sterben. Der Schütze hat wegen seiner schwachen Internetverbindung zu spät die Information erhalten, dass sein Opfer in Deckung ist - auf seinem Bildschirm war der andere Spieler noch auf offener Fläche.

Was sich nun verändert hat

Nach dieser Erklärung der technischen Seite nun wieder zurück zum Battlefield-Update: Spieler mit einem hohen Ping erhalten ab sofort in der Bildschirmmitte eine entsprechende Meldung, dass sie beim Schießen nun Vorhalten müssen. Die Trefferzone der Gegner ist nämlich nicht mehr das Charaktermodell auf dem Bildschirm des Schützen, sondern die aktuelle Position auf dem Server.

Wenn der Spieler wegen seiner schwachen Internetleitung die aktuellen Positionen anderer Spieler nur verzögert vom Server erhält und diese bereits nicht mehr stimmen, dann hat er ab sofort schlicht Pech gehabt. Die Änderung benachteiligt Spieler mit hohen Pings gleich mehrfach:

  • Eine inkonsistente Internetverbindung führt dazu, dass der Spieler sich nicht sicher sein kann, ob und wie viel er eigentlich in verschiedenen Situationen Vorhalten muss. Damit wird schon allein das unterbewusste Erlernen des Gameplays schwieriger.
  • Spieler mit schwachen Internetverbindungen müssen teilweise die Bewegung anderer Spieler erraten, auf plötzliche Bewegung und unvorhersehbares Verhalten können sie nur verzögert oder gar nicht reagieren.
  • Hinter der Deckung zu sterben wird wohl kaum bis gar nicht mehr auftreten. Der Angreifer kann noch so präzise auf die Deckung Vorhalten, hindurchschießen kann er nicht.

Sollte das in der Theorie gut klingende Update auch in der Praxis funktionieren, könnte DICE auf elegante Weise ein in vielen Shootern bestehendes Problem mit hohen Pings gelöst haben. Und zwar ganz ohne offensichtliche Netcode-Verbesserungen wie ein schlichtes Erhöhen der Tickrate. Für nächste Woche steht auf den Testservern dann schon ein weiteres Netcode-Update an, dass das Trefferfeedback präzisieren soll.

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