Die größten Counter-Strike Skandale - Cheats, KQLY und das Ende von Titan

Wir stellen die Dramen und Skandale aus der Geschichte von Counter-Strike vor: Teil zwei der Serie dreht sich um cheatende Profis wie KQLY, die die CS:GO-Szene in helle Aufruhr versetzten.

von Stefan Köhler,
29.04.2017 12:00 Uhr

Mit einem VAC-Update für Counter-Strike: Global Offensive überführte Valve Ende 2014 bekannte Profis als Cheater.Mit einem VAC-Update für Counter-Strike: Global Offensive überführte Valve Ende 2014 bekannte Profis als Cheater.

Counter-Strike lebt wie kaum ein anderes Spiel vom Drama abseits eines gewöhnlichen Matches. Wir präsentieren in einer Artikelserie insgesamt zehn Skandale und Kontroversen aus der Geschichte des Ego-Shooters. Dabei konzentrieren wir uns auf die jüngere Vergangenheit, die besonders die heutige Szene des jüngsten Teils Global Offensive geprägt hat.

Teil zwei dreht sich um cheatende Profis. Wer den ersten Teil verpasst hat, kann das Special zu Valves Update-Politik hier nachlesen.

Ein kleiner Fisch

Valves Updates machen ab und zu das Spiel besser, ab und zu kaputt. Und ab und zu bringen sie auch Dinge ins Rollen, von deren Tragweite vorher niemand etwas geahnt hätte. Wie die folgende Geschichte beweist:

Cheater sind in Counter-Strike ein bekanntes Übel. 2014 wurden mehrere Profis überführt.Cheater sind in Counter-Strike ein bekanntes Übel. 2014 wurden mehrere Profis überführt.

Ende 2014 wird der deutsche Spieler Simon »smn« Beck vom Anti-Cheat-Tool der Liga ESEA gebannt. Beck war keine große Nummer im E-Sportbereich, mit seinem Teams ALTERNATE und davor n!faculty gelangen nur regionale Erfolge wie ein einzelner Gewinn der ESL Pro Series Germany. Der Bann hatte für die deutsche Szene trotzdem Auswirkungen: ALTERNATE wurde von der EPS Winter Season 2014 ausgeschlossen und selbst Deutschlands relevantestes Profiteam mousesports durfte nicht mehr an der ESL Pro Series teilnehmen. Beck hatte nämlich für zwei Matches Johannes »tabseN« Wodarz von mousesports ersetzt, das Team wurde automatisch disqualifiziert.

Es erwischt die Elite

Valve trat an ESEA heran und entwickelte mit den Informationen aus Becks Bann ein Update des eigenen Tools VAC (Valve Anti-Cheat), um diesen neuen Cheat flächendeckend erkennen zu können. Währenddessen trat Beck vor das Mikrofon und beschuldigte öffentlich Profis von fnatic, Epsilon und Titan, auch sie würden cheaten.

Kurz darauf wurden die Profis Gordon »Sf« Giry von Epsilon und Hovik »KQLY« Tovmassian von Titan als Cheater überführt und gebannt. Das VAC-Update schlug an, erstmals traf es echte CS:GO-Promis. Besonders brisant: Die Teams Titan und Epsilon sollten nur Tage später am Meisterschaftsturniers Dreamhack Winter 2014 antreten, wurden aber (selbstverständlich) disqualifiziert und durch die Teams Copenhagen Wolves und Flipsid3 ersetzt. Die Spieler von Epsilon und Titan erfuhren nur Stunden vor dem Abflug nach Schweden, dass sie nicht teilnehmen dürfen.

Besonders der Bann von KQLY sorgte für Wirbel in der Szene, er galt als großes französisches Talent. Der bekannte Analyst Thorin schätzte KQLY als einen der 15 besten Spieler weltweit ein. Als »KQLY-Schuss« wird bis heute eine bestimmte Art des Trickschusses bezeichnet, bei dem man am Bombenpunkt A auf der Karte Dust 2 kurz springt und im Flug einen Verteidiger eliminiert. Eine Auswahl zeigt das Video unterhalb.

Die Cheater und Teams heute

Titan geriet langfristig in finanzielle Schwierigkeiten und konnte mit dem Ruf als Cheater-Organisation kaum mehr Sponsoren gewinnen, 2016 wurde die Multisport-Vereinigung aufgelöst. Epsilon machte Anfang 2015 nochmal mit Wettbetrug auf sich aufmerksam, drei weitere Spieler wurden dieses Mal gebannt. Danach verabschiedete man sich von den französischen Spielern, heute führt Epsilon ein mäßig erfolgreiches skandinavisches Team ins Feld. ALTERNATE entließ nicht nur Beck, sondern Ende 2014 auch den gesamten Kader. Kein anderer Spieler der drei Teams wurde je als Cheater überführt.

KQLY und Sf spielen weiterhin Counter-Strike im Rahmen von Ligen und Turnieren, von denen sie nicht ausgeschlossen wurden. Allerdings nur noch im kleinen Rahmen: Im Februar 2017 gewann Sf mit dem Team Royalty die InsaLan 12 und damit ein Preisgeld von insgesamt 1.000 Euro. Von Valve-Veranstaltungen wurden die Spieler permanent verbannt. Laut eigener Aussagen hätte keiner der beiden französischen Spieler etwas dagegen, wenn man ihnen eine Rückkehr in die Profiszene erlauben würde.

Das war der zweite Teil unserer Reihe »Skandale und Kontroversen aus Counter-Strike«. Im dritten Special geht es mit dem Skandaljahr 2014 weiter. Nach der Überführung von Cheatern erwischt es auch Wettbetrüger, die mit nur einem Match ihre Karrieren aus dem Fenster warfen.
Zur Übersicht: Zehn Skandale aus der Counter-Strike-Geschichte

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