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Die Technik-Fails des Jahres 2016 - Fake-News, Papiertüten-Patente & Co

Wir werfen einen meist amüsierten Blick auf die Hardware-Fails des Jahres 2016, über die man sich wieder einmal so richtig schön aufregen oder wundern konnte, geben aber keine Garantie auf Vollständigkeit oder gar Objektivität.

von Georg Wieselsberger,
04.01.2017 15:10 Uhr

Wer Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Diese alte Redensart trifft natürlich auch auf den Technik-Bereich zu, und im Jahr 2016 hat sie sich gleich mehrfach auf mehr oder weniger beeindruckende Art und Weise bewahrheitet. In einem etwas anderen Jahresrückblick kürt unser fleißiger Hardware-News-Autor Georg Wieselsberger deshalb seine persönliche Top 10 der Technik-Fails 2016.

Platz 10: Passwörter

Fangen wir mit den einfachen Dingen an. Es ist in der IT-Branche ja kein großes Geheimnis, dass bei vielen Problemen die Ursache nicht in der Software oder im Rechner steckt, sondern vor dem PC sitzt. Ein Beweis dafür sind die jedes Jahr veröffentlichten Listen der »beliebtesten Passwörter«.

Das Unternehmen Splash Data sammelt diese Passwörter aus den Dateien, die nach Hacks großer Dienste oder Webseiten im Internet veröffentlicht werden. Seit Jahren zeigt sich hier das gleiche Bild: das beliebteste Passwort ist »123456«, danach folgt »password«. Das war auch in der Anfang 2016 veröffentlichten Liste der Fall. Auf den Plätzen folgten »12345678«, »qwerty« und »12345«.

Leider sind diese Passwörter nur auf den ersten Blick amüsant, denn natürlich setzen auch Hacker genau solche Listen ein, um sich Zugriff auf fremde Konten zu verschaffen. Obwohl die genannten Passwörter also gleich doppelt unsicher sind, ändert das nichts daran, dass sie seit Jahren weiter verwendet werden und den Hackern so die Arbeit extrem erleichtern.

Da muss man fast froh sein, wenn populäre Kinofilme wie Star Wars: Episode 7 dafür sorgen, dass plötzlich Passwörter wie »Princess«, »Solo« oder »Starwars« genutzt werden. Sicher sind solche Passwörter zwar auch nicht, dafür aber wenigstens halbwegs frisch.

Wenn es um die Sicherheit geht muss man die richtigen Prioritäten setzen. (Quelle: Imgur)Wenn es um die Sicherheit geht muss man die richtigen Prioritäten setzen. (Quelle: Imgur)

Platz 9: Internet of Shit

Ältere Leser können sich vielleicht noch an die Witze des letzten Jahrtausends erinnern, bei denen Geräte wie internetfähige Kaffeemaschinen oder Kühlschränke als Absurditäten herhalten mussten. Im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts kann einem allerdings das Lachen vergehen. Nicht nur, dass es inzwischen genau die Geräte gibt, über die man damals lachen musste - es gibt wesentlich mehr davon und gefährlich sind sie auch noch, weil oft unsicher.

Das liegt teilweise auch daran, dass die Käufer von kleinen, internetfähigen Geräten wie IP-Kameras das ab Werk eingestellte Passwort nicht ändern - passend zu Platz 10 unserer Liste. Aber auch die meist chinesischen Hersteller der Abermillionen Kleinstgeräte legen bislang keinen großen Wert auf Sicherheit. IP-Cams, in die man sich mit »admin/password« oder ähnlichen simplen Kombinationen einloggen kann, sind keine Seltenheit. Einen Zwang zum Ändern nach dem ersten Einloggen gibt es meistens ebenfalls nicht. Das hat dazu geführt, dass es inzwischen Botnetze wie Mirai gibt, die aus Zigtausenden solcher Geräte bestehen und für DDOS-Angriffe genutzt werden.

Kommt dazu noch ein frustrierter Spieler mit Zugriff auf Mirai, der eigentlich Sony treffen wollte, aber aus Versehen einen ganzen DNS-Anbieter wie Dyn DNS lahmlegt, haben sich lauter Unzulänglichkeiten gemeinsam zu einer Gefahr für das Internet gemausert. Eine Lösung gibt es bisher nicht, auch wenn manche White-Hat-Hacker daran denken, eine »Schadsoftware« zu basteln, die angreifbare Geräte übernimmt, um sie dann abzusichern. Legal wäre das allerdings nicht, denn unter anderem würden dann auch die Besitzer der Geräte ausgesperrt, da sie das veränderte Passwort nicht kennen.

Für manche ist der Wahn, so gut wie jedes Gerät online zu bringen, schon lange nicht mehr das »Internet der Dinge«, sondern das »Internet of Shit«. Wenn selbst Technik-Freunde aus Großbritannien daran verzweifeln, dass sie wegen eines widerspenstigen Smart-Wasserkochers stundenlang auf ihren überlebenswichtigen Tee verzichten müssen, scheint diese neue Klassifizierung des Kleinstgeräte-Netzes durchaus angebracht, klingt nett - und hat einen Twitter-Account.

Ein Smart-Wasserkocher brachte einen Briten zur Verzweiflung. (Bildquelle: Mark Rittman/Twitter)Ein Smart-Wasserkocher brachte einen Briten zur Verzweiflung. (Bildquelle: Mark Rittman/Twitter)

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