Black Mirror 3 - Hinterm Spiegelbild geht's weiter

Wir konnten eine Vorschau-Version von Black Mirror 3 anspielen und sind angetan. In Sachen Spannung kann das Mystery-Adventure an die Serientradition anknüpfen.

von Nico Stockheim,
17.11.2010 14:10 Uhr

Ein Unbekannter bezahlt unsere Kaution. Nun heißt es: Beweise sammeln, um die eigene Unschuld zu belegen.Ein Unbekannter bezahlt unsere Kaution. Nun heißt es: Beweise sammeln, um die eigene Unschuld zu belegen.

Es ist mitten in der Nacht. Wir werden auf einem Schotterweg mitten im Wald von riesigen schwarzen Hunden verfolgt. Wir flüchten in eine marode alte Waldhütte. Nachdem die Hunde fort sind, stellen wir fest: Die Tür lässt sich nicht mehr öffnen. Also durchsuchen wir die Hütte, sammeln möglichst viele Gegenstände ein und kommen so irgendwann an verschiedene Objekte, die uns die Flucht ermöglichen. Soll heißen: Wir verbinden eine Flasche Benzin mit der Kettensäge und stecken noch einen alten Korken in den Tankdeckel, um uns unseren Weg in die Freiheit zu sägen. Solche Szenen und Rätseleinlagen werden uns im Februar 2011 erwarten, dann erscheint der dritte Teil der Adventure-Reihe Black Mirror.

In Black Mirror 3 schlüpfen wir wieder in die Rolle von Darren Michaels – pardon – Adrian Gordon, wie seit Black Mirror 2 sein richtiger Name ist. Das Spiel schließt nahtlos an die Ereignisse des Vorgängers an. Adrian irrt nach dem Finale des zweiten Teils durch den Wald und muss sich mit einer Fackel bewaffnet gegen Kult-Verfolger zur Wehr setzen. Als er am Schloss Black Mirror ankommt, nimmt ihn der übereifrige Inspektor Conrad Spooner in Gewahrsam und beschuldigt ihn der Brandstiftung und des Mordes an Miss Amanda Valley.

Eine der ersten Aufgaben heißt nun also: die eigene Unschuld beweisen. Und das ist gar nicht so einfach, vor allem wenn Adrian dabei immer wieder auf verängstigte Einwohner und allerlei Rätsel trifft. Als wäre das nicht genug, wird Adrian auch noch von brutalen Visionen heimsucht, in denen er beispielsweise seinen Gesprächspartner kaltblütig mit einem Bleistift (ja, einem Bleistift!) ermordet. War Angelinas Ritual also doch erfolgreich und er ist nun vom Geist seines bösen Vorfahren Mordred besessen? Oder verliert er einfach langsam seinen Verstand?

Black Mirror 2,5

Sie merken schon an unseren Beschreibungen: Man sollte den Vorgänger Black Mirror 2 gespielt haben, um zu verstehen, worauf sich Black Mirror 3 bezieht. Kein Wunder, schließlich mündete Teil 2 in ein so offenes Ende, als wäre das Spiel in zwei Hälften zerschnitten. Viele Fans waren davon bitter enttäuscht. Durch den fließenden Übergang haben die Entwickler von Cranberry Production nun die Möglichkeit, die Scharte auszuwetzen. Der Einstieg jedenfalls gelingt, Black Mirror 3 startet relativ spannend, und die Schwierigkeit ist besonders für Genre-Einsteiger sehr fair. Adventure-Veteranen werden die ersten Spielstunden jedoch vermutlich locker von der Hand gehen. Die Rätsel fordern eine gute Mischung aus Auffassungsgabe, Logik und Kombinationsfreude. Auch die Minispiele sind fordernd und knifflig. So müssen wir zum Beispiel durch Anordnen von Stromkabeln einen Kopierer reparieren, um so an unsere Polizeiakte zu kommen.

Black Mirror 3 - Screenshots ansehen

Grafisch macht Black Mirror 3 bislang einen eher altbackenen Eindruck. Die Hintergründe sind zwar realistisch und atmosphärisch düster gestaltet, wirken aber noch zu statisch. Die Spielfiguren sind – wie auch beim Vorgänger – eher unansehnlich und werden dem aktuellen Stand der Technik nicht gerecht. Dass sich bis Februar technisch noch etwas ändert, ist allerdings nicht zu erwarten.


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