Der Preis der Recherche - Preiserhöhung für die gedruckte GameStar

Zum ersten Mal seit 2008 erhöhen wir (leicht) die Preise für die gedruckten GameStar-Ausgaben. Markus Schwerdtel erklärt, warum dieser Schritt nötig und sinnvoll ist.

von Markus Schwerdtel,
22.12.2015 11:30 Uhr

Wer sowohl unsere Hefte als auch GameStar.de in den letzten Monaten aufmerksam verfolgt hat, dem sind bestimmt etliche Veränderungen aufgefallen. Die vielleicht wichtigste: Reportagen, Hintergrundberichte und Retro-Artikel sind deutlich häufiger und auch umfangreicher geworden. Bei uns lesen Sie aufwändig recherchierte Texte, die auch nicht gratis auf unserer Website zu finden sind, sondern die wir exklusiv für zahlende Leser schreiben – egal ob für Heftkäufer oder Mitglieder von GameStar Plus. Ein paar Beispiele aus den letzten Wochen: Die Artikel über Flüchtlinge in Spielen, über den Aufstieg und Fall der (ersten) Fallout-Entwickler Interplay, über einen erstaunlichen Besuch am Warcraft-Filmset.

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GameStar 01/16 erscheint mit einem aufwändig recherchierten Titelthema.GameStar 01/16 erscheint mit einem aufwändig recherchierten Titelthema.

Dass gute Texte von erfahrenen Autoren wie Heinrich Lenhardt oder Martin Deppe auch gutes Geld kosten, ist keine neue Erkenntnis. Viele Verlage versuchen deshalb, die Preise für freie Schreiber zu drücken oder ihre Texte bei Billig-Schreibfabriken einzukaufen – wir nicht. Anders als immer öfter im Journalismus üblich, wollen wir unsere Autoren vernünftig bezahlen. Sie sollen von ihrer Arbeit leben können, denn das sichert Unabhängigkeit und Zeit für Recherchen. Natürlich wissen wir, dass eine kurze Newsmeldung zu einem prominenten Thema wie The Witcher 3 oder Fallout 4 kurzfristig erst mal mehr Leser erreicht als aufwändig recherchierte Hintergrundberichte.

Und wir wissen auch, dass im schnelllebigen Online-Geschäft lange Texte nur noch selten komplett gelesen werden. Aber trotzdem wollen wir auf ausführliche Artikel nicht verzichten, die für uns seit jeher unverrückbar zur DNA von GameStar gehören. Weil wir daran glauben, dass unsere Leser diese Facette unserer Arbeit schätzen. Weil wir daran glauben, dass diese Art von Texten zum guten Journalismus dazugehört. Und weil wir daran glauben, dass sich komplexe Sachverhalte und Hintergrund-Informationen eben nicht immer in ein paar Sätzen erklären lassen. Wir bitten diejenigen, die es genauso sehen wie wir, uns bei dieser Arbeit zu unterstützen.

Der Autor
Computer- und Spielezeitschriften haben Markus Schwerdtel schon seit früher Jugend bei seinem Hobby begleitet, 64er oder Happy Computer gehörten in der Heimcomputer-Frühzeit einfach dazu. Dementsprechend hat er auch schon unzählige Zeitschriften-Preiserhöhungen mitgemacht, meist begründet mit höheren Papier- und Produktionskosten. Diese Zeiten sind allerdings vorbei, Papier wird momentan eher billiger. Stattdessen wollen erfahrene Autoren und langjährige Mitarbeiter bezahlt werden – das Geld fließt in die Inhalte statt in die Taschen von Papierfabrik-Besitzern! Und das ist auch gut so, denn die Inhalte sind's schließlich, die eine Zeitschrift von allen anderen abheben. Papier hat ja jeder.

Der Preis der Unabhängigkeit

Deshalb erhöhen wir nach sieben Jahren mal wieder den Verkaufspreis der GameStar-Hefte leicht. Die GameStar XL steigt geringfügig von 6,50 € auf 6,99 €, die Magazin-Ausgabe von 3,99 € auf 4,99 €. Der Abopreis für die Bestandskunden steigt von 69 € auf 74,50 €, der für Neukunden von 69 € auf 77 €. Denn wir leiden wie fast alle Zeitschriften – egal welcher Branche – unter rückläufigen Anzeigenbuchungen. Und just Anzeigen waren für uns neben den Heftverkäufen immer eine wichtige Einnahmequelle, von der unter anderem die Größe der Redaktion und die Seitenzahl der Hefte abhing. Um beides halten zu können, müssen wir den Preis anpassen. Für Abonnenten ändert er sich selbstverständlich erst bei der nächsten Abo-Verlängerung. So bewahren wir neben unserer redaktionellen Unabhängigkeit auch unsere kreative »Luft zum Atmen« – also den Raum für Experimente und neue Herangehensweisen. Kompromisse bei der Qualität sind für uns dabei keine Option. Entsprechend verpflichten wir uns, die gedruckte GameStar genau so wie die Artikel für GameStar Plus weiterhin stetig zu verbessern und nach immer neuen Wegen zu suchen, Sie rund ums Thema Computerspiele zu informieren und zu unterhalten.


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