Condemned: Criminal Origins im Test - Ungewöhnliches Horror-Actionspiel

Ein Shooter ohne Schießereien ist ja eigentlich ein Widerspruch ins sich. Doch in diesem Spiel ist einiges nicht so, wie Sie vielleicht denken.

29.03.2006 09:20 Uhr

Pistolen und Gewehre sind sehr selten und schon nach wenigen Schüssen leer.Pistolen und Gewehre sind sehr selten und schon nach wenigen Schüssen leer.

Wo tote Vögel sind, da sind früher oder später auch tote Menschen. Denn als im Ego-Shooter Condemned immer mehr Federvieh verendet und zeitgleich immer mehr Menschen wahnsinnig werden und mordend durch die Straßen ziehen, droht Amerika ins Chaos zu stürzen. Sie suchen nach der Ursache für die Aufstände, nach einem Serienmörder und... nach Ihrer Dienstwaffe.

Rohr verlegt

Wir sichern Spuren - aber nur da, wo es das Spiel auch vorsieht.Wir sichern Spuren - aber nur da, wo es das Spiel auch vorsieht.

FBI-Agent Ethan Thomas jagt den »Matchmaker«, einen Serienmörder, der junge Frauen grausam erwürgt. Als der Killer mit Thomas' Waffe zwei Polizisten erschießt, findet sich der FBI-Agent zwischen den Fronten wieder: Von der Polizei wegen Mordverdachts gesucht, muss er den Wahnsinnigen stellen, um seine Unschuld zu beweisen. Doch wie, ohne Pistole? Eine neue Waffe ist in Condemned schnell gefunden, denn Sie können Metallrohre, Dachlatten und was Ihnen sonst so in die Hände fällt als Schlagwerkzeug benutzen. Mit einer Schaufel in der Hand machen Sie sich auf die Suche nach dem Matchmaker - und stoßen schnell auf ähnlich bewaffnete Gegner. Denn in den Straßen der Slums, in denen der FBI-Agent auf die Suche geht, verfallen Junkies und Obdachlose in einen hemmungslosen Tötungsrausch. Eine Seuche, die in Verbindung mit den toten Vögeln in der Gegend steht? Massenpsychose? Zum Grübeln hat Thomas keine Zeit: Ständig wird er von knüppelschwingenden Irren überfallen. Statt wilder Klickorgien gibt's in Condemned ein simples Kampfsystem: Sie können aus zwei Richtungen zuschlagen, blocken, treten und Gegner mit einem aufladbaren Elektroschocker bearbeiten. Dabei geht Thomas nicht zimperlich mit seinen Kontrahenten um: Blut spritzt, Zähne fliegen, schließlich richtet der FBI-Agent seine Gegner mit vier »Finishing Moves« regelrecht hin.

Film noire

Durch Gewaltgrad und Erzählweise richtet sich Condemned an ein erwachsenes Publikum: Surreale Zwischensequenzen und überraschende Wendungen erzeugen eine dichte Atmosphäre. Allerdings trüben Designfehler die Stimmung. Thomas bewegt sich viel zu langsam, kann nicht springen, sich nicht ducken und wirkt für Shooter-Veteranen daher wie ein alter Mann. Fahndungsutensilien wie UV-Lampe oder Laserabtaster kommen nur an vom Spiel vorgesehenen Stellen zum Einsatz, wirkliches Detektivgefühl kommt nicht auf. Das alles sind wohl Altlasten der Konsolenfassung. Bei der macht auch Grafik im 16:9-Format Sinn, am PC wünscht man sich hingegen die schwarzen Balken weg - wir sind ja nicht im Kino. Doch besonders Filmfreunde, denen Sieben oder Saw gefällt, werden an Condemned ihre düstere Freude haben. (FAB)

Den Test finden Sie auf der GameStar XL-DVD in Ausgabe 05/2006.

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Sprache: Deutsch


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