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Der Reiz des Bösen - Teil 1: Unmoralische Faszination

Wir haben sie unzählige Male nachgespielt, die Geschichte des edelmütigen Helden, der auszog, die Welt zu retten. Doch es gibt andere Spiele, solche, die es uns erlauben, zu morden, zu brandschatzen, jedwede Skrupel zu vergessen. Warum verhalten wir uns digital manchmal so, wie wir es im realen Leben nie tun würden? In unserem zweiteiligen Report gehen wir dem Reiz des Bösen den Grund.

von Nils Osowski,
14.03.2015 14:00 Uhr

So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.
- Johann Wolfgang von Goethe, »Faust«

Blasterstrahlen zischen, Körper sinken zu Boden, die idyllische Weidewelt Dantooine versinkt in roher Gewalt. Der Boden saugt sich voll mit dem Blut zweier verfeindeter Familien - und all dieses Morden, all dieser Tod ist allein das Ergebnis unseres freien Willens, unserer Boshaftigkeit. Im Rollenspielklassiker Star Wars: Knights of the Old Republic sind wir über ein junges Pärchen gestolpert, das in einer Sackgasse steckt. Die beiden sind verliebt, können aber nicht zusammen sein, weil sie aus rivalisierenden Clans stammen.

Romeo und Julia im Sternenkrieg, wie romantisch. Und wer Romeo und Julia kennt, weiß auch, dass es tragisch endet. Bei Shakespeare mit dem Tod der beiden Liebenden, bei uns, nun ja, mit dem Tod aller Beteiligten. In Knights of the Old Republic entscheiden wir nämlich selbst, ob wir wie weiland Luke Skywalker den tugendhaften Pfad der Jedi beschreiten oder lieber skrupellose Sith-Schergen à la Darth Vader verkörpern möchten. So erlaubt uns das Spiel zwar, die zerstrittenen Väter der Verliebten zur Vernunft zu bringen.

Böse sein lohnt sich, denn oft beschert es uns einzigartige Fähigkeiten wie Machtblitze. Palpatine wäre stolz.Böse sein lohnt sich, denn oft beschert es uns einzigartige Fähigkeiten wie Machtblitze. Palpatine wäre stolz.

Alternativ können wir aber auch Intrigen spinnen, den Konflikt anheizen. In Dialogen schüren wir Misstrauen und appellieren an niedere Instinkte. Dank unserer Manipulation dauert es nicht lange, bis alle Beteiligten nach einem hitzigen Schusswechsel tot am Boden liegen. Und warum? Weil uns die Bezahlung für den Auftrag zu gering war. Weil wir Rosamunde-Pilcher-Schmalz nicht ertragen.

Und, am wichtigsten: weil wir es können. Weil es manchmal Spaß macht, jedwede Moral zu vergessen. Woran das liegt, wollen wir in unserem zweiteiligen Report genauer beleuchten. Schließlich lassen nicht nur wir gelegentlich den virtuellen Schurken raushängen, sondern auch viele andere Spieler, die im wahren Leben keiner Fliege etwas zu Leide täten. Warum also finden höfliche, sittsame Menschen Gefallen daran, ab und an den Pfad der Tugend zu verlassen - und nach Herzenslust böse zu sein?

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