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Blitzkrieg 3 im Test - Clash of Tanks?

Vom anspruchsvollen, meist realistischen Echtzeit-Strategiespiel hin zu schnellen, actionlastigen Weltkriegsschlachten. Wir testen: Ist das noch Blitzkrieg?

von Martin Deppe,
09.06.2017 15:42 Uhr

Nach langem Early Access und kompletter Kursänderung tritt Blitzkrieg endlich zum Test an.Nach langem Early Access und kompletter Kursänderung tritt Blitzkrieg endlich zum Test an.

2003: Irgendwo hinter dem Dorf im Westen ist schwere Artillerie positioniert, die über das gesamte Gebiet feuert und unseren Infanterievorstoß zum Erliegen bringt. Doch anhand des Kanonendonners können wir die Position der Haubitzen grob triangulieren. Unsere eigenen Geschütze nehmen die vermuteten Stellungen unter Feuer. Offenbar mit Erfolg - die Haubitzen schweigen. Oder haben die Russen sie rechtzeitig verlegt?

2017: Rote Pfeile zeigen auf zwei Haubitzenstellungen. Als wir einen Panzer vorbeischicken, nimmt die erste Haubitze ihn unter Beschuss, aus 20 Metern Distanz. Wir schießen die Mannschaft weg, besetzen das Geschütz mit eigener Infanterie. Die richtet die erbeutete Haubitze auf das zweite Feindgeschütz aus - und über vielleicht 30 Meter Feuerentfernung entbrennt ein aberwitziges Artillerieduell.

Hollywood-Realismus: Eine italienische Haubitze im »Nahkampf« mit unserem Matilda Mark II.Hollywood-Realismus: Eine italienische Haubitze im »Nahkampf« mit unserem Matilda Mark II.

Zwischen diesen beiden exemplarischen Szenen aus Blitzkrieg (2003) und dem gerade veröffentlichten Blitzkrieg 3 liegen nicht nur 14 Jahre, sondern spielerische Welten. Klar, in beiden durchlaufen wir eine russische, alliierte und deutsche Kampagne im Zweiten Weltkrieg. Beide Titel sind Echtzeit-Strategiespiele. Und beide fahren über 200 verschiedene Truppentypen auf. Aber das war's dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn Blitzkrieg 3 spielt sich ganz anders. Zumindest am Anfang...

Online-Zwang
Auch wenn Sie nur solo spielen, verlangt Blitzkrieg 3 eine permanente Onlineverbindung. Nivals Begründung: Mit Solomissionen verdienen Sie sich Truppen für Ihre Kernarmeen, die Sie wiederum im Multiplayer einsetzen können. Daher wird Ihr Fortschritt online gespeichert, um Cheaten zu verhindern. Wir finden, dass Nival sehr wohl getrennte Online- und Offlinemodi hätte integrieren können - nur wer Multiplayer spielen will, muss online gehen.

Zum Glück kein Free2Play

Als Nival Interactive bereits im August 2013 Blitzkrieg 3 ankündigt, sind die Reaktionen - gelinde gesagt - durchwachsen. Denn der dritte Serienteil soll ein Free2Play-Multiplayertitel werden, eine Singleplayerkampagne später als kostenpflichtiger DLC folgen.

Doch wegen der berechtigten Proteste und des sinkenden Free2Play-Sterns entscheidet Nival sich um: Im Mai 2015 startet Blitzkrieg 3 im Early Access auf Steam, nach und nach kommen drei Solokampagnen, PvP und ein Angriffsmodus hinzu - in letzterem greifen wir die Basen anderer Spieler an (siehe Kasten unten). Nach zwei Jahren im Early Access ist Blitzkrieg 3 nun offiziell gestartet. Aber wie viel vom alten Blitzkrieg-Erbe steckt da eigentlich noch drin?

Unser Widersacher hat nur die Standardverteidiger herumstehen, wir überrennen seine Basis fast ohne Verluste.Unser Widersacher hat nur die Standardverteidiger herumstehen, wir überrennen seine Basis fast ohne Verluste.

Die eigene Basis
Nach ein paar absolvierten Missionen bekommen Sie Ihre eigene Basis. Die kann von anderen Blitzkrieg-3-Spielern angegriffen werden, und Sie können wiederum deren Basen attackieren. Zur Verteidigung stellen Sie Truppen ab und platzieren freigespielte Minen, Bunker, Türme und so weiter. Ein typisches Free2Play-Element also.

Was sich auf dem Papier interessant anhört, ist in der Praxis eher dröge: Weil vielen Spielern die eigene Basis egal ist, stellen sie erst gar keine Verteidiger auf. Das sehen Sie vorher aber nicht. Wenn Sie also so einen Spieler angreifen, stoßen Sie lediglich auf die wenigen, vom Programm automatisch aufgestellten Truppen - und das ist schlicht öde.

Blitzkrieg 3 fährt über 60 Solomissionen auf, die sich teils an echten Schlachten orientieren (Sewastopol, El Alamein und andere), teils kleinere Einsätze inszenieren (etwa den Gegenangriff auf ein namenloses, besetztes Dorf). Die drei Kriegsparteien Russland, West-Alliierte und Deutschland dürfen wir direkt anwählen, fangen aber jeweils in der ersten »Epoche« der Fraktion an - erst nach und nach schalten wir durch gewonnene Missionen die zweite und dritte Epoche frei.

Das hat zur Folge, dass wir Anfangs zum Beispiel hauptsächlich mit leichten Panzern antreten, erst nach und nach kommen die richtig dicken Dinger dazu. Wir dürfen uns auch nicht sofort in Multiplayergefechte werfen, denn auch die müssen wir erst freispielen, für jede Seite und Epoche einzeln. Die »Lizenz« für die ersten 1vs1-Gefechte geht allerdings recht flott, und wenn wir hier erfolgreich sind, folgen 2vs2 und 3vs3 auch bald.

Panzerjäger und -sammler

Mit jedem Sieg bekommen wir Truppen als Belohnung dazu. Wie viele und welche, hängt auch von den vielen Nebenzielen ab, die Blitzkrieg 3 bei jedem Einsatz auffährt - eine der großen Stärken des Spiels. Denn während die Hauptziele meist ganz gut machbar sind, wollen wir natürlich nicht nur »ganz gut« spielen, sondern perfekt! Und schon befreien wir nebenbei Kriegsgefangene, zerlegen den dicken Mörser Karl, schützen Versorgungslaster und halten Verluste auf einem Minimum.

Missionsziele Größere, historisch angelehnte Missionen unterteilen sich in mehrere Abschnitte mit neuen Zielen. Mörser Karl haben wir übrigens mit einem einzigen Bombenangriff geknackt.

Belohnungen Motivierend: Für Haupt- und Nebenziele gibt’s immer Belohnungen. Ehrgeizig wie wir sind, wollen wir unbedingt alle kriegen.

In den ersten Missionen einer Seite werden wir noch genau informiert, wo sich die Partisanen befinden, in einem späteren Einsatz müssen wir sie erst suchen, mitten im Feindgebiet. Gelegentlich ist dabei unser Ehrgeiz größer als der Gewinn unterm Strich: Wir haben beim Erreichen von Nebenzielen durchaus mehr Truppen verloren, als beim eigentlichen Auftrag. Blitzkrieg 3 belohnt das Mehrmals-Spielen einer Mission - selbst wenn Sie alle Ziele schon mal erreicht haben, winken immer noch (kleine) Belohnungen.

Wie etwa beim guten alten Panzer General bilden wir in den drei Kampagnenverläufen je eine Kernarmee. In Blitzkrieg 3 sind Verluste in einer Mission allerdings nicht permanent, nach dem Einsatz wird der leere Slot wieder aufgefüllt. Übermächtig groß und stark wird unsere persönliche Armee dadurch aber nicht, denn vor jeder Mission, egal ob solo oder Multiplayer, dürfen wir anfangs nur einen Teil der Armee aufstellen - im Gegenwert einer festgelegten Anzahl an Armeepunkten.

Jede Fraktion hat Kommandanten, die uns spezielle Boni bringen, etwa schnelleres Nachladen unserer Panzerkanonen oder billigere Artillerieschläge. Company of Heroes lässt wieder mal grüßen. Jede Fraktion hat Kommandanten, die uns spezielle Boni bringen, etwa schnelleres Nachladen unserer Panzerkanonen oder billigere Artillerieschläge. Company of Heroes lässt wieder mal grüßen.

Besonders gute Einheiten wie der Tiger kosten dabei mehr Punkte als schwächere, und wir müssen auch das Missionsziel im Auge behalten: Bei Verteidigungsaufträgen sollten wir etwa mehr in PAKs und MG-Trupps investieren, im offenen Gelände sind Panzer entscheidend, in Städten Infanteristen im Vorteil. Außerdem gewinnen Einheiten an Erfahrung. Ein weiterer Grund, uns gut zu überlegen, wen wir ins Gefecht schicken.

Und wer vor dem Einsatz nicht alle Armeepunkte verballert, sondern ein paar zurückhält, kann während der Mission noch Reserven nachbeordern. Außerdem kriegen wir für erreichte Zwischenziele oder gehaltene strategische Positionen (vor allem im Multiplayer-Modus) Punkte gutgeschrieben, die wir ebenfalls in Verstärkung investieren. So werden die Gefechte dynamischer, da wir uns laufend auf die aktuelle Lage einstellen können.

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