Jetzt mit Plus alles auf einer Seite lesen

Jahres-AboUNSER TIPP

12 Monate

 Bester Preis
 Heftarchiv jederzeit buchbar
2,99€

pro Monat

Auf geht's
Quartals-Abo
3,99€

pro Monat

3 Monate

 20% günstiger als Flexi-Abo
 Heftarchiv jederzeit buchbar
3,99€

pro Monat

Auf geht's
Flexi-Abo
4,99€

pro Monat

1 Monat

 Monatlich kündbar
 Heftarchiv jederzeit buchbar
4,99€

pro Monat

Auf geht's

Create im Test - Schaffe, schaffe, Häusle baue!

Create ist ein kunterbunter Spielplatz für Kreative. Mehr aber auch nicht, denn das Spiel darin hat Electronic Arts vergessen.

von Daniel Matschijewsky,
28.11.2010 15:00 Uhr

Einen Sandkasten, eine Schaufel und einen Eimer. Mehr braucht ein Kleinkind in der Regel nicht, um innerhalb kürzester Zeit aus dem Nichts eigene Welten zu erschaffen. Eine Ritterburg etwa oder eine kurvengespickte Rennbahn (mit Tunnel!). Create versucht, die Faszination des kreativen Schaffens und Erbauens ins heimische Wohnzimmer zu übertragen, da wo man sich glücklicherweise nicht ständig den Sand aus allen Ritzen pulen muss. Der steckt in Electronic Arts’ Baukasten ohnehin wo anders: im Spielspaß-Getriebe.

Das Bauen: fummelig

Wir starten Create und werden bereits im Hauptmenü von der quietschbunten, an Die Sims 3 erinnernden Comic-Grafik begrüßt. Die dürfte aber selbst technisch anspruchslosen Spielern zu wenig fürs Auge bieten. Texturen und Objektdetails sind nicht zeitgemäß, Beleuchtung und Spezialeffekte ebenso wenig. Über weite Strecken sieht das Programm sogar schlechter aus als der große Sims-Bruder von 2009. Stimmig ist die zuckersüße (selbst auf fünf Jahre alten PCs flüssig laufende) Optik von Create aber allemal, vor allem für Kinder und Junggebliebene.

So geht's los So beginnt jedes Szenario: leer und ohne Farbe. Der Lichtstrahl zeigt an, wo wir den Pinsel ansetzen sollen.

Marke Eigenbau Vorsicht Augenkrebs: Diesen quietschbunten Vergnügungspark haben wir komplett selbst gebaut und angemalt.

Die Rätsel Die Rätsel sind sehr knifflig. Oft zu knifflig für Kinder.

Szenarien hochladen Spieler können ihre selbst gebauten Szenarien hochgeladenen und anderen anbieten. Zum Test-Zeitpunkt gab es aber noch keine neuen Kreationen.

Zu Beginn schickt uns das Programm in ein Pflicht-Tutorial. Das ist auch nötig, denn in Create stecken Unmengen an Möglichkeiten, künstlerisch tätig zu werden. So malen wir mit der Maus allerhand Texturen auf anfangs triste Oberflächen einer Konzertbühne, pflanzen Blumen, Bäume und Büsche drumherum, verteilen Deko-Gegenstände wie Bänke oder Laternen und kleben Wolken, Blitze oder Kondensstreifen an den Himmel. Selbst das Wetter dürfen wir selbst bestimmen. Das Baumenü ist in wenige, mit klar verständlichen Symbolen versehene Menüblasen aufgeteilt und in der Theorie selbst von Einsteigern leicht zu erfassen.

In der Praxis artet das Auswählen des gewünschten Werkzeugs aber regelmäßig in Fummelei aus, da die Unterordner vor weitgehend unsortierten Texturen, Objekten und Aufklebern geradezu überquellen, was endlose Scroll-Einlagen zur Folge hat. Das nervt doppelt, weil uns das Programm nach jedem Platzieren eines Gegenstandes wieder an den Anfang der entsprechenden Objektliste setzt und wir abermals gefühlte Ewigkeiten scrollen müssen, wenn wir etwa zwischen unsere weißen Tulpen die im Menü benachbarten roten Varianten pflanzen wollen.

Die Kampagne: eintönig

In Create verunstalten wir jedoch nicht nur besagte Bühne, sondern zehn weitere, sehr abwechslungsreiche Szenarien. Da bauen wir einen Vergnügungspark nebst Riesenachterbahn, gestalten eine Rennstrecke (ohne Tunnel!) oder dekorieren ein mehrstöckiges Puppenhaus ganz nach Kleine-Schwester-Art. Zwischendurch stellt uns das Programm immer wieder kurze, an Crazy Machines erinnernde Knobelaufgaben, in denen wir beispielsweise einen automatisch drauflosrasenden Jeep durch clever platzierte Rampen ins Ziel geleiten müssen.

Die Rätsel peppen die Mal- und Dekoriereinlagen zu Beginn noch recht gut auf, lassen mit der Zeit aber Abwechslung vermissen. Zudem zieht der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben schon früh im Spiel stark an. Da das Programm recht sparsam mit Tipps (öde Textfenster) umgeht und oft nur bloßes Ausprobieren weiterhilft, werden Einsteiger und Kinder – für die Create in erster Linie gedacht ist – wohl schnell frustriert aufgeben.

Entwickler-Video: So funktioniert Create 4:54 Entwickler-Video: So funktioniert Create

Die zweite Motivationsbremse ist der generelle Aufbau der komplett ohne irgendeinen Rahmen, geschweige denn eine Handlung auskommenden Kampagne. So müssen wir innerhalb eines Szenarios lediglich eine bestimmte Anzahl Punkte sammeln, in Create Funken genannt, um das nächste Gebiet freizuschalten. Dazu lösen wir nicht nur besagte Knobeleinlagen, sondern müssen zwischendurch auch den Level verschönern.

Klingt launig. ist es aber nicht, wenn uns das Programm stets vorschreibt, an welcher Stelle wir als nächstes den Pinsel ansetzen, ein Deko-Objekt platzieren oder Sticker hinpappen sollen. Zwar dürfen wir auch einfach wild drauflosmalen, die dringend benötigten Funken sammeln wir so aber nicht. Create schränkt dadurch nicht nur die Kreativität des Spielers ein, es verkommt auch zum stupiden Abarbeiten vorgegebener Aufgaben. Ach, wir sollen den Objektpinsel direkt vor dem Haus einsetzen? Gut, dann pflanzen wir eben etwas Gras auf der Treppe.

1 von 3

nächste Seite



Kommentare(17)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.