Call of Duty: WW2 - YouTube-Kanalbetreiber rechnen mit herben Geldeinbußen

Verhindert das Zweite-Weltkriegs-Setting von Call of Duty: WW2, dass CoD-YouTuber mit ihren produzierten Videos dazu kein Geld mehr verdienen können?

von Manuel Fritsch,
04.05.2017 18:58 Uhr

Videoersteller, die mit Call of Duty: WW2 auf YouTube Inhalte produzieren möchten, werden möglicherweise keine Werbeeinnahmen dabei erzielen.Videoersteller, die mit Call of Duty: WW2 auf YouTube Inhalte produzieren möchten, werden möglicherweise keine Werbeeinnahmen dabei erzielen.

Mit Video-Inhalten auf YouTube seinen Lebensunterhalt zu verdienen wird immer schwieriger. Etliche Videoproduzenten haben bereits lautstark ihren Unmut über den Wandel auf YouTube geäußert und beschweren sich über stark gesunkene Werbeeinnahmen. Nun scheint es besonders auf Call of Duty spezialisierte Kanäle zu treffen – es wird vermutet, dass das Setting im Zweiten Weltkrieg des neues Serienablegers WW2 schwer zu monetarisieren sein wird.

Einige Kanalbetreiber wie der auf CoD spezialisierte »PrestigeIsKey« stellen die Frage, ob und wie YouTube mit der Berichterstattung über das neue Call of Duty in Bezug auf Werbeeinnahmen reagieren wird. Bereits jetzt im Vorfeld würde er bemerken, dass durch den Bezug zum Zweiten Weltkrieg seine Videos deutlich weniger Einnahmen generieren als bei den futuristischen Settings von Black Ops 3 und Infinite Warfare. Um seine Theorie zu untermauern, hat er ein zweiminütiges Video über seine »verdorbene Milch« im Kühlschrank produziert, um die Einnahmen dieses absichtlichen unanstößigen Videos mit denen eines Vorschau-Videos mit »WWII« im Namen zu vergleichen:

Und tatsächlich hat das Milchvideo mit nur ein Drittel so vielen Views und Klicks wie das CoD-Video rund vier Mal so viel Werbeeinnahmen erzielt wie das WW2-Video zu den neuen Bewegungsmöglichkeiten in Call of Duty. Seiner Meinung nach soll dieses Experiment zeigen, dass YouTube nicht zwischen »echten Kriegsszenen« und denen eines Videospiels unterscheiden kann.

Auch sein Kollege 402THUNDER402 kann diesen Trend von sinkenden Werbeeinnahmen bestätigen, seine Views auf seinem Kanal seien im letzten Monat um 53 Prozent gestiegen, während seine Einnahmen jedoch im gleichen Zeitraum um die Hälfe eingebrochen sind:

Alternative Bezahlmodelle

Eine Alternative für viele scheint zu sein, YouTube den Rücken zu kehren und mit der Community auf Twitch zu wechseln. Auch neuartige Bezahlmodelle wie zum Beispiel die Crowdfunding-Plattform Patreon, um nicht mehr von Werbetreibenden abhängig sein zu müssen, sind immer mehr im Gespräch.

Besonders stark von den neuen Werberichtlinien betroffen sind Let's-Play-Kanäle, die Shooter und Actiontitel mit einem hohen Gewaltgrad spielen. Viele dieser Videos werden von YouTube als »nicht zur Monetarisierung angemessen« ausgewiesen – ist dies der Fall, erhalten die Produzenten der Videos keine Werbeeinnahmen, da keine Werbeclips ausgeliefert werden.

Mehr zum Thema: Call of Duty: WW2 - Video gibt Einblick in die Entwicklung

Rücksicht auf Werbetreibende

Der Plattformanbieter versucht mit der Initiative, Werbekunden mehr Einfluß darüber zu geben, in welchem Umfeld ihre Produkte auftauchen und beworben werden. Anlass für diese Umstellung war unter anderem die Diskussion um rassistisch anklingende Videos von PewDiePie – nach diesem Vorfall haben angeblich etliche Werbekunden Änderungen von YouTube eingefordert. Diese sollen nun für ein »familienfreundliches« Umfeld sorgen, in dem Videos von der Monetarisierung ausgeschlossen werden, in denen geflucht wird, gewalttätige und sexuell anstößige Bilder oder Bezüge und Erwähnungen zu Drogen und starkem Alkoholkonsum auftauchen. Auch Videos mit Bezug zu Kriegen werden in diesem Rahmen de-monetarisiert.

Call of Duty: WW2 - Gameplay-Szenen im Entwickler-Video Call of Duty: WW2 - Gameplay-Szenen im Entwickler-Video

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