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Der Diktator - Es ist was faul im Staate Wadiya

Sacha Baron Cohen veräppelt in seiner neuen Komödie Der Diktator einen Berufsstand, der bislang im Film sträflich vernachlässigt wurde. Ob er sich damit zu Recht zum Alleinherrscher der Kinocharts küren darf, verrät die Filmkritik.

von Christian Merkel,
14.05.2012 13:00 Uhr

Trailer zu Der Diktator 2:14 Trailer zu Der Diktator

Egal ob Gaddafi, Ahmadinedschad, Kim Jong-Il oder Idi Amin - abgesehen davon, dass das alles abscheuliche Machthaber sind oder waren, eint sie doch ein Merkmal: Millionen von Nachrichten-Zuschauern rund um den Globus sind fasziniert von ihrem bizarren Verhalten. Man denke da nur an die extravaganten Auftritte eines Gaddafi, die zu seinen Lebenszeiten auch einer Operette gut zu Gesicht gestanden hätten. Oder das bockig-kindische Gehabe eines Ahmadinedschad, der sich im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm so aufführt, als wolle ihm die Welt sein Lieblingsspielzeug klauen.

Was für Schlagzeilen gut ist, sollte auch einen ganzen Film tragen können. Das dachte sich auch Sacha Baron Cohen, der nach Borat und Brüno jetzt in der Komödie Der Diktator all diesen unverstandenen Alleinherrschern ein ebenso liebevolles wie auch politisch völlig unkorrektes Denkmal setzt. Dabei erinnert der Filmtitel vermutlich nicht unbeabsichtigt an Charles Chaplins Meisterwerk Der große Diktator. Ob sich Cohen mit seinem Vorbild messen kann, ist in unserer Filmkritik nachzulesen.

Handlung

Überraschung: Der Diktator hat tatsächlich eine Handlung. Nachdem Sacha Baron Cohen in Borat und Brüno quasi dokumentarisch echte Menschen mit seinem provozierenden Auftreten aus der Rolle fallen ließ, hat der Regisseur Larry Charles (Seinfeld und auch schon bei Borat und Brüno für die Regie verantwortlich) für den neuen Film ein Drehbuch verwendet, das unter anderem von erfahrenen Seinfeld-Autoren stammt. Coen spielt den Diktator Haffaz Aladeen des fiktiven nordafrikanischen Staates Wadiya als eine Mixtur der schrägsten Alleinherrscher der jüngeren Geschichte: Er lebt in einem Palast, trägt Phantasieuniformen, hasst Juden, bringt jeden um, der ihn schief anschaut, und möchte nichts lieber als eine Atombombe. Eben dieser eher bedrohliche Wunsch führt dazu, dass sich Aladeen vor der UN in New York ineiner Rede rechtfertigen muss.

Der Diktator - Bilder aus dem Kinofilm ansehen

Dort fädelt sein Onkel und rechte Hand Tamir (Ben Kingsley – Gandhi, Prince of Persia , Hugo Cabret) einen Putsch ein. Er lässt den Diktator kidnappen und ersetzt ihn durch einen Doppelgänger. Die Aktion geht allerdings in einem Punkt schief: Der Diktator kann sich befreien, ohne dass es sein Onkel bemerkt. Ohne seinen langen Bart ist Aladeen auf den Straßen von New York ein Mensch wie jeder andere auch. Mit der Hilfe der Ökolebensmittel-Verkäuferin Zoey (Anna Faris, Scary Movie) lernt er daraufhin das wahre Leben kennen und bekommt die Chance, wieder Diktator zu werden.

Komödie vor Handlung

Man merkt es schon, wenn man sich hier die Inhaltsangabe durchliest. Der Diktator hat eine Handlung, die so derart an den Haaren herbeigezogen ist, dass der Chefautor des Films vermutlich jetzt eine Glatze hat. Macht aber nichts, Sacha Baron Cohen will vor allem unterhalten. Da sind Logik oder Ansätze von Nachvollziehbarkeit eher störend. So brilliert sein Der Diktator vor allem bei der Gagdichte. Der Film ist gerade einmal 83 Minuten lang, und die sind so vollgestopft mit Witzen, dass der Zuschauer kaum zum Luftholen kommt. Wie man es von Cohen gewohnt ist, bekommt jeder sein Fett ab: In diesem Fall nicht nur abgehalfterte Diktatoren, sondern auch die Amerikaner, die Öko-Bewegung, bekannte Schauspieler und nicht zuletzt die eine oder andere Weltreligion.

Den guten Geschmack hingegen muss man dabei woanders suchen. Aber gerade das macht ja den Charme der Filme von Sacha Baron Cohen aus. Er schämt sich für nichts (ja, auch dieses Mal werden wieder haarige Genitalien in die Kamera gehalten) und traut sich ungestraft Witze zu, für die andere vermutlich Morddrohungen erhalten würden. Der größte Trumpf des Films kehrt sich allerdings auch in einen großen Nachteil um: Cohen ist nicht unbedingt ein Meister des subtilen Humors, es geht immer brachial zu. Und wenn den Autoren für eine Szene gerade mal nichts Witziges einfällt, werden eben bekannte Stereotypen ausgewalzt. So ist der Humor öfter mal nicht treffsicher, reichlich abgehangen und einfach nicht lustig.


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